Internet der Dinge – Grundvoraussetzung bei der Digitalisierung

Internet of Things - der Versuch einer Definition

Definition Internet der Dinge
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Wenn der Kühlschrank mit dem Toaster spricht und das Smartphone die Lichtanlage zu Hause steuert, dann ist es in unserem Leben voll präsent: das Internet der Dinge (IoT = Internet of Things). Aber auch in der Geschäftswelt und vor allem im Onlinehandel spielt das IoT eine entscheidende Rolle. Unternehmen müssen die Möglichkeiten dieser neuen Technologien nutzen, um wettbewerbsfähig zu sein. Hierbei müssen die Nutzerfreundlichkeit und der Datenschutz im Vordergrund stehen. Außerdem ist nicht alles, was möglich ist, auch sinnvoll. Deswegen ist es wichtig, dem Internet of Things mit einer Digitalstrategie zu begegnen, um sein Potenzial voll ausschöpfen zu können.

Was genau ist das Internet der Dinge?

Das Internet der Dinge beschreibt die Verknüpfung von realen Dingen in der Welt mit einer virtuellen Wirklichkeit, dem Internet. Während in der analogen Welt die Dinge einen bestimmten Zustand haben, liegen in der virtuellen Welt lediglich Informationen vor. Diese lösen bei Bedarf bestimmte Aktionen oder Reaktionen aus. Ein Beispiel: Der Kühlschrank in der Küche ist voll. Er ist also mit tatsächlichen Dingen gefüllt. Diese Tatsache liegt im Internet als Information bereit. Je nachdem, welche Geräte mit dem Kühlschrank verbunden sind, verfügen diese ebenfalls über diese Information. Wird nun etwas aus dem Kühlschrank entfernt, verändert sich die Information. Das bedeutet, dass sich im Kühlschrank weniger Lebensmittel befinden. Das hat dann gegebenenfalls zur Folge, dass der Kühlschrank fehlende Lebensmittel nachbestellt.

Das ist ein sehr einfaches Beispiel, bei dem der Kühlschrank mit dem Internet verbunden ist. Ebenso ist es möglich, Dinge unabhängig vom Internet digital und selbstständig zu nutzen. Das ist zum Beispiel bei Thermostaten der Fall. Diese reagieren auf eine sinkende Raumtemperatur und schmeißen die Heizung an, wenn ein vorher definierter Wert erreicht ist. Sie arbeiten folglich miteinander, ohne eine Verbindung zum Internet haben zu müssen. Ebenso sind in Betrieben die einzelnen Maschinen miteinander vernetzbar. Sie kommunizieren und arbeiten somit vollautomatisch zusammen, ohne aber auf das Internet zugreifen zu müssen. Solche smarten Geräte sind somit Teil der Digitalisierung aber nur bedingt ein Teil des Internets der Dinge.

Hierbei ist zu beachten, dass der Begriff „Internet der Dinge“ nicht ganz trennscharf verwendet wird. Viele Menschen verwenden den Begriff synonym mit der Industrie 4.0, was aber beiden Begriffen nicht gerecht wird. Die Industrie 4.0 ist tendenziell eher ein auf die Produktion hin ausgerichteter Ansatz, der beschreibt, wie sich die wirtschaftlichen Prozesse und die Art, Dinge zu fertigen und zu vertreiben, durch die Digitalisierung verändern. Das Internet der Dinge fokussiert sich eher auf den Verbraucher und seine Vorteile durch digitale Informationen und eine Verknüpfung seiner Geräte. Da die Produktion von Gegenständen aber auch immer nutzerorientiert erfolgt und Anwender durch ihr Verhalten die Produktion von Gegenständen beeinflussen, spielen beide Begriffe in Teilen in den Geltungsbereich des jeweils anderen hinein.

Ganz allgemein bezeichnet der Begriff „Internet der Dinge“ eine gezielte Vernetzung von physischen Gegenständen der realen Welt mit dem Internet. Das Ziel hierbei ist es, den Anwendern das Leben oder die Arbeit zu erleichtern und bestimmte Aufgaben für sie zu erledigen. Die einzelnen Geräte kommunizieren mit den Nutzern oder untereinander. Wichtig ist, dass sie automatisch und selbstständig arbeiten und eine regelmäßige Kontrolle durch die Nutzer unnötig machen. Stattdessen erkennen die einzelnen Geräte und Dinge bestimmte Situationen selbst und leiten geeignete Maßnahmen ein.

Das alles gehört zum Internet of Things

Das Internet der Dinge umfasst mittlerweile nahezu alle Lebensbereiche. Im privaten Bereich gewinnen Smart Homes immer mehr an Bedeutung. Hier sind unter anderem die Heizungsanlage, das Licht und die Alarmanlage Teil des IoT. Auf diese Weise haben Anwender die volle Kontrolle über ihr Zuhause und können sich vor Dieben und Einbrechern optimal schützen. Zudem sind Smart Watches und Fitness-Tracker wichtige Komponenten im Internet der Dinge. Von der Terminplanung bis zur Gesundheitsoptimierung lassen sich mit solchen Gadgets alle erdenklichen Aufgaben meistern.

Im öffentlichen Raum spielt das autonome Fahren ebenfalls eine wichtige Rolle. Hier ist das Internet der Dinge hilfreich, um für sicheres und effizientes Fahren zu sorgen. Das Auto hat einen umfassenden Kontakt zur Umwelt und zu relevanten Daten. Beides nutzt es, um für hohe Sicherheit und Komfort beim Fahren zu sorgen. Außerdem entwickeln sich immer mehr Städte zu sogenannten Smart Cities. Sie nutzen digitale Technologien und das IoT um nachhaltig zu wirtschaften, die Mobilität der Bewohner zu verbessern und mehr Lebensqualität zu erreichen. So können zum Beispiel der öffentliche Personennahverkehr und die Gesundheitsversorgung durch Krankenhäuser mittels IoT optimiert werden.

Besonders große Bedeutung hat das Internet der Dinge allerdings für die Wirtschaft. So ist eine Vernetzung von Gegenständen mit Zugriff auf das Internet in Büros ebenso nützlich wie in Fabriken. Vor allem in der Informationsgesellschaft haben Anwender so die Möglichkeit, immer und überall alle relevanten Daten zur Verfügung zu haben. Ebenso können die einzelnen Geräte und Maschinen untereinander kommunizieren und die Unternehmensprozesse hierdurch besonders effizient machen. Die Logistik und Navigation erfolgt heutzutage fast ausschließlich über digitale Technologien und das Internet der Dinge. Ebenso profitiert der E-Commerce durch das IoT, weil der Onlinehandel seine Angebote stärker individualisieren und kundenfreundlicher gestalten kann.

Die Bedeutung des IoT im privaten Bereich

Für Privatanwender hat das Internet der Dinge vor allem Komfort zu bieten. Viele Aufgaben, die früher von Menschen erledigt werden mussten, übernehmen heute Maschinen. Das gilt zum Beispiel für Smart TVs. Früher musste ein Produkt, das man in der Werbung gesehen hat, im Geschäft persönlich gekauft werden. Mit der Entstehung des Internets entwickelte sich dann die Möglichkeit, bestimmte Produkte über den PC zu bestellen. Heute ist es nicht mehr nötig, einen Rechner hochzufahren oder zum Handy zu greifen, wenn ein Produkt bestellt werden soll. Durch seine Verbindung zum Internet ist der Smart-TV hierzu eigenständig in der Lage.

Smart Watches gehören mittlerweile zu unserer Alltagswelt dazu. In den 1980ern erschien es uns noch futuristisch, dass Michael Knight aus Knight Rider über seine Uhr mit seinem Auto sprach, das dann vorgefahren kam und ihn abholte. Heute ist das eine durchaus realistische Möglichkeit, für die Smart Watches und autonome Fahrzeuge über das Internet der Dinge miteinander verbunden werden. Ebenso dienen uns solche Uhren bei der Terminplanung und bei der Selbstoptimierung. Es ist nicht mehr nötig, Termine von Hand in einen Kalender einzutragen. Die Daten können alle online gespeichert werden und sind über die Uhr immer verfügbar. Zudem können Smart Watches Werte wie den Blutdruck und die Herzfrequenz messen und speichern. Das ist beim Sport und für die körperliche Ertüchtigung eine große Hilfe.

All diese Beispiele zeigen, dass das IoT die Nutzung und Verarbeitung von Informationen massiv erleichtert. Wir haben alle für unser Leben relevanten Daten an einem Ort und können immer und von überall aus darauf zugreifen. Zudem können die Geräte eigenständig Informationen nutzen und daraus geeignete Handlungen ableiten. So ist es zum Beispiel vorstellbar, dass ein autonomes Fahrzeug selbstständig feststellt, dass der TÜV bald abläuft und nach Rücksprache mit dem Terminkalender in der Smart Watch einen Termin mit der Werkstatt vereinbart. Im privaten Bereich mag das noch utopisch klingen. In Unternehmen ist der Kontakt zwischen den Industrieanlagen und der Servicestelle des Betriebs bereits recht rege.

Die Bedeutung des IoT für den E-Commerce

Für den E-Commerce ist das Internet der Dinge eine riesige Chance. Durch die Vernetzung ihrer Geräte können Nutzer immer und überall einkaufen und benötigte Produkte bestellen. Ein gutes Beispiel hierfür sind die „Printer as a service“, die etwa HP anbietet. Diese registrieren, wenn sich der Füllstand einer Patrone einem kritischen Punkt nähert und informiert die Anwender. Diese erhalten dann zum Beispiel eine E-Mail oder eine SMS. Sie können dann auf der Arbeit, in der Bahn, bei einem Essen im Restaurant oder überall sonst ihr Smartphone zur Hand nehmen und das benötigte Produkt bestellen. Auf diese Weise wird die gesamte Menschheit weltweit, die im Besitz eines Smartphones ist, zu potenziellen Kunden für den E-Commerce. Es ist also entscheidend, Technologien zu nutzen, die es ermöglichen, die Kunden überall anzusprechen und ihnen ein möglichst einfaches und kostengünstiges Einkaufserlebnis zu ermöglichen.

Ebenso können die Betriebe dank des Internet of things dauerhaft im Leben der Menschen präsent sein: Das zeigt sich zum Beispiel an den sogenannten Dash Buttons. Hierbei handelt es sich um Bestellknöpfe, die auf Knopfdruck eine vorher klar definierte Bestellung vornehmen. Ein solcher Button erleichtert den Anwendern ihre Bestellungen und sichert Firmen den Verkauf von Produkten, die regelmäßig gebraucht werden. Zudem können die Geräte selbst feststellen, wenn etwas fehlt oder ein Fehler vorliegt. So nehmen viele Maschinen bereits heute regelmäßige Zustandskontrollen vor und können so einschätzen, ob ein Bauteil einen Defekt hat oder von Verschleiß bedroht ist.

Vorteile des Internets der Dinge für Kunden und Betriebe

Für die Kunden bedeutet das Internet der Dinge vor allem eine Loslösung von ihrem Desktop-PC. Es ist jetzt nicht mehr nötig, den Rechner hochzufahren, um ins Internet zu kommen. Stattdessen umgeben sich die Anwender mit einer smarten Umgebung, in der alle Geräte Zugriff auf alle bereitgestellten Informationen und Daten haben. Das gilt für den Heimbereich, wo Fernseher und Toaster miteinander kommunizieren können, ebenso wie für den gesamtgesellschaftlichen Bereich, wo zum Beispiel der Verkehr komplett digital geregelt werden kann. Das Internet ist somit nicht mehr nur auf ein oder zwei Geräten verfügbar, sondern auf allen.

Für Unternehmen bietet das IoT den Vorteil, dass sie Daten in Echtzeit auswerten können. Das ist bei der Überwachung von Maschinen und Bauteilen ebenso von Relevanz wie bei der Vermarktung von Produkten und der richtigen Kundenansprache. Gerade der E-Commerce hat durch das Internet of Things die Möglichkeit, Kunden ganz individuell anzusprechen. Alle vorhandenen Daten von allen bekannten Menschen können genutzt werden, um diesen persönliche Angebote zu unterbreiten, die an ihrem jeweils ganz eigenen Verhalten im Internet sowie ihren Vorlieben und Wünschen ausgerichtet sind.

Die wirtschaftliche Bedeutung des IoT

Das Internet der Dinge ist ein relevanter Wirtschaftsfaktor, dessen Bedeutung kontinuierlich zunimmt. Damit das IoT funktioniert, müssen schließlich Geräte eingesetzt werden, die mit dem Internet verbunden sind. Sowohl Privatanwender als auch Unternehmen müssen sich diese Dinge also zulegen. Das ist mit teilweise sehr großen Investitionen verbunden. Das Beratungshaus McKinsey ging schon 2015 davon aus, dass das weltweite Umsatzpotenzial des Internet of Things bei etwa 4-11 Billionen (ja, tatsächlich Billionen) Dollar im Jahr 2025 liegen wird. Das ist sowohl für Unternehmen, die solche Dinge produzieren, betreiben und warten als auch für den Staat von großer Bedeutung.

Einen besonders großen Brocken dieses Umsatzpotenzials sieht McKinsey in der Verfahrensoptimierung und Ausstattung von Fertigungsbetrieben. Diese müssen in Maschinen und Technologien im Wert von etwa 1,2-3,7 Billionen Euro investieren, um wettbewerbsfähig zu bleiben. Ebenfalls ein großer Faktor beim IoT sind die Städte. Diese müssen etwa 930 Milliarden bis 1,7 Billionen Dollar in das Gesundheitssystem und die Mobilität investieren. Im Bereich der Logistik und Navigation sind Investitionen von 560-850 Milliarden Dollar nötig und für das Bauwesen werden 160-930 Milliarden Dollar veranschlagt. Weitere Bereiche, in denen Milliardensummen anfallen, sind das autonome Fahren, Smart Homes, Büros und der Einzelhandel.

An diesen Summen wird deutlich, dass die Hinwendung zum Internet der Dinge eine Mammutaufgabe ist, der sich die Unternehmen schnellstmöglich stellen sollten und müssen. Wer der Konkurrenz nicht hilflos unterlegen sein möchte, muss Geld in die Hand nehmen und in moderne Technologien investieren. Hierbei ist allerdings eine klare Abwägung notwendig, welche Geräte für den eigenen Betrieb sinnvoll sind und wie viel Internet der Dinge für den eigenen Erfolg benötigt wird. Denn nicht alles, was geht, ist sinnvoll, und nicht alles, was sinnvoll ist, passt zueinander. Klar ist aber: Wer dem IoT keine Aufmerksamkeit schenkt und davon ausgeht, ganz ohne moderne Technologien klarzukommen, wird auf lange Sicht keine Chance haben.

Das IoT braucht eine Digitalstrategie

Das Internet der Dinge ist ein hilfreiches Tool zur Optimierung von Unternehmensprozessen und zur Steigerung des Unternehmenserfolgs. Allerdings ist es hierbei so vielseitig und divers, dass es niemals in Gänze für einen einzelnen Betrieb genutzt werden kann. Das lässt sich im Grunde mit Fahrzeugen vergleichen. Es gibt eine Vielzahl von ihnen und ein Großteil davon ist für viele Unternehmen unverzichtbar. So braucht zum Beispiel ein Logistikunternehmen viele Transporter und Laster, um die große Zahl an Gütern von einem Ort zum anderen zu befördern. Demgegenüber brauchen Taxiunternehmen oder Nahverkehrsanbieter Taxis und Busse, um ihrer Aufgabe nachkommen zu können. Mit Lastern könnte ein solcher Betrieb wenig anfangen. Fahrschulen können mit einer Vielzahl von Fahrzeugen arbeiten, Transporter und Busse werden aber nur in einer ganz speziellen Sparte gebraucht. Ebenso gibt es nur sehr wenige Betriebe, für deren tägliche Arbeit ein Formel 1 Wagen hilfreich ist.

Die Aussage, Fahrzeuge seien für Unternehmen wichtig, ist somit völlig korrekt. Aber nicht jedes Fahrzeug ist für jeden Betrieb gleichermaßen sinnvoll. Ebenso verhält es sich mit dem Internet der Dinge. Die Nutzer haben eine schier unendliche Zahl an Möglichkeiten zur Verfügung, aber nur eine begrenzte Zahl davon ist wirklich sinnvoll für sie. Deswegen kommt es darauf an, eine Digitalstrategie zu entwerfen, die das Internet of things mit aufnimmt. Es geht darum, genau die Strategien und Technologien auszuwählen, die für den eigenen Bereich relevant sind. So brauchen Fertigungsbetriebe beispielsweise andere Tools als Onlineshops und Smart Cities müssen anders aufgebaut sein als Logistikunternehmen. Selbst Privatanwender müssen sich – zum Beispiel bei der Gestaltung ihres Smart Homes – genau überlegen, welche Sicherheitskonzepte sie verfolgen und welche Technologien ihnen tatsächlich helfen.

Eine große Aufgabe besteht deshalb darin, gezielt zu agieren und keinem blinden Aktionismus zu verfallen. So hilfreich das IoT ist, so teuer und zeitintensiv sind ungeeignete Maßnahmen. Alle, die von den Vorteilen der Digitalisierung profitieren möchten, sollten sich daher eine sinnvolle Strategie zurechtlegen, wie sie das Internet der Dinge für sich nutzen und die eigene Produktivität steigern können. Diese Strategie sollte verschiedene Stadien in den Blick nehmen. Diese sind unmittelbar, mittelbar und langfristig. Unmittelbare Maßnahmen sind beispielsweise Investitionen in benötigte Maschinen und Schulungen. Mittelbare Aktionen betreffen Ziele, die im Rahmen der Digitalisierung in ein bis drei Jahren erreicht sein sollen. Langfristige Ziele betreffen die allgemeine Unternehmensausrichtung und den Aufgabenbereich, den sich ein einzelner Betrieb setzt. Diese sind per Definition langfristig.

Das Internet der Dinge und der Datenschutz

Mit dem Internet der Dinge ergeben sich ganz neue Fragen rund um den Datenschutz und das informationelle Selbstbestimmungsrecht der Menschen. In wieweit kann ein Mensch noch selbstbestimmt über seine oder ihre Daten verfügen, wenn diese prinzipiell immer und überall zur Verfügung stehen? Wie können sich Privatpersonen aber auch Firmen davor schützen, dass ihre persönlichen Daten verkauft werden und somit in die Hände Dritter gelangen? Welche Rechte haben Geschädigte, wenn mit ihren Daten Schindluder getrieben wird oder sie auf eine Weise verwendet werden, die ihnen nicht recht ist?

Das Internet der Dinge und der Datenschutz: „Es ist schwierig“

Mit all diesen Themen müssen sich Staat und Gesellschaft angesichts des IoT auseinandersetzen. Das Problem hierbei ist, dass das Internet der Dinge bereits Realität ist, noch bevor diese und vergleichbare Fragen erschöpfend behandelt und Lösungen erarbeitet wurden. Es ist quasi so, als hätte man nach Erfindung des Autos erst einmal alle Menschen irgendwie fahren lassen, bevor eine Art von Straßenverkehrsordnung entwickelt wurde. Solange nur wenige Menschen unterwegs sind, mag das funktionieren. Im Internet sind aber so viele Menschen, Firmen, Konzerne und leider auch Verbrecher unterwegs, dass dieses Konzept nicht funktioniert. Das Internet der Dinge kann nur dann sinnvoll sein und den Menschen Vorteile bringen, wenn es mit einem sorgfältigen Datenschutz einhergeht und klaren Regeln unterworfen ist.

Das gilt vor allem deshalb, weil Daten heutzutage ein kostbares Gut sind. Beispielsweise haben Versicherungen ein großes Interesse daran, über die Lebensweise ihrer Versicherten informiert zu sein. So können sie Risikofaktoren besser einschätzen und somit bewerten, wie wahrscheinlich Schadensfälle sind, die zu Kosten führen. Aber auch Werbetreibende aller Art sind an Informationen über ihre Zielgruppe interessiert. Durch diese haben sie die Möglichkeit, Werbung gezielt zu schalten und potenzielle Käuferinnen und Käufer auf eine für sie interessante Weise anzusprechen. Deswegen sollte jeder mit den eigenen Daten sehr vorsichtig umgehen und diese vor unerwünschtem Zugriff schützen. Hierbei spielt ein klar geregelter Datenschutz eine wichtige Rolle.

Aktuell wird mit verschiedenen Mitteln wie der DSGVO versucht, Ordnung und Übersicht in das Thema Datenschutz in Deutschland und in der EU zu bringen. Allerdings ist das IoT kein statisches Gebilde, das fortwährenden Bestand hat. Es entwickelt sich, verändert sich und wird durch immer neue Technologien und Möglichkeiten angereichert. Entsprechend ist ein flexibler, anpassungsfähiger Datenschutz gefragt. Die Regelungen und Bestimmungen müssen auch auf neue Gegebenheiten angewendet werden können, ohne dass hierfür Monate und Jahre der Planung notwendig sind. Ansonsten läuft die Gesetzgebung den aktuellen Entwicklungen bei der Digitalisierung immer hinterher.

Kritik am Internet der Dinge

Viele Stimmen erheben teils heftige Kritik am Internet der Dinge. Denn es gibt viele Chancen, aber auch Risiken. So gibt es Kritiker, die meinen, dass sich der Mensch durch das Internet der Dinge immer mehr in eine Maschine verwandelt. Andere befürchten, dass durch das IoT Hackern Tür und Tor geöffnet wird. Nicht zuletzt werden Stimmen laut, die warnen, durch das Internet of Things sei die Funktionalität des Internets selbst bedroht. Häufig werden hierfür Beispiele herangezogen, in denen Privatpersonen oder Nutzer aufgrund von Fehlern an den Geräten oder eine falsche Anwendung unter Problemen zu leiden haben. Diese sind teilweise nur unangenehm, gelegentlich aber auch drastisch.

Solche berechtigte Kritik ist selten von Zukunftsangst und Technikparanoia geprägt, sondern fußt auf nachvollziehbaren Sorgen. So ist es tatsächlich so, dass viele Hersteller bei der Produktion ihrer Geräte teils sehr nachlässig sind und nicht alle notwendigen Schutzmaßnahmen ergreifen. Hier ist es dann den Anwenderinnen und Anwendern überlassen, durch individuelle Einstellungen für Sicherheit zu sorgen. Angesichts der Tatsache, dass viele Menschen immer noch das Passwort „123456“ nutzen, dürften das aber nur die Wenigsten machen. Gerade deswegen ist es so wichtig, durch ein klares Datenschutzkonzept seitens des Staates und geeignete Schulungsmaßnahmen für mehr Sicherheit zu sorgen.

Häufig geht die Kritik aber auch in Richtung der Unternehmen. Immer wieder wird diesen vorgeworfen, aus reinem wirtschaftlichen Kalkül heraus den Datenschutz nicht so genau zu nehmen. Um ihre Umsätze zu steigern seien solche Unternehmen bereit, alle Maßnahmen zu ergreifen, die ihnen zur Verfügung stünden. Dieses Vorgehen werde wiederum durch fehlende Spielregeln beim Thema Datenschutz erleichtert. Aus diesem Grund ist es wichtig, dass nicht nur der Staat Maßnahmen zum Datenschutz ergreift. Vielmehr muss sich auch die Wirtschaft ethischen Grundegeln unterwerfen, an die sie sich bei all ihren Aktivitäten hält. Am besten geschieht dies auf Grundlage gemeinsam erarbeiteter ethischer Bestimmungen. Falls nicht, muss auch hier der Staat eingreifen und solche ethischen Regeln festlegen.

Die Zukunft von Digitalisierung und Internet of Things

Es ist nicht zu bestreiten: Dem Internet der Dinge gehört die Zukunft. Wie diese Zukunft aber aussieht und welche Rolle das IoT in unserem Alltagsleben spielen wird, ist noch längst nicht ausgemacht. Wir befinden uns in einer sehr aufregenden Phase des Ausprobierens und des Entdeckens. Viele Unternehmen fühlen sich zurecht wie Christoph Kolumbus, der eine ganze neue Welt entdeckt hat. Diese Welt heißt heute aber nicht mehr Amerika, sondern trägt Namen wie „Internet der Dinge“, „Industrie 4.0“ oder andere. Es liegt in unserer Hand, die Funktionsweise des IoT mitzugestalten und es den eigenen Wünschen gemäß zu formen. Das gilt sowohl für die Nutzerinnen und Nutzer als auch für die Unternehmen. Es ist nicht ratsam, allein den großen GAFA-Playern das Feld zu überlassen. Alle sollten das Internet der Dinge formen, daran mitarbeiten und davon profitieren.

Hierfür sind verschiedene Schritte erforderlich. So müssen zum Beispiel die notwendigen Investitionen getätigt werden, um am Internet der Dinge überhaupt teilhaben zu können. Außerdem muss der Datenschutz insoweit vorangetrieben werden, dass sowohl Firmen als auch Privatnutzer den neuen Technologien und Geräten überhaupt vertrauen können. Die einzelnen Maschinen sollen smart und eigenständig sein, gleichzeitig darf das Menschliche am Internet der Dinge nicht verlorengehen. Es muss alles unternommen werden, damit die vorhandenen Daten sicher sind und dass Hacker keinen Zugriff darauf bekommen. Zudem muss der Breitbandausbau so voranschreiten, dass alle Regionen gleichermaßen das Internet der Dinge nutzen können und etwas davon haben.

Wenn diese Voraussetzungen geschaffen wurden, sind den Möglichkeiten, die das Internet of Things bietet, keine Grenzen gesetzt. Unternehmen können höchst effizient arbeiten und die Anwenderinnen und Anwender profitieren von höchstem Komfort und leichten Einsatzmöglichkeiten. Die verschiedenen Technologien lassen sich individuell anpassen und können kontinuierlich erweitert und verbessert werden. Richtig eingesetzt, wird aus dem Internet der Dinge mittels Smart Phone über das Smart Home und die Smart City eine Smart World, die allen Menschen etwas bringt.

Internet der Dinge – Grundvoraussetzung bei der Digitalisierung
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