Gut vorbereitet auf die Spitzenlast zur Weihnachtszeit: So können Online-Händler ihre Infrastruktur einfach skalieren

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Alljährliche Abverkaufsaktionen wie zum Beispiel im Jahresendgeschäft stellen die Websites von Online-Händlern immer wieder auf die Probe. In der jüngst abgelaufenen Saison haben die Auswirkungen des Coronavirus den Trend zum Digitalen noch einmal erneut beschleunigt. Schon jetzt lohnt es sich, für die Weihnachtssaison 2022 vorzusorgen. Denn mit der richtigen Cloud-Infrastruktur lassen sich dann auch kurzfristig Lastspitzen auffangen.

Was haben der 11.11., Black Friday und die Weihnachtszeit alle gemeinsam? Es sind die Zeiten der Hochkonjunktur für Online-Händler. Der 11.11. ist – auch wenn der Rheinländer das anders in Erinnerung hat – in China der „Singles‘ Day“. Die von Alibaba – dem chinesischen Amazon-Äquivalent – eingeführte Sonderangebotsaktion, etabliert sich genau wie der Black Friday immer mehr auch im deutschen Handel. In Fernost erreicht der Tag jährlich neue Superlative: Im Jahr 2020 hat es Alibaba geschafft, ca. 500.000 Transaktionen pro Sekunde in ihrem Online-Store zu managen. Damit wurden 74,1 Milliarden US-Dollar umgesetzt, was einer Steigerung von 26 Prozent gegenüber dem Vorjahr entspricht.

So sehr die gestiegene Kauflust der Verbraucher während dieser Aktionen auch eine gute Nachricht für den Online-Handel ist, so sehr bringt sie auch gleichzeitig eine Herausforderung mit sich. Wer seine IT-Infrastruktur nur auf den „Normalbetrieb“ ausgelegt hat, wird hier schnell von der Konkurrenz abgehängt und muss auf sein Stück vom Kuchen verzichten. Eine vorausschauende Planung und ein adäquater Umbau der IT-Infrastruktur sind unerlässlich, um den Käuferandrang zu bewerkstelligen und am Ende das volle Umsatzpotenzial dieser Peaktimes des Online-Handels auszuschöpfen.

Hier schlägt die Stunde leistungsfähiger Cloud-Infrastruktur. Allein Cloud-Szenarien erlauben es, diese Spitzenlasten durch Hinzubuchung von Rechenzentrumsressourcen aufzufangen. Und das idealerweise nur für den tatsächlichen Bedarf der jeweils aktuellen Abverkaufsaktion. Denn bekanntlich gibt es keinen vertriebstechnisch langweiligeren Monat als den Januar – direkt nach dem Weihnachtsgeschäft. Und wer möchte dann noch die hohen IT-Kosten für die auf Hochleistung ausgelegte Infrastruktur bezahlen, die nur im Jahresendgeschäft wirklich ausgelastet wird?

Atmende Rechenzentren, die ein flexibles Hinzufügen oder Entfernen von Ressourcen in kürzester Zeit ermöglichen, sind die Lösung für alle Anwendungsfälle, die variable Lasten haben. Und genau dieses Atmen ermöglicht erst Cloud-Datacenter mit ihren umfassenden Skalierungsmöglichkeiten.

Drei Sekunden

Nach einer Zeitspanne von gerade einmal drei Sekunden verlässt ein Benutzer eine Seite wieder, wenn sie zu langsam lädt. Händler müssen ihre Websites deshalb so vorbereiten, dass sie Spitzenbelastungen abfangen können und die Ladezeiten nicht wesentlich unter der Zunahme an gleichzeitigen Verbindungen leiden.

Es ist daher grundsätzlich ratsam, sich frühzeitig vorzubereiten und sich im Vorfeld folgende Fragen zu stellen: Wurden Leistungstests durchgeführt? Wie schnell kann die Infrastruktur skaliert werden? Gibt es ein einsatzbereites Szenario für kritische Situationen? Sobald diese Fragen beantwortet sind, ist es möglich, eine benutzerdefinierte Infrastruktur auch kurzfristig mit zusätzlichen Ressourcen auszustatten, um ein optimales Einkaufserlebnis zu gewährleisten. Dafür stehen verschiedene Ansätze mit unterschiedlichen Stärken zur Verfügung.

Public Cloud: Höchste Flexibilität

Eine Public Cloud kann sich am einfachsten an einen Anstieg des Ressourcenbedarfs anpassen. Durch die automatisierte Bereitstellung von Instanzen lassen sich zusätzliche Ressourcen innerhalb weniger Minuten dazuschalten, sodass Online-Händler auch kurzfristige Schwankungen im Traffic ausgleichen können. Public Clouds bieten in der Regel ein stündliches oder monatliches Pay-per-Use-Modell, was sie transparent und gleichzeitig sehr granular in ihrer Skalierbarkeit macht.

Zusätzliche Widerstandsfähigkeit gegen Verkehrsschwankungen lässt sich durch den Einsatz eines Load Balancers erzielen. Er wird den Servern vorgeschaltet, um den Traffic auf verschiedene Instanzen zu verteilen und damit ihre Kapazität erheblich zu verbessern. Um die Interoperabilität mit anderen Cloud-Anbietern zu gewährleisten, bieten sich Public Clouds an, die durch Standard-Software wie OpenStack unterstützt werden.

Private Cloud: Volle Kontrolle

Im Gegensatz zur Public Cloud ist die Private Cloud nicht in einem Massen-Cluster untergebracht, sondern steht als dedizierter Ressourcenpool für eine Organisation zur Verfügung, wodurch sie ein hohes Maß an Sicherheit, Kontrolle und Flexibilität bietet. In Form eines sogenannten Software-defined Data Center (SDDC), bei dem alle Elemente der Infrastruktur virtualisiert sind und als digitaler Dienst bereitgestellt werden, bieten Private Clouds eine besonders hohe Verfügbarkeit. So können entsprechende Services Lastspitzen vorhersagen und den Administrator proaktiv informieren. Während zudem bei einem eigenen kleinen Server die Gefahr besteht, dass er irgendwann zusammenbricht, weil die Festplatten voll sind, kann ein SDDC den Speicherplatz für Datenbanken jederzeit dynamisch ausbauen und auch Backup-Server zurückgreifen.

VPS: Klein aber oho

Gerade bei kleineren Online-Händlern werden Virtual Private Server (VPS) als kostengünstige Alternative geschätzt. Werden mehr RAM oder leistungsfähigere Prozessoren benötigt, um den Anstieg des saisonalen Datenverkehrs abzufangen, lässt sich ein VPS mit wenigen Klicks auf den erhöhten Bedarf anpassen – große Wirkung, mit geringem Verwaltungsaufwand.

CDN: Verteilte Last

Einen weiteren Weg, die Leistung einer Website zu optimieren, ohne dafür notwendigerweise die Infrastruktur zu verändern, bieten schließlich sogenannte Content Delivery Networks (CDN). Dabei werden statische Inhalte über ein Netz regional verteilter Knoten an die Endnutzer ausgeliefert, um einen optimalen Datendurchsatz zu erzielen. Inhalte wie Bilder oder Videos, die Websites verlangsamen, werden über das CDN unabhängig verteilt, während Daten, die keine permanente Aktualisierung erfordern, zwischengespeichert werden. Ein CDN ist daher eine sinnvolle Ergänzung für Online-Händler, die Kunden auf der ganzen Welt erreichen wollen.

Fazit

Um den saisonalen Spitzenlasten im Online-Geschäft positiv zu begegnen, sollten sich Online-Händler bereits frühzeitig vorab mit der Planung ihrer IT-Landschaft beschäftigen. Am besten beginnt man mit einer ausführlichen Bestandsaufnahme, die bereits zwischen kritischen und weniger kritischen Prozessen und Daten unterscheidet. Dabei kann es sehr sinnvoll sein, die kritischen Daten und Prozesse in einer Private Cloud und weniger kritische in einer Public Cloud abzubilden. Durch diese hybride Cloud-Strategie ist eine flexible Skalierbarkeit keine große Herausforderung mehr. Mit Hilfe von Containern und Kubernetes können Migrationen schneller und leichter erfolgen, aber dennoch sind sie vom zeitlichen Aufwand her nicht zu unterschätzen. Unnötiger Druck wegen verzögerter und mangelnder Vorbereitung ist unbedingt zu vermeiden. Um also beispielsweise für das Weihnachtsgeschäft 2022 gewappnet zu sein, startet man die Vorbereitungen idealerweise bereits Ende Januar – nach Weihnachten ist bekanntlich vor Weihnachten.

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