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    Frankfurter Flughafen profitiert zu wenig vom E-Commerce

    Der E-Commerce wird immer populärer und verspricht häufig sogar Lieferungen über Ländergrenzen hinweg. Das ist nur durch einen intensiven Ausbau der Luftfracht möglich. Dennoch kann der Frankfurter Flughafen von dieser Entwicklung nicht profitieren. Seit Jahren stagnieren die Zahlen der umgeschlagenen Waren. Das liegt nicht zuletzt daran, dass die Flughafenbetreiberfirma Fraport viele Chancen ungenutzt gelassen hat. So wäre es zum Beispiel wichtig, E-Commerce-Unternehmen aktiv nach Frankfurt zu holen.

    Fehlendes Wachstum am Frankfurter Flughafen

    Wachstum ist am Frankfurter Flughafen quasi nicht zu erkennen, berichtet dvz.de. So wurden im Jahr 2018 2,21 Millionen Tonnen Luftfracht umgeschlagen. Das galt als Rekordjahr. Im Jahr 2014 waren es noch 2,16 Millionen Tonnen und im Jahr 2007 2,1 Millionen Tonnen. Somit stagnieren die Zahlen bei der Luftfracht schon seit über einem Jahrzehnt.

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    Ganz anders sehen die Zahlen im E-Commerce aus. Der Onlinehandel ist eine einzige riesige Wachstumsbranche. So werden 2019 620 Milliarden Euro Umsatz über den Onlinehandel erwirtschaftet. Im Jahr 2014 waren es noch 329 Milliarden Euro. Innerhalb von fünf Jahren hat also quasi eine Verdopplung stattgefunden. Diese Wachstumswerte sind nicht auf den deutschen Raum allein begrenzt. 20% der verschickten Pakete haben ein Ziel im Ausland. Dennoch profitiert der Frankfurter Flughafen nicht von dieser Entwicklung, sondern stagniert auf denselben Werten wie seit vielen Jahren.

    Chancen des E-Commerce werden zu wenig genutzt

    Ein Grund für diese Fehlentwicklung ist, dass die Flughafenbetreiberin Fraport in den vergangenen Jahren viele Chancen hat liegen lassen. Denn es war abzusehen, dass die Wachstumserfolge des E-Commerce nur durch eine verstärkte Fokussierung auf die Luftfracht zu erreichen sein würden. Der Boom der Branche hat sich jedoch in andere Regionen verteilt. Frankfurt profitiert aktuell nicht davon.

    Es wäre wichtig gewesen, möglichst frühzeitig Flächen bereitzustellen, die E-Commerce Unternehmen am Frankfurter Flughafen hätten nutzen können. Durch eine Spezialisierung bestimmter Bereiche des Flughafens auf den Umschlag von Onlinesendungen wäre es möglich gewesen, ein Stück vom Kuchen nach Frankfurt zu holen. Der Platz hierfür wäre mit dem Bereich in der Cargocity Süd vorhanden gewesen. Dieses Gebiet wird nun stattdessen als Parkplatz verwendet. Solche Entscheidungen haben dazu geführt, dass der E-Commerce Boom einen Bogen um Frankfurt gemacht hat.

    Den E-Commerce aktiv nach Frankfurt holen

    Noch besteht die Möglichkeit, etwas vom E-Commerce-Boom zu haben, die Zeit wird aber knapp. Die anstehenden Aufgaben bestehen nun darin, möglichst viele Unternehmen für den Frankfurter Flughafen zu begeistern und für diesen zu gewinnen. Einen ersten Schritt hierzu macht ein E-Commerce Hub. Dieser siedelt sich am Frankfurter Flughafen an. Hieran zeigt sich, dass die Region für den Onlinehandel durchaus interessant ist. Es wäre jedoch wichtig, bessere Voraussetzungen zu schaffen, um den Onlinehandel am Flughafen anzusiedeln.

    Es ist bezeichnend, dass dieses erste Pilotprojekt von einer Lufthansa-Cargo-Tochter ins Leben gerufen wurde. Die Fraport hat damit nichts zu tun. Es sind somit andere Player, die versuchen, den Frankfurter Flughafen in die Entwicklung im Onlinehandel mit einzubeziehen. Das können jedoch nur erste Schritte sein. Wenn die Fraport nicht mit einsteigt und sich ebenfalls für einen Ausbau des E-Commerce vor Ort einsetzt, werden diese Maßnahmen ein Tropfen auf dem heißen Stein bleiben.

    Patrick Tarkowski
    Patrick Tarkowski
    Patrick Tarkowski ist studierter Germanist und Anglist und arbeitet bereits seit 2008 als Autor für Onlineshops und Unternehmen. Er ist in ganz unterschiedlichen Themengebieten beheimatet, kennt sich aber speziell in den Bereichen E-Commerce, Online Marketing, Familie und Erziehung sowie SEO aus. Neben Fachtexten schreibt er eigene E-Books, Theaterstücke und Romane und entwickelt Unterrichtsmaterialien.
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