Lässt Amazon private Händlerdaten für eigene Zwecke auswerten?

Der Verdacht steht schon länger im Raum: Angeblich schützt amazon private Händlerdaten nicht in dem Maße, wie es die Richtlinien des Konzerns verlangen. Stattdessen nutze der Online-Riese die vorhandenen Daten, um seine Eigenmarken besser zu entwickeln und zu platzieren. Amazon weist Vorwürfe einer systematischen Wettbewerbsverzerrung von sich, will aber Einzelfälle prüfen. Sollten sich die Beschuldigungen bestätigen, drohen dem e-commerce Unternehmen harte Strafen.

Der Vorwurf: Amazon verschafft sich unrechtmäßig Wettbewerbsvorteile

Lesen Sie auch ...

Servant Leadership – Schluss mit veralteten Führungsansätzen!

Schluss mit veralteten Führungsansätzen! Das wird immer mehr gefordert und die Arbeitswelt befindet sich dahingehend momentan im Umbruch. Arbeit auf Augenhöhe, Eigenverantwortung und flache...

Freizeitgestaltung digital – so verändert die Digitalisierung unsere Lebensweise

Während in der Berufswelt die Digitalisierung vor allem im Bereich des Homeoffice spürbar wird, beeinflusst sie die Freizeitgestaltung auf ganz unterschiedlichen Ebenen. So ist...

Ehemalige Amazon-Mitarbeiter unterstellen dem Konzern, Händlerdaten von der Plattform für eigene Zwecke zu verwenden, berichtet Daniela Zimmer auf internetworld.de. So würden die vorhandenen Produktinformationen genutzt, um einzuschätzen, welche Amazon-Eigenmarken am Markt eine Chance haben. Unter anderem sei anhand der Fakten eine Einschätzung möglich, welche Produkteigenschaften ein Artikel besitzen und wie teuer es sein muss, um von der Zielgruppe akzeptiert und gekauft zu werden. Hierdurch würde sich Amazon einen Wettbewerbsvorteil verschaffen, der für erhebliche Umsätze verantwortlich sei.

Offiziell ist ein solches Vorgehen verboten. Die Amazon-Richtlinien geben klar vor, dass private Händlerdaten von Unternehmen, die beim Online-Riesen aktiv sind, den Amazon-Mitarbeitern nicht zugänglich sein dürfen. Die aktuellen Vorwürfe, die ehemalige Amazon-Mitarbeiter im Wall Street Journal erheben, zeichnen aber ein anderes Bild. So hätten Amazon-Mitarbeiter Mittel und Wege gefunden, um die aktiven Zugangsbeschränkungen bei den Händlerdaten zu umgehen. Sie erwähnen das Beispiel eines Kofferraum-Organisators, bei dem sie Einblicke in die Umsatzdaten, die Marketingdaten, die Amazon-Umsatzdaten und einiges mehr gewonnen hätten.

So reagiert Amazon auf die Vorwürfe

Amazon beteuert in einer aktuellen Stellungnahme, dass es keine systematische Verwendung von Händlerdaten gebe. Es sei der Belegschaft ausdrücklich untersagt, nicht-öffentliche Händlerdaten zu nutzen, um Entscheidungen für das eigene Private-Label-Marketing zu treffen. Zudem sei das Kaufverhalten von Kunden nur eines der Kriterien, die für die Private-Label-Produkte herangezogen würden. Alle Daten und Bewertungskriterien stammten aus offiziellen Quellen und nicht aus vertraulichen Händler-Informationen von Amazon.

Lesen Sie auch ...

Kaufprämien oder Digitalisierungsprämien – was tut in der Krise Not?

Gerade die Autoindustrie ist von der Corona-Krise massiv betroffen. Das liegt vor allem daran, dass diese Industrie stark auf analoge Prozesse ausgelegt ist und...

Freizeitgestaltung digital – so verändert die Digitalisierung unsere Lebensweise

Während in der Berufswelt die Digitalisierung vor allem im Bereich des Homeoffice spürbar wird, beeinflusst sie die Freizeitgestaltung auf ganz unterschiedlichen Ebenen. So ist...

Der Konzern schloss allerdings nicht aus, dass es in Einzelfällen zu einem Fehlverhalten gekommen sein könnte. Amazon betont zwar, dass die Vorwürfe aus dem Wall Street Journal vermutlich haltlos seien, wolle sie aber ausdrücklich prüfen. Gleichzeitig beklagt das Unternehmen, dass es die Unterlagen nicht kenne, die dem Wall Street Journal vorlägen. Entsprechend sei eine Bewertung der Echtheit nicht möglich. Die Unterlagen, die Amazon vorlägen, deuteten jedoch auf kein Fehlverhalten hin.

Diese Folgen könnte ein Fehlverhalten mit sich bringen

Amazon steht aufgrund der Vorwürfe aktuell massiv unter Druck. Nicht zuletzt deswegen hat sich der Konzern dafür entschieden, eine sehr ausführliche Stellungnahme zu dem Fall zu veröffentlichen. Sollten sich die Anschuldigungen bewahrheiten, hätte das ernste Konsequenzen für das Unternehmen. Auf der einen Seite könnte der US-Kongress, vor dem Amazon im Juli 2019 bereits Rede und Antwort stehen musste, weitere Untersuchungen in die Wege leiten. Außerdem besteht bei einem Fehlverhalten die Gefahr, dass der Konzern empfindliche Geldstrafen bezahlen muss. In der Folge könnte Amazon dazu gezwungen werden, einschneidende Veränderungen an seinem Geschäftskonzept vorzunehmen. Sollten die Behörden zu der Einschätzung kommen, dass die getroffenen Maßnahmen nicht ausreichend seien, steht sogar die Gefahr einer Zerschlagung im Raum.

Diesen Beitrag kommentieren:

Bitte geben Sie Ihren Kommentar ein
Bitte geben Sie hier Ihren Namen ein

AnzeigeWerbung in Podcasts

Beliebte Beiträge

Zahlungsprozesse: Amazon Payments vs. Paypal

Wohl kaum jemand, der sich regelmäßig im Internet bewegt und auch online bestellt wird ein Paypal-Konto nicht sein eigen nennen. Die Vorteile sind (fast)...

Käufer, Produkte und Shoppingverhalten – so nutzen die Deutschen den E-Commerce

Für Unternehmen im E-Commerce ist es entscheidend, die eigene Zielgruppe beziehungsweise die eigenen Kunden zu kennen. Deswegen sind Infografiken wie die von Netzshopping so...

Wie Sie Journalisten dazu bringen, Ihnen zuzuhören

Die allermeisten Pressemitteilungen werden nie gelesen – weil Journalisten, wie auch Redakteure davon geradezu überschwemmt werden. Was also tun, um die Aufmerksamkeit von Journalisten...

Newsletter - wöchentlich digital informiert werden

Unser Newsletter schickt Ihnen die News der letzten Woche zusammengefasst in Ihr Postfach.

Veranstaltungen

Online Marketing Konferenz All-in-one trotzt der Krise

Dass Konferenzen in Zeiten von Corona durchaus möglich sind, beweist das online marketing Event All-in-one, das am 18.06.2020 ab 14:30 stattfindet und von SEMrush-Connect...

Neuer Umgang mit Daten – Data Driven Business Konferenz

Im November 2020 findet die Data Driven Business konferenz statt. Diese möchte Wege aufzeigen, um mit einer optimalen Nutzung von Daten den Kunden ins...

Empfehlung der Redaktion

Digitalisierung: Was ist das? Eine Definition.

Diesen Artikel lieber hören? Gelesen von Peter Brown. Hörbar gemacht von Obwohl sie in nahezu allen unseren Lebens- und Arbeitsbereichen eine große Rolle spielt, ist die...

Aufgaben eines CDO – als Störenfried die Digitalisierung voranbringen

Diesen Artikel vorlesen lassen: Die MetaJobsuchmaschine Joblift hat die Stellenausschreibungen für CDOs (Chief Digital Officer) der letzten zwei Jahre unter die Lupe genommen. Hierbei haben...

HubSpot – der ultimative Wegweiser für die erfolgreiche Nutzung von HubSpot

HubSpot ist ein börsennotiertes Software-Unternehmen aus den Vereinigten Staaten, mit dem Fokus auf Marketing-Software für Inbound Marketing und Sales und im Juni 2006 gegründet...

Was ist SEMrush? – Alle Funktionen im Überblick

Alles begann im Jahr 2008 als sich eine kleine Gruppe aus IT- und SEO-Spezialisten mit einer gemeinsamen Mission zu einem Unternehmen zusammenschlossen und den...

5 SEO Tipps für Online Shops

5 Online Shop SEO Tipps für bessere Rankings und mehr Umsatz im Jahr 2015. Mit diesen Tipps ist jeder Online Shop Betreiber auf der sicheren Seite.

Value Model Canvas: Erweiterung des Business Model Canvas

Diesen Artikel vorlesen lassen? Value Model Canvas - Unternehmensidentität clever definieren Seit rund zehn Jahren hat sich das Business Model Canvas (BMC) als Hilfsmittel für das...

Produktmanagement im E-Commerce

Die Zukunft sieht vernetzt aus ... und zwar in Form von E-Dienstleistungen. Alles muss elektronisch und digitalisiert sein. Das hat auch seine guten Gründe....

Digital Leadership – die Digitalisierung stellt neue Ansprüche an Führungskräfte

Diesen Artikel hören? Die schöne neue Digitalwelt verlangt eine Neuausrichtung der Arbeitswelt. Das gilt sowohl für die an den Unternehmensprozessen beteiligten Mitarbeiter als auch für...

Bing Ads: Erfolg mit dem Werbeprogramm von Microsoft

Bing Ads heißt das Microsoft Werbeprogramm für Bing und Yahoo! Die beiden Suchmaschinen betreiben ihre Werbung schon länger über das gemeinsame Yahoo! Bing Network....

Jetzt Alexa Skill aktivieren!

Anzeigedigital-magazin alexa Skill

Ähnliche Beiträge

Lässt Amazon private Händlerdaten für eigene Zwecke auswerten?