Die Digitalisierung vernichtet und schafft Arbeitsplätze bei VW

VW plant 4.000 Stellen in der Verwaltung nach dem Ausscheiden von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern nicht wieder neu zu besetzen. Die entsprechenden Tätigkeiten werden entweder nicht mehr benötigt oder können von Maschinen automatisch erledigt werden. Gleichzeitig will der Konzern durch digitale Strategien 2.000 neue Stellen schaffen. Der Betriebsrat ist in Alarmbereitschaft und steht in direkten Verhandlungen mit dem Konzern.

Die Digitalisierung als zweischneidiges Schwert

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Für Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer ist die Digitalisierung bedrohlich und vielversprechend zugleich. Das zeigt sich aktuell deutlich am Beispiel VW. Der Konzern hat angekündigt, in den kommenden vier Jahren 4.000 Stellen in der Verwaltung zu streichen. Durch digitale Technologien sei es möglich, Arbeitsprozesse zu automatisieren und ganz in die mechanischen Hände einer Maschine zu geben. Entsprechend sollen Stellen in der Verwaltung nicht neu besetzt werden, wenn jemand aus dem Betrieb ausscheidet. Es kommt also nicht direkt zu Kündigungen, sondern Neueinstellungen bleiben in diesem Bereich aus.

Auf der anderen Seite verfolgt VW den ehrgeizigen Plan, durch die Digitalisierung 2.000 neue Stellen zu schaffen. Diese sind dann zwar nicht in der Verwaltung angesiedelt, unterstützen aber die digitale Transformation des Konzerns aktiv. Zu diesem Zweck investiert VW bis 2023 vier Milliarden Euro in die Digitalisierung und in Zukunftstechnologien, berichtet diepresse.com. Diese sind sowohl in der Verwaltung als auch in der Produktion angesiedelt und betreffen somit das Unternehmen als Ganzes.

Der Betriebsrat verhandelt hart mit VW

Bernd Osterloh ist Betriebsratschef bei VW und steht in engem Kontakt mit VW-Chef Herbert Diess. Die beiden verhandeln hart miteinander, kommen aber auch zu konkreten Ergebnissen. So wollte Diess beispielsweise ursprünglich 7.000 Stellen abbauen, was Osterloh gar nicht gefallen hat. Dieser setzte sich demgegenüber für Beschäftigungssicherung und Altersteilzeit ein, was für VW enorme Verpflichtungen bedeutet. Der Kompromiss sieht so aus, dass der Betriebsrat dem Stellenabbau der 4.000 Arbeitsplätze zustimmt und VW dafür die Beschäftigungssicherung bis 2029 verlängert. Zudem wird die Altersteilzeit ausgedehnt und steht nun Menschen bis zum Jahrgang 1964 zur Verfügung.

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Osterloh betont aber, dass diese Einigung nur unter bestimmten Voraussetzungen gilt. So darf eine Stelle in der Verwaltung nur dann wegfallen, wenn die jeweiligen Tätigkeiten tatsächlich nicht mehr benötigt würden oder von einer Maschine erledigt werden könnten. Eine Arbeitsverdichtung, bei der weniger Angestellte dieselbe Arbeit erledigen müssten, lehnt der Betriebsratschef ab. Weitere Vereinbarungen sehen vor, dass die Produktivität im Fahrzeugbau bis 2023 um 5% zulegen muss und dass VW seine Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter gezielt und professionell weiterbildet.

Der Konzern baut sich um

VW befindet sich aktuell in einer Umbruchsphase. Der Konzern verabschiedetet sich immer mehr von traditionellen Technologien und investiert stark in autonomes Fahren und E-Mobilität. Hierfür ist es notwendig, die Unternehmensprozesse anzupassen und die Art des Arbeitens zu modernisieren. Durch die geplanten Maßnahmen will der Konzern in den kommenden vier Jahren insgesamt sechs Milliarden Euro einsparen und eine Gewinnmarge von 6% erzielen. Hier ist die Gewerkschaft hellhörig und will alles vermeiden, was die Belegschaft belasten oder gefährden könnte. Fest steht aber, dass VW die digitale Transformation mit Nachdruck vorantreibt und dass der Konzern danach ein ganz anderer sein wird als noch heute.

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