E-Bay wird 25 – Zurück zu den Wurzeln, statt auf zu neuen Ufern

Dass ein Internetkonzern 25 Jahre alt wird, ist schon etwas Außergewöhnliches. Dass dieser Konzern nach dieser langen Zeit noch erfolgreich und bekannt ist, ist noch seltener. E-Bay hat dieses Jubiläum nun erreicht. Und auch wenn der Konzern mittlerweile im Schatten von Amazon und Alibaba ein Nischendasein fristet, so ist er bei Händlern doch noch immer äußerst beliebt. Allerdings fehlt es an mutigen und kreativen Innovationen, um E-Bay auch für die nächsten 25 Jahre vorzubereiten. Stattdessen verschlankt sich der Konzern und besinnt sich auf seine Wurzeln.

Eine bewegte Geschichte

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Alles begann mit einem kaputten Laserpointer, der am 3. September 1995 vom E-Bay-Gründer, Pierre Omidyar, online gestellt wurde. Dieser wurde von einem Sammler kaputter Laserpointer für 14,83 $ gekauft. In den folgenden Jahren organisierte Omidya den Konzern quasi alleine, bevor in den beiden darauffolgenden Jahren Chris Agarpao und Meg Whitman zu dem Unternehmen dazustießen. Sie brachten die E-Bay-Idee weit nach vorne und sorgten dafür, dass der Konzern bei 14,9 Millionen Dollar Umsatz 348.000 $ Gewinn erwirtschaftete, berichtet it-zoom.de. Eine gigantische Summe in der damaligen Zeit.

Über die Jahre hinweg hat sich E-Bay von einer Plattform für gebrauchte Artikel zu einem richtigen Marktplatz entwickelt. Hier werden alle fündig, die auf der Suche nach weltweiten Artikeln sind. Aktuell gibt es 182 Millionen aktive Käufer und 1,5 Milliarden Angebote auf der Plattform. Insbesondere mit Medien wie Musik und Büchern ist E-Bay groß geworden. Das ist nicht zuletzt auf die Bereitschaft des Konzerns zurückzuführen, Innovationen zu kreieren und sich immer selbst weiterhin zu entwickeln. Eine Haltung, die in den letzten Jahren immer stärker nachzulassen scheint.

Im Schatten von Amazon und Alibaba

Die Zeiten, in denen E-Bay an der Börse besser bewertet wurde als der Konkurrent Amazon, sind lange vorbei. Heute wirkt der Konzern mit einem Börsenwert von 40 Milliarden Dollar wie ein Leichtgewicht gegenüber dem Amazon-Wert von 1,6 Billionen Dollar. Und auch der asiatische Konkurrent Alibaba hat zahlreiche Marktsegmente erobert, die früher E-Bay zugeschrieben werden konnten.

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E-Bay reagiert auf diese Entwicklung nicht mit einem Feuerwerk an Innovationen, sondern zieht sich in seinen Kernbereich zurück. Das zeigt sich beispielsweise daran, dass vor fünf Jahren Paypal verkauft wurde und vor kurzem die Kleinanzeigensparte für 9,2 Milliarden Dollar den Besitzer wechselte. E-Bay scheint nicht mehr expandieren und neue Wege beschreiten, sondern sich auf die alten Werte besinnen zu wollen.

Für Händler immer noch eine beliebte Anlaufstelle

Noch geht diese Strategie durchaus auf. E-Bay ist nach wie vor eine beliebte Plattform für Händler. Diese bieten ihre Waren und Dienstleistungen dort an und finden leicht Kontakt zu ihrer Zielgruppe. Allerdings orientieren sich viele von ihnen stärker in Richtung Amazon. Der Konzern hat eine Marktmacht, von der E-Bay nur träumen kann. Die Händler erhoffen sich nicht zu Unrecht eine besonders große Reichweite von der Plattform und engagieren sich hier besonders stark.

E-Bay muss aufpassen, dass sich aus dem Jubiläum keine Abschiedsfeier entwickelt. Denn nur mit dem Status Quo werden sich die Händler nicht langfristig auf dem Marktplatz halten lassen. Zu wandelbar ist der Onlinehandel und du stark engagiert sich die Konkurrenz im E-Commerce. Ebay wird die Händler durch neue Möglichkeiten und Angebote begeistern müssen, wenn es auch in 25 Jahren noch einen Grund zu feiern geben soll.

Wo bleiben die Innovationen?

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Aktuell ist von Innovationen bei E-Bay jedoch wenig zu merken. Der Konzern macht eher Schlagzeilen durch Skandale, bei denen die Konkurrenz auf unangemessene Weise eingeschüchtert werden soll. Die hierfür verantwortlichen sind bereits aus dem Konzern entfernt worden und müssen mit beachtlichen Haftstrafen oder Geldstrafen rechnen. Dennoch werfen solche Entwicklungen ein schlechtes Licht auf E-Bay und lenken den Blick von den eigentlichen Stärken des Konzerns ab.

Es ist an der Zeit, dass E-Bay sich auf einen alten Wert besinnt, der in den letzten Jahren etwas zu kurz gekommen ist: die Innovationsfreude. Einst war der Konzern ein Vorreiter im Onlinehandel und hat die Internetwelt maßgeblich mitgeprägt. Das sollte auch heute der Anspruch sein. Nur wenn der Konzern aktiv wird und den Onlinehandel noch einmal revolutioniert, hat er langfristig eine Daseinsberechtigung. Sich auf den Lorbeeren auszuruhen und auf die Händler zu vertrauen, die heute noch auf der Plattform aktiv sind, dürfte hingegen in eine Sackgasse führen.

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