Was wird die Digitalisierung bringen? Ein Ausblick ins Jahr 2019

Noch ist das Jahr 2019 sehr jung und wir sind alle gespannt, was es im Bereich der Digitalisierung zu bieten hat. Christopher Möhle von Turbine Kreuzberg wagt einen Blick in die Kristallkugel und schaut sich die voraussichtlich größten Trends des kommenden Jahres aus digitaler Sicht an. Vor allem die Themen Plattformökonomie, Blockchain, AI-as-a-service und Chinas Innovationsfreude haben es ihm angetan. Wir stellen Ihnen die Hauptthemen vor, mit denen sich Möhle in seinem Beitrag auseinandersetzt.

Durch Plattformökonomie wettbewerbsfähig bleiben

Christopher Möhle
Christopher Möhle, CEO bei Turbine Kreuzberg

Nach wie vor gibt es Unternehmen, die bei ihrem Geschäftsmodell Geheimniskrämerei betreiben. Sie haben Sorge, gute Ideen und Produkte an Mitbewerber zu verlieren, wenn sie sich der Öffentlichkeit stellen. In der analogen Welt mag das eine berechtigte Sorge sein. In der digitalen Welt sind Kooperationen hingegen unverzichtbar, um wettbewerbsfähig zu bleiben. Es genügt nicht mehr, die eigenen Produkte und Dienstleistungen immer weiter zu optimieren. Solches Stückwerk führt meist dazu, dass Innovationen nur sehr schleppend vorankommen. Es ist daher wichtig, auf ein digitales Gesamtkonzept zu setzen und möglichst viel Innovationsfreude in den Betrieb zu holen.

Hierbei wird 2019 die Plattformökonomie eine besonders große Rolle spielen. Die Idee dahinter besteht darin, die eigene Geschäftsidee zu öffnen. Somit haben externe Anwender die Möglichkeit, die vorhandenen Produkte und Services zu verbessern und an ihrer Optimierung mitzuwirken. Die Unternehmen gewinnen so Ideen und Denkanstöße, auf die sie in ihrem eigenen Schaffensbereich gar nicht gekommen wären. Hierfür ist es aber notwendig, Daten und Informationen bereitzustellen, die dann als Basis der Erweiterungen und Innovationen dienen. Solche Zusammenarbeiten eigentlich konkurrierender Firmen werden „Coopetitions“ genannt.

Blockchain ist mehr als Bitcoin

Beim Familienduell heißt es immer „Wir haben 100 Leute gefragt…“. Wenn diese Menschen sagen sollten, was ihnen zum Thema Blockchain einfällt, wird die Topantwort mit Sicherheit „Bitcoin“ lauten. Denn noch immer sind diese beiden Konzepte in den Köpfen der Menschen eng miteinander verflochten. Dabei gehen die Einsatzgebiete von Blockchain weit über die reine Bitcoin-Technologie hinaus. So kommt Blockchain beispielsweise im Gesundheitswesen zum Einsatz und erlaubt eine sichere Speicherung und Verwaltung von Patientendaten. Während Bitcoin eher auf dem absteigenden Ast ist und eventuell nur eine Art Hype war, führt Blockchain auch 2019 seinen Siegeszug fort und gewinnt in immer mehr Einsatzgebieten und Lebensbereichen an Relevanz.

AI-as-a-service gewinnt an Bedeutung

Voraussichtlich wird 2019 das Jahr von AI-as-a-service. Bisher war es so, dass Unternehmen ihre künstliche Intelligenz selbst entwickeln mussten, wenn sie deren Vorteile für den eigenen Betrieb nutzen wollten. Das war sehr teuer und hat jede Menge Zeit geschluckt. In diesem Jahr wird es voraussichtlich dazu kommen, dass einige Unternehmen ihre AI (Artificial Intelligence) anderen Firmen als Dienstleistung zur Verfügung stellen. Die Betriebe müssen dann keine eigenen Ressourcen mehr investieren, um zum Beispiel eigene Plattformen zu entwickeln oder neuronale Netze aufzubauen. Stattdessen nutzen sie die Infrastruktur anderer Firmen und lassen diese zum Beispiel ihre Lagerverwaltung organisieren oder Kaufverhalten vorhersagen.

Über Schnittstellen lässt sich AI-as-a-service an bereits bestehende Systeme ankoppeln. Somit können die bewährten Prozesse und Arbeitsmuster weitergeführt und genutzt werden. Der Aufwand für die Implementierung der Technik und der Schulung der Belegschaft hält sich somit in Grenzen. Es ist davon auszugehen, dass die Angebote von Google bald durch viele weitere AI-as-a-service-Tools anderer Anbieter ergänzt werden. 2019 wird sich AI-as-a-service somit immer weiter ausdifferenzieren und für individuelle Fragestellungen ganz vielfältiger Unternehmen einsetzbar sein.

BAT macht GAFA Konkurrenz

Aktuell spielen die „big four“ namens GAFA (Google, Apple, Facebook, Amazon) im internationalen Geschäft die größte Rolle. Doch wird das auch in Zukunft noch so sein? Längst streben immer mehr asiatische Unternehmen auf den Markt und gewinnen kontinuierlich Anhänger und Nutzer. In China sind derzeit die Firmen Baidu, Alibaba und Tencent sehr erfolgreich, weswegen schon von BAT als neuer Großmacht auf dem weltweiten Handelsparkett die Rede ist. Für den Erfolg dieser Firmen ist nicht zuletzt deren große Innovationsfreude verantwortlich. Sie setzen auf neue Dienstleistungen, Produkte und Ideen und laufen den Ideenschmieden aus dem Silicon Valley zunehmend den Rang ab. Grund genug also, in 2019 den Blick nach Osten zu richten und sich mit den aufstrebenden asiatischen Firmen auseinanderzusetzen.

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