Computer und so – 10% der Angestellten wissen nicht, was digitale Transformation ist

Computer und so – 10% der Angestellten wissen nicht, was digitale Transformation ist
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Eine aktuelle Studie hat sich mit der Frage beschäftigt, wie die digitale Transformation in den Unternehmen vorankommt. Hierbei hat sich ein vielschichtiges Bild gezeigt. Während einige Betriebe als Innovatoren und Early Adopters neue Technologien frühzeitig ausprobieren und implementieren, kennen in anderen viele Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter nicht einmal den Begriff „digitale Transformation“.

So arbeitete die Cherwell Software Studie

Mit seiner Studie wollte der amerikanische Tech-Anbieter Cherwell Software herausfinden, wie es um das Know-how der Unternehmen und ihrer Belegschaften zum Thema digitale Transformation bestellt ist. Zu diesem Zweck wurden 555 Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer aus 13 Branchen zu ihren Erfahrungen mit der digitalen Transformation befragt. Die teilnehmenden Betriebe verfügten hierbei über eine Belegschaft von jeweils mindestens 50 Personen, berichtet Michael Kroker auf blog.wiwo.de. Bei der Studie zeigte sich, dass die Unternehmen bei der digitalen Transformation schon unterschiedlich weit gekommen sind. Während einige Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer ein fundiertes Fachwissen zu dieser Thematik zeigten, konnten andere noch nicht einmal etwas mit dem Begriff anfangen.

Das versteht die Belegschaft unter digitaler Transformation

Für knapp ein Viertel (24%) der Befragten bedeutet digitale Transformation, dass Technologien genutzt werden, um die Produkte und Dienstleistungen eines Unternehmens zu verbessern. Für 21% besteht die digitale Transformation vor allem darin, Prozesse zu optimieren und zu automatisieren. Das können sowohl interne Unternehmensprozesse als auch kundenorientierte Prozesse wie das Ausfüllen von Formularen sein. Für 15% der Befragten ist das Ziel der digitalen Transformation, ein papierloses Büro zu erreichen. 12% verstehen unter digitaler Transformation den Einsatz von Robotern und KI, 10% die Nutzung von Cloud-Diensten und mobilen Endgeräten und 3% sehen die Hauptaufgabe darin, eine Firmenwebseite zu erstellen. 85% der Befragten kennen somit den Begriff und können sich etwas Konkretes darunter vorstellen. 5% haben in der Befragung angegeben, dass keine der oben genannten Aspekte für sie die digitale Transformation ausmacht und 10% gaben an, den Begriff nicht zu kennen.

Der Einsatz neuer Technologien in Unternehmen

Die Belegschaft stellt den Unternehmen ein eher mittelmäßiges Zeugnis aus, wenn es um den Einsatz neuer, moderner Technologien geht. So warten 55% der Betriebe in der Regel ab, bis sich eine neue Technologie etabliert hat, bevor sie diese nutzen. 11% der Firmen gelten sogar als digitale Nachzügler. Diese nutzen selbst flächendeckend eingesetzte Technologien nicht oder kaum und halten sich an den Strategien und Technologien früherer Zeiten fest.

Als „Innovator“ schätzen gerade einmal 7% der Befragten ihr Unternehmen ein. Solche Betriebe sind daran interessiert, aktiv an der Umsetzung der digitalen Transformation und der Entwicklung neuer Technologien mitzuwirken. Immerhin 18% der Befragten schätzen ihr Unternehmen als „Early Adopter“ ein. Solche Betriebe schauen sich immer wieder um, welche neuen Technologien es gibt und welche aktuell entwickelt werden. Sie gehören dann zu den ersten, die solche neuen Möglichkeiten ausprobieren und versuchen, hierdurch ihre Betriebsprozesse zu optimieren.

Die Bedeutung des Change Management für die digitale Transformation

Unter Change Management versteht man eine aktive Begleitung und Unterstützung der digitalen Transformation seitens der Unternehmensführung. So werden Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter beispielsweise im Umgang mit neuen Technologien geschult und es gibt eine konkrete Anlaufstelle für digitale Fragen und Probleme. Hier zeigt sich deutlich, dass das Change Management in jungen Unternehmen ausgezeichnet funktioniert. Hier schätzen die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter das Change Management zu 100% als gut oder sehr gut ein. In Unternehmen, die es bereits seit bis zu zehn Jahren gibt, beträgt dieser Wert immerhin noch 80%. In älteren Unternehmen sinkt er hingegen deutlich ab und beläuft sich nur noch auf 68%.

Fazit: Die Betriebe bringen in Sachen digitale Transformation ganz unterschiedliche Voraussetzungen mit

Der Umgang mit der Digitalisierung unterscheidet sich von Betrieb zu Betrieb teilweise extrem. Während einige Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ein exzellentes Know-how zur digitalen Transformation besitzen, kennen andere noch nicht einmal den Begriff. Zudem unterscheidet sich der Umgang mit der digitalen Transformation von Branche zu Branche. Es ist davon auszugehen, dass sich die „Innovatoren“ und „Early Adopters“ am Markt durchsetzen und weniger innovationsfreudige Betriebe nach und nach verdrängen werden. Denn die Bedeutung der Digitalisierung nimmt in allen Wirtschaftsbereichen zu. Wer sich dieser Entwicklung verschließt und lieber alles so macht, wie es immer schon gemacht wurde, wird auf lange Sicht vermutlich das Nachsehen haben.

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