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    Zahl betrügerischer Fake Shops nimmt zu

    Eine aktuelle Untersuchung der Digitalberatung wdp zeigt, dass die Zahl der Fake Shops im Internet kontinuierlich zunimmt. So nutzen Betrüger vor allem abgelaufene Domains, um minderwertige Waren zu verkaufen oder Verkäufe sogar nur vorzutäuschen. Es gibt einige Warnzeichen, an denen sich Fake Shops erkennen lassen sowie angeratene Verhaltensweisen im Zweifelsfall. Die wdp übt zudem scharfe Kritik an der DENIC eG, die ihrer Aufsichtspflicht bei der Vergabe von Domains angeblich nicht nachkommt.

    Die Masche der Betrüger

    Die Digitalberatung wdp hat eine Untersuchung unter dem Titel „Fake Shops – der systematische Betrug mit abgelaufenen .de-Domains“ zum Thema Fake Shops durchgeführt (kostenloser Download am Ende des Artikels). Hierbei wurden 29.406 Domains unter die Lupe genommen, die mit verdächtigen Verfahren wie Opencart, osCommerce und Zen-Cart arbeiten. Von den 280 überprüften Online Shops zeigen 159 (57%) verdächtige Anzeichen, die auf einen Fake Shop hinweisen können. Ob diese Vermutungen zutreffen, müsste durch Testkäufe genauer geklärt werden.

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    Es zeigt sich ein Muster beim Vorgehen der Betrüger. Diese sichern sich auslaufende Domains von seriösen Unternehmen und Marken und machen sich deren Bekanntheit und guten Namen zunutze. Unter deren Domains verkaufen sie dann minderwertige Produkte oder kassieren lediglich das Geld, ohne Waren zu versenden. Hierdurch entstehen jährlich mehrere Millionen Euro Schaden. Hinzu kommt, dass die Betrüger im Verkaufsprozess oft personenbezogene Daten sammeln und diese ebenfalls missbräuchlich verwenden.

    Warnzeichen bei Fake Shops

    Es gibt eine Vielzahl von Warnsignalen, die darauf hinweisen, dass es sich bei einem Online Shop um einen Fake Shop handelt. Sehr gefährlich ist es, wenn der Name einer Domain nicht zu den im Shop angebotenen Produkten passt. Auch weitere Abkürzungen hinter dem „.de“ wie zu Beispiel ein „de.cn“ sind verdächtig. Ebenfalls seltsam ist es, wenn Preise besonders schief und krumm sind und extrem hohe Rabatte auf angeblich noch hochwertige Waren angeboten werden. Wenn Markenprodukte zu Billigpreisen angeboten werden, ist in der Regel ein Haken an der Sache.

    Zudem sollten die Alarmglocken angehen, wenn eine Webseite extrem viele Rechtschreibfehler enthält, schlecht übersetzt ist oder sogar nur Lückenfüller als Texte verwendet. Des Weiteren ist von einem Kauf in Online Shops abzuraten, die kein oder ein unvollständiges Impressum bereitstellen und die Nutzer nicht über Widerrufsbestimmungen und den Datenschutz belehren. Außerdem ist es ungewöhnlich, wenn ein Shop ausschließlich Vorkasse und Kreditzahlungen als Zahlungsmöglichkeiten akzeptiert und sichere Bezahlfunktionen wie zum Beispiel PayPal ausschließt. Nicht zuletzt sprechen das Fehlen von sicheren Verbindungen, SSL-Zertifikaten und bekannten, verlinkten Trust-Siegeln dafür, dass es sich bei einem Online Shop um einen Fake Shop handelt.

    Wie ist bei Unsicherheiten zu reagieren?

    Anwender haben verschiedene Möglichkeiten, zu überprüfen, ob es sich bei einem Angebot um einen Fake Shop handelt. So können sie zum Beispiel auf archive.org nachschauen, wie lange es einen Online Shop schon gibt und wie sich die Inhalte der Webseite im Laufe der Wochen, Monate und Jahre verändert haben. Ebenso ist es angeraten, im Internet nach Informationen zu dem jeweiligen Shop zu suchen. Hier empfiehlt es sich laut ecommerce-news-magazin.de, bei den Suchmaschinen die Kombination „Shopname + Erfahrung“ einzugeben. Auf diese Weise lassen sich nützliche Erfahrungsberichte zu einzelnen Shops finden.

    Früher stellte die DENIC eG, die für die Vergabe von Domains in Deutschland verantwortlich ist, Informationen zu einzelnen Shops bereit. Interessierte konnten sich so direkt an der Quelle informieren, welche Daten zu einem Shop bereitstehen und ob dieser seriös ist. Im Rahmen der Einführung der DSGVO wurde dieser Service jedoch eingestellt. Es ist jetzt nicht mehr möglich, Daten zu den verschiedenen Angeboten weiterzugeben.

    Kritik an der DENIC eG

    Im Rahmen der Studie wird harsche Kritik an der DENIC eG laut. Diese hat eigentlich die Aufgabe, die Vergabe von Domains in Deutschland zu kontrollieren und sicherzustellen, dass Domains nicht für Fake Shops verwendet werden. Hierfür wären aus Sicht der wpd keine neuen Bestimmungen und Regeln notwendig, sondern die vorhandenen Richtlinien der DENIC eG müssten einfach konsequent umgesetzt werden. Das geschieht den Verfassern der Studie jedoch nicht oder zu selten. Weder gehe die DENIC eG gegen die Entstehung von Fake Shops vor, noch helfe sie Betroffenen und Opfern dabei, ihre Vorauszahlungen wiederzubekommen. Würde hier konsequent daran gearbeitet werden, jede Domain-Vergabe ausführlich und intensiv zu prüfen, ließe sich das Problem der Fake Shops der Studie zufolge sehr gut in den Griff kriegen.

    wdp Studie kostenlos herunterladen

    Patrick Tarkowski
    Patrick Tarkowski
    Patrick Tarkowski ist studierter Germanist und Anglist und arbeitet bereits seit 2008 als Autor für Onlineshops und Unternehmen. Er ist in ganz unterschiedlichen Themengebieten beheimatet, kennt sich aber speziell in den Bereichen E-Commerce, Online Marketing, Familie und Erziehung sowie SEO aus. Neben Fachtexten schreibt er eigene E-Books, Theaterstücke und Romane und entwickelt Unterrichtsmaterialien.
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