Wie sehen sich Großunternehmen und Konzerne bei der Entwicklung und Umsetzung von Digitalisierungsstrategien sowie bei der Vermarktung digitaler Geschäftsmodelle aufgestellt?
Wie sehen sich Großunternehmen und Konzerne bei der Entwicklung und Umsetzung von Digitalisierungsstrategien sowie bei der Vermarktung digitaler Geschäftsmodelle aufgestellt?

Die Bedeutung der Digitalisierung ist bei den Unternehmen angekommen. Viele Betriebe konzipieren eine eigene Digitalstrategie, um wettbewerbsfähig zu sein und sich auf die Zukunft vorzubereiten. Nur wenige entwickeln die hierfür notwendigen Konzepte und Techniken aber inhouse. Stattdessen setzen immer mehr Betriebe auf externe Expertise und arbeiten mit Systemhäusern zusammen. Deren Angebotsportfolio wird hierdurch immer größer und auch die Zusammenarbeit zwischen den einzelnen Systemhäusern nimmt zu.

Die Digitalisierung aus Sicht der Unternehmen und der Systemhäuser

Den aktuellen Stand der Digitalisierung in Deutschland zu ermitteln, war eines der Ziele der Lünendonk-Studie „Business Innovation/Transformation Partner – Wo stehen Unternehmen heute?“. Zu diesem Zweck wurden, wie channelpartner.de berichtet, 121 Großunternehmen und Konzerne befragt. An der Studie nahmen viele Studienpartner wie Accenture, Capgemini, Cognizant, KPMG, NTT Data und Sopra Steria teil, die im Anschluss die Ergebnisse erörterten und in einem Dokument festhielten.

Um ein möglichst umfassendes Bild zu gewinnen, hat Lünendonk nicht nur Anwenderunternehmen befragt, sondern auch Telefonumfragen bei Systemhäusern durchgeführt. Diese waren umfassend und nahmen teilweise bis zu drei Stunden in Anspruch. Insgesamt wurden Top-Manager aus 17 Beratungs- und Systemhäusern befragt. Neben 9 der 25 größten deutschen IT-Häuser nahmen auch 5 Managementberatungshäuser sowie die „Big Four“ der Wirtschaftsprüfungs- und Steuerberatungsgesellschaften teil. Alle befragten Unternehmen zusammen haben ein Umsatzvolumen von etwa 11 Milliarden Euro in Deutschland.

Unternehmen setzen verstärkt auf externes Expertenwissen

Die Lünendonk-Studie hat gezeigt, dass immerhin 51 der 121 befragten Unternehmen bereits eine eigene Digitalstrategie besitzen und verfolgen. Die wenigsten hiervon – gerade einmal 14% – entwickeln die hierfür notwendigen Techniken und Konzepte inhouse. Beeindruckende 86% setzen stattdessen auf externes Fachwissen und lassen sich von Systemhäusern oder vergleichbaren IT-Dienstleistern beraten und unterstützen. Hierbei kommt es den befragten Unternehmen auf viele unterschiedliche Aspekte wie Geschwindigkeit, Kenntnisse, neue Technologien sowie deren Umsetzbarkeit an.

Vor allem große Betriebe setzen auf externe Unterstützung. Diese beginnt meist mit einer Situationsanalyse und einer Strategieentwicklung, für die meisten Entscheider kommt es jedoch stärker auf die Umsetzung dieser Konzepte und die Implementierung der dafür notwendigen Technologien an. So setzen immerhin 55% der Befragten externe Unternehmen nicht nur für die Strategieentwicklung, sondern ausdrücklich auch bei deren Umsetzung ein.

Der End-to-End-Ansatz ist bei Unternehmen besonders beliebt. Hierbei vertrauen sie in der Regel auf die Angebote eines einzelnen Dienstleisters, um Schnittstellenprobleme zu vermeiden. Meistens wird ein Projekt aber nicht am Stück umgesetzt, sondern in einzelne Phasen untergliedert. Diese Phasen werden dann von dem jeweiligen Systemhaus angegangen und abgearbeitet. Insgesamt setzen rund 25% der befragten Unternehmen bei der Umsetzung ihrer Digitalstrategie auf ein einzelnes Systemhaus.

Systemhäuser werden immer professioneller und vernetzter

Die steigende Nachfrage und die wachsenden Anforderungen der Nutzer machen eine Anpassung der Systemhäuser notwendig. Diese müssen mittlerweile nicht mehr verstärkt beratend tätig werden, sondern die Kunden erwarten zusätzlich Erfahrung und Expertise bei der Umsetzung von Digitalstrategien. In den letzten Jahren haben sich die Portfolios und die Ausrichtung der einzelnen Dienstleister massiv verändert beziehungsweise erweitert. So fokussieren sich die Anbieter immer stärker auf End-to-End-Lösungen, As-a-service-Angebote sowie partnerschaftliche Strategieentwicklungen. Zudem müssen sich Systemhäuser mit Themen wie Big Data, KI (künstliche Intelligenz) und mit der Cloud bestens auskennen. Außerdem geht es um professionelle Produktvermarktung sowie die Entwicklung von branchen- und projektspezifischen Lösungen.

All diese Kriterien spielen für Kunden bei der Auswahl eines Systemhauses eine Rolle. Hinzu kommt, dass der jeweilige Anbieter in der Lage sein muss, die teils sehr komplexen Dienstleistungen für Beratung und Umsetzung zu liefern. Aus diesem Grund kooperieren immer mehr Systemhäuser miteinander. Hierbei geht es einerseits um die Bündelung von Kompetenzen und Synergieeffekte und andererseits um rein ökonomische Überlegungen. Durch solche Kooperationen sind einzelne Systemhäuser in der Lage, lieferfähig zu sein und die Kundenprojekte zum Erfolg zu führen.

Die Bedeutung von Systemhäusern für die digitale Transformation
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