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    Batman war gestern: KI hilft der Polizei bei der Verbrechensbekämpfung

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    Das Schema von Superheldenfilmen ist immer ähnlich: Die Polizei ist mit den Machenschaften eines Verbrechers überfordert und wird deswegen von einem Superhelden bei der Verbrechensbekämpfung unterstützt. In unserer digitalen Welt heißt dieser Held KI (Künstliche Intelligenz) und wird vor allem in der Schweiz bei den Ermittlungsarbeiten eingesetzt. Dennoch ist eine permanente Kontrolle durch den Menschen unverzichtbar, damit die Maschinen ausschließlich die Entscheidungen treffen, die dem geltenden Recht entsprechen.

    KI besitzt eine übermenschliche Geschwindigkeit

    Wer schon einmal Superman ein Buch hat lesen sehen, weiß, wie schnell das gehen kann. Künstliche Intelligenz ist da noch einmal deutlich schneller. So können zum Beispiel Textanalysetools Daten und Dokumente hinsichtlich bestimmter Begriffe durchforsten. Auf diese Weise erkennt die KI, ob ein Dokument oder ein Datensatz für ein bestimmtes Thema relevant ist oder nicht. Im Bereich Wirtschaftskriminalität ist das eine große Hilfe, da hier häufig riesige Datenmengen ausgewertet werden müssen.

    In einem aktuellen Fall musste die Zürcher Kantonspolizei fünf Terabyte an Daten auswerten. Ein Terabyte entspricht in etwa 300-500 Millionen DIN A4 Seiten. Ein Mensch, der eine solche Menge an Daten auswerten sollte, bräuchte hierfür etwa 27.000 Jahre. Die KI kommt mit wenigen Tagen aus. Ein weiteres Betätigungsfeld von ermittelnden Maschinen ist der Bereich Pornografie. Auch hier müssen häufig zehntausende von Bildern ausgewertet werden, um entscheiden zu können, ob die darauf zu sehenden Inhalte strafrechtlich relevant sind.

    Die Entscheidungen von Maschinen nachvollziehen

    Trotz der vielen Vorteile von KI bei der Ermittlungsarbeit der Polizei muss doch immer der Mensch die oberste Priorität haben. Deswegen ist es wichtig, dass immer exakt nachvollzogen werden kann, auf welcher Grundlage KI eine Entscheidung trifft. Denn letztlich tun Maschinen ausschließlich das, was Menschen ihnen vorgeben. Wenn die Vorgabe bereits fehlerhaft ist oder nicht rechtsstaatlichen Grundsätzen entspricht, dann gilt das auch für die Entscheidungen der Maschinen. Und diese werden für die Polizeiarbeit immer relevanter. Schon heute trifft KI häufig automatisierte Entscheidungen, aus denen dann tatsächliche Bescheide für konkrete Menschen werden.

    Aus diesem Grund muss immer sichergestellt sein, dass die verwendeten Systeme und Maschinen korrekt arbeiten. Denn wenn ein Antrag abgelehnt wird, hat das für die betroffenen Menschen ganz konkrete Auswirkungen. Das gilt insbesondere dann, wenn der jeweilige Antrag grundrechtsrelevante Fragen aufgeworfen hat, betont Nadja Braun Binder vom Zentrum für Demokratie in Aarau in einem Beitrag von Alex Moser auf srf.ch. „Rechtsstaatliche Verfahrensgarantien“ müssten unbedingt eingehalten werden, um Diskriminierungen zu vermeiden. Alle Entscheidungen dürften ausschließlich auf Grundlage geltenden Rechts erfolgen und müssten für alle Beteiligten immer klar nachvollziehbar sein.

    Eine umfassende Kontrolle der KI tut Not

    Die verwendeten Systeme müssen bereits vor ihrer ersten Nutzung auf Herz und Nieren geprüft werden. Doch auch im täglichen Einsatz sind regelmäßige Kontrollen der KI dringend angeraten. Denn Maschinen werden immer intelligenter und ihre Aufgabenbereiche weiten sich kontinuierlich aus. So dienen sie heutzutage schon in vielen Kantonen der Schweiz dazu, Steuererklärungen automatisiert zu bearbeiten. Neben solchen reinen Verwaltungsaufgaben sind sie aber auch immer stärker in die Ermittlungsarbeit der Polizei eingebunden. Da ist es im Namen der Menschlichkeit und Gerechtigkeit zwingend erforderlich, ihre Funktionstüchtigkeit regelmäßig zu prüfen.

    Gerade bei der Polizeiarbeit ist es zudem wichtig, dass KI nicht ganz allein ermittelt. Denn im Unterschied zu Spiderman, Superman und Ironman hat KI kein natürliches Gerechtigkeitsempfinden. Sie ist ähnlich schnell und konsequent, kennt aber keine Menschlichkeit. Deswegen ist es wichtig, dass die Beamtinnen und Beamten KI als Hilfsmittel verstehen, das sie bei ihrer täglichen Verbrechensbekämpfung unterstützt. Sie müssen die gewonnen Erkenntnisse jedoch immer noch selbst durcharbeiten und als Grundlage ihrer eigenen Ermittlungsarbeit nutzen. Außerdem sind für Vernehmungen und Gegenüberstellungen immer noch Menschen erforderlich. Die Polizistinnen und Polizisten sollten ihre Rolle in der Verbrechensaufklärung weiterhin ernst nehmen. Eine ausschließlich auf KI gestützte Ermittlungsarbeit ist ebenso wenig wünschenswert, wie eine Verbrechensbekämpfung ausschließlich durch Batman.

    Patrick Tarkowski
    Patrick Tarkowski
    Patrick Tarkowski ist studierter Germanist und Anglist und arbeitet bereits seit 2008 als Autor für Onlineshops und Unternehmen. Er ist in ganz unterschiedlichen Themengebieten beheimatet, kennt sich aber speziell in den Bereichen E-Commerce, Online Marketing, Familie und Erziehung sowie SEO aus. Neben Fachtexten schreibt er eigene E-Books, Theaterstücke und Romane und entwickelt Unterrichtsmaterialien.

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