10 Jahre Kickstarter: diese Crowdfunding-Kampagnen waren besonders erfolgreich

Crowdfunding-Kampagnen sind eine gute Möglichkeit, um Geld für Projekte zu akquirieren. Kreative aus der Kunst- und Kulturszene, aber auch aufstrebende Unternehmerinnen und Unternehmer nutzen dieses Verfahren regelmäßig. Allerdings schafft es nur gut ein Drittel aller Projekte auf Plattformen wie Kickstarter, die anvisierte Finanzierungssumme zu erreichen. Einige von diesen Projekten sind allerdings sehr erfolgreich. In diesem Ratgeber stellen wir vier solcher Erfolgsprojekte vor.

Der Erfolg von Kickstarter

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Dass die Crowdfunding-Plattform Kickstarter im Jahr 2009 gegründet wurde, ist kein Zufall. Im Zuge der Finanzkrise von 2008 war es für junge, aufstrebende Unternehmen schwierig geworden, sich eine Finanzierung bei einer Bank oder einem anderen Kreditinstitut zu besorgen. Die Banken hatten zu große Sorge, Fehlinvestitionen zu tätigen und bankrott zu gehen. Da kam die Idee auf, die Financiers komplett außen vorzulassen und sich direkt an die Zielgruppe zu wenden. Somit war Kickstarter geboren.

Allerdings hat Kickstarter weder das Crowdfunding selbst noch diesen Begriff erfunden. Die Plattform hat es allerdings geschafft, das Konzept einem weltweiten Publikum bekannt zu machen. Durch die Plattform haben Kreative eine einfache und verlässliche Art der Finanzierung für ihre Projekte zur Verfügung. Diese nutzen sie reichlich, auch wenn sie 5% der Finanzierungssumme an Kickstarter abtreten müssen. Bereits im Jahr 2015 hatten 5,7 Millionen Menschen rund eine Milliarde US-Dollar in Projekte investiert.

Vier besonders erfolgreiche Kickstarter-Kampagnen

Crowdfunding-Kampagnen sind für alle Beteiligten mit gewissen Risiken verbunden. Kreative müssen mit der harten Realität leben, dass gerade einmal 36% aller Projekte auf Kickstarter ihre Finanzierungsziele erreichen. Das bedeutet im Umkehrschluss für die Geldgeber, dass sie auf eine Gleichung mit vielen Unbekannten setzen. Denn es lässt sich nicht definitiv feststellen, ob ein Projekt überhaupt realisiert wird und die zugesagten Leistungen an die Geldgeber ausgegeben werden können.

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Dennoch bemühen sich immer mehr Menschen um eine Projektfinanzierung mittels Kickstarter. Sie sehen die vielen Vorteile, die es mit sich bringt, auf Financiers zu verzichten und direkt mit den potenziellen Kundinnen und Kunden in Kontakt zu treten. Vor allem vier Unternehmen sind mit dieser Strategie gut gefahren und erfolgreich geworden. Im Folgenden werden die Idee, das Finanzierungskonzept und das Einzigartige an den einzelnen Kampagnen vorgestellt:

Oculus Rift

Oculus Rift Kickstarter Kampagne
Die größte Erfolgsstory auf Kickstarter ist das Virtual-Reality-Heaset von Oculus Rift. Bild: Betway

Ocolus Rift hat zwar nicht das meiste Geld bei Kickstarter eingesammelt, langfristig war die Crowdfunding-Kampagne des VR-Unternehmens aber wohl die Lukrativste, die je auf diese Weise finanziert wurde. Bei dem Projekt sollte Geld für die Entwicklung eines hochmodernen Headsets gesammelt werden. Mit diesem sollten Nutzerinnen und Nutzer in der Lage sein, eine realistische virtuelle Realität zu betreten. Als Finanzierungsziel der einmonatigen Kampagne wurden 250.000 US-Dollar anvisiert. Dieses Ziel wurde bereits eine Stunde nach Start der Kampagne erreicht.

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Nach Ende der gesamten Kampagne hatte Oculus Rift 2,4 Millionen US-Dollar eingesammelt. Das entspricht knapp 1.000% des anvisierten Betrags. Dieses Geld wurde für die Entwicklung der Headsets verwendet, die ein riesiger Erfolg wurden. Gerade einmal zwei Jahre nach der Kickstarter-Kampagne investierte Facebook 2 Milliarden US-Dollar in das Unternehmen. Somit hat langfristig kein Unternehmen von einer Kickstarter-Kampagne so sehr profitiert wie Ocolus Rift.

Pebble Time

Pebble Kickstarter Kampagne
Die am meisten finanzierte Kampagne auf Kickstarter war die Smartwatch von Pebble. Bild: Betway

Pebble Time ist das Kickstarter-Projekt mit der höchsten Finanzierung. Das Unternehmen wollte Smartwatches herstellen und brauchte hierfür Finanzmittel. Das Finanzierungsziel wurde auf 100.000 US-Dollar gesetzt und um mehr als 10.000% übertroffen. Insgesamt stellten die Unterstützer rund 10,2 Millionen US-Dollar für das Projekt zur Verfügung. Das war im Jahr 2012. Drei Jahre später wurde eine weitere Finanzierung für die nächste Generation von Pebble Time Uhren angestrebt. Auch hier waren die Erfolge beachtlich.

Ursprünglich wurde das Finanzierungsziel auf 500.000 US-Dollar gesetzt. Dieses Ziel wurde in gerade einmal 17 Minuten erreicht. Nach 49 Minuten hatte das Unternehmen bereits über eine Million US-Dollar akquiriert. Insgesamt hat die Kampagne mit Unterstützung von 78.471 Geldgebern 20.338.986 US-Dollar eingenommen. Das hat zunächst zu wirtschaftlichem Erfolg geführt, der allerdings nicht lange anhielt. Bereits im Dezember 2016 wurde das Unternehmen verkauft und seit 2018 gibt es keine Pebble Time Uhren mehr.

Star Citizen

Star Citizen Kickstarter Kampagne
Die bislang meist finanzierte Kampagne, die noch offen ist: Star Citizen. Bild: Betway

Star Citizen hat eine Geschichte aufzuweisen, die Erfolg und Misserfolg zugleich ist. Das Unternehmen hat es geschafft, mit einem Kickstarter-Projekt 2,1 Millionen US-Dollar von 34.000 Menschen zu akquirieren. Das entspricht ungefähr dem fünffachen der ursprünglich anvisierten Summe. Weitere 46 Millionen US-Dollar wurden privat finanziert und von einer weiteren Crowdfunding-Kampagne kamen noch einmal 180 Millionen US-Dollar zusammen. Mit dem Geld wurde ein hochmodernes Spiel finanziert, das eigentlich 2014 veröffentlicht werden sollte.

Allerdings hat Star Citizen die Veröffentlichung bereits mehrfach verschieben müssen. Kleine Teile und erste Teaser des Spiels wurden bereits veröffentlicht, mehr aber noch nicht. Entsprechend ungeduldig sind die Menschen, die das Projekt finanziert und dem Unternehmen teils sehr viel Geld zur Verfügung gestellt haben. Bis heute ist diese Kickstarter-Kampagne das wohl erfolgreichste Projekt, das noch nicht fertiggestellt wurde.

Exploding Kittens

Exploding Kittens Kickstarter Kampagne
Die meisten Unterstützer einer Kickstarter Kampagne erhielt das Kartenspiel „Exploding Kittens“. Bild: Betway

Exploding Kittens hat es geschafft, mehr Unterstützung für sich zu gewinnen, als jede andere Kickstarter-Kampagne. Hierbei handelt es sich um ein Kartenspiel, das von seiner Grundidee her ein wenig an Russisch-Roulette erinnert. Insgesamt haben rund 219.000 Menschen das Projekt unterstützt, wodurch insgesamt etwa 8,8 Millionen US-Dollar zusammenkamen. Damit wurde das ursprüngliche Finanzierungsziel von 10.000 US-Dollar weit übertroffen. Um dieses Ziel zu erreichen, brauchte das Unternehmen gerade einmal einen Tag.

Die große Beliebtheit der Kampagne ist unter anderem auf deren Umsetzung zurückzuführen. Denn die Entwickler haben aus der Crowdfunding-Aktion selbst ein Spiel gemacht und hierbei einen regen Austausch mit der Community gepflegt. Das kam bei den Unterstützerinnen und Unterstützern sehr gut an, sodass diese mit Freude auch andere auf Exploding Kittens aufmerksam machten. Für ihr Engagement wurde die Community belohnt. So gab es für die Erledigung bestimmter Aufgaben zum Beispiel eine spezielle Ausgabe von Exploding Kittens, bei der die Schachtel beim Aufmachen miaute.

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