Zweischneidiges Schwert – Industrie ist Chance und Gefahr in Zeiten von Corona

In Zeiten von Corona ist soziale Distanzierung das Gebot der Stunde. Das öffentliche Leben muss weitestgehend heruntergefahren werden, um eine zu rasche Ausbreitung des Virus und eine damit einhergehende Überforderung des Gesundheitssystems zu verhindern. Das gilt selbstverständlich auch für die Wirtschaft. Allerdings werden immer mehr warnende Stimmen laut, dass ein komplettes Herunterfahren der Industrie für Deutschland mehr Schaden als Nutzen bringen würde. Gerade jetzt müsste viel von dem produziert werden, was im Kampf gegen die Krankheit dringend gebraucht würde. Natürlich müsse der Schutz der Belegschaft immer oberste Priorität haben, die Sicherstellung von Lieferketten und Logistik in allen Bereichen sei aber ebenfalls ein unverzichtbares Anliegen.

Stimmen nach einem Herunterfahren der Industrie werden laut

China hat vorgemacht wie es geht: Nach dem Herunterfahren der Industrie wurde die Ausbreitung des Coronavirus verlangsamt, das Gesundheitssystem entlastet und sogar die Umwelt erholte sich. Immer mehr Stimmen fordern deswegen, dass auch in Europa eine Reduzierung von Industriearbeiten endlich umgesetzt werden müsse. Denn im Unterschied zu China gehen die Fallzahlen hier nicht zurück, sondern steigen drastisch an. Um also auf die Pandemie bestmöglich zu reagieren und langfristige Schäden und sogar Tote zu verhindern, sei es unverzichtbar, jetzt auf drastische Maßnahmen zu setzen.

Die Industrie sei aktuell eine echte Gefahr für die Gesellschaft. Immerhin kämen sich die Menschen hier sehr nahe und eine regelmäßige Kontrolle aller Mitarbeiter sei nur schwer zu gewährleisten. Das Virus hätte angesichts der vielen Beschäftigten in Industriebetrieben daher leichtes Spiel. Aus diesem Grund sei es zwingend erforderlich, dass auch für die Industrie dieselben Spielregeln wie für andere Unternehmen gelten, und das bedeutet im Zweifelsfall eben eine umfassende Quarantäne und eine Einstellung aller Arbeitsprozesse. Ansonsten könnte die Industrie zu einem Corona-Motor werden, der viele Leben gefährden würde.

Gerade jetzt muss viel produziert werden

Es gibt viele Stimmen, die einer solchen Sicht der Dinge heftig widersprechen. Besonders hörbar ist diejenige des Zentralverbands Elektrotechnik- und Elektroindustrie (ZVEI). Der Verband ist überzeugt, dass eine Reduktion der Industrie auf ein Minimum das Gegenteil von dem sei, was Deutschland jetzt brauche, berichtet digital-manufacturing-magazin.de. Die Bundesregierung habe konkrete Pandemie-Notfallpläne entwickelt, die es jetzt umzusetzen gelte. Dies sei jedoch nur mit der passenden Medizintechnik und einer umfassenden Ausstattung der Krankenhäuser zu erreichen.

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Gerade jetzt sei es deshalb geboten, die Produktion wichtiger Materialien und Hilfsmittel voranzutreiben. Der ZVEI zählt beispielsweise Beatmungsgeräte und Computertomographen als zentrale Geräte auf, die in der aktuellen Situation dringend gebraucht würden. Es sei daher angeraten, die Produktion solcher Hilfsmittel anzukurbeln und sie nicht zurückzufahren. Ebenso sei es wichtig, die Produktion der Pharmazieunternehmen am Laufen zu halten. Es müsse unbedingt verhindert werden, dass es zu einem Engpass bei Medikamenten käme. Das gelte sowohl für Medizin, die in Krankenhäusern für die Corona-Bekämpfung wichtig sei, als auch für alle anderen Medikamente. All dies sei aber nur zu gewährleisten, wenn die entsprechenden Industrieunternehmen weiterarbeiten und die benötigten Güter anfertigen dürften.

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Der Schutz der Belegschaft muss für Unternehmen oberste Priorität haben

Ein Weiterführen der Industrie wäre aber ausschließlich dann zu rechtfertigen, wenn bestmögliche Sicherheitsvorkehrungen für die Belegschaft der jeweiligen Unternehmen getroffen werden. Hierzu gehört unter anderem, sicherzustellen, dass der Mindestabstand zwischen zwei Personen zwingend eingehalten wird. Ebenso müssen technische Hilfsmittel genutzt werden, um eine Ausbreitung des Virus zu verhindern. Eine weitere Maßnahme könnte in regelmäßigen Untersuchungen bestehen, um Corona-Fälle frühzeitig zu erkennen und geeignete Maßnahmen ergreifen zu können.

Es dürfe nicht sein, dass die Aufrechterhaltung des gesellschaftlichen Lebens auf Kosten der Gesundheit einzelner ginge. Deswegen ist es jetzt an den Betrieben, entsprechende Schutzmaßnahmen zu ergreifen und umzusetzen, die für einen optimalen Schutz der Belegschaft sorgen. Hierbei dürfe nicht Wirtschaftlichkeit im Fokus stehen, sondern ausschließlich das Ziel, eine Ausbreitung der Pandemie zu verhindern. Nur bei verlässlich arbeitenden Industriebetrieben, denen der Schutz ihrer Belegschaft heilig ist, wäre es daher denkbar, die Industrieproduktion weiter am Laufen zu halten und eventuelle Sonderregelungen zu treffen.

Lieferketten und Logistik in allen Bereichen sicherstellen

In einer Marktwirtschaft ist kein Unternehmen eine Insel. Jeder Betrieb ist von anderen Firmen und Zulieferern abhängig. Das gilt insbesondere in einer globalisierten Welt, wo die Produktionsgüter aus allen vier Himmelsrichtungen stammen. Es ist nun einmal niemandem möglich, weiter zu arbeiten, wenn kooperierende Firmen und Partner wegbrechen. Deswegen ist es gerade für Industriebetriebe, die lebensnotwendige Technologien und Hilfsmittel herstellen, unverzichtbar, dass die Lieferketten und die Logistik so gut es geht aufrechterhalten bleiben.

Sowohl die für die Produktion benötigten Ressourcen als auch die Mitarbeiter müssen vor Ort zur Verfügung stehen, damit ein Produktionsprozess überhaupt ablaufen kann. Noch ist die Digitalisierung nämlich nicht so weit vorangeschritten, dass Maschinen auch unabhängig von Menschen weiter produzieren könnten. Ebenso sei es essentiell, dass die Logistik weiter bestünde und produzierte Hilfsmittel dorthin geliefert werden könnten, wo sie gebraucht werden. Deswegen müsse in einen Corona-Notfallplan unbedingt auch eine Aufrechterhaltung von Lieferketten und Logistik integriert werden.

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Patrick Tarkowski
Patrick Tarkowski
Patrick Tarkowski ist studierter Germanist und Anglist und arbeitet bereits seit 2008 als Autor für Onlineshops und Unternehmen. Er ist in ganz unterschiedlichen Themengebieten beheimatet, kennt sich aber speziell in den Bereichen E-Commerce, Online Marketing, Familie und Erziehung sowie SEO aus. Neben Fachtexten schreibt er eigene E-Books, Theaterstücke und Romane und entwickelt Unterrichtsmaterialien.
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