Start Corona / Covid19 und die Digitalisierung Schneller als die WHO – KI warnte schon 2019 vor dem Coronavirus

Schneller als die WHO – KI warnte schon 2019 vor dem Coronavirus

KI warnte schon 2019 vor dem Coronavirus
Montage: digital-magazin.de, Originalbild von Gerd Altmann auf Pixabay
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Ein Algorithmus der Firma Bluedot hat noch vor der WHO und allen Regierungen der Welt vor dem Ausbruch einer Virus-Epidemie in Zentral-China gewarnt. Grundlage dieser Vorhersage waren zahlreiche Onlinedaten, die die KI gesammelt, analysiert und ausgewertet hat. Die so erhobenen Daten wurden von wissenschaftlichen Experten überprüft, bevor eine offizielle Warnung herausgegeben wurde. Die Hoffnung besteht, dass der Ausbruch von Seuchen dank KI in Zukunft besser vorhergesagt und im Idealfall verhindert werden kann.

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KI warnt schneller als alle anderen

Am 9. Januar 2020 warnte die WHO erstmals vor dem Ausbruch einer Virus-Infektion in Wuhan. Die Infektion soll von einem chinesischen Fischmarkt ausgegangen sein, wo die Betroffenen mit lebenden Tieren und insbesondere Wild in Kontakt gekommen sind. Zu diesem Zeitpunkt war die Warnung der US-amerikanischen Behörde CDC (Zentren für Seuchenkontrolle und Prävention) bereits drei Tage alt. Das amerikanische Gesundheitsministerium hatte zahlreiche vorliegende Daten ausgewertet und war zu dem Schluss gekommen, dass eine offizielle Warnung notwendig sei.

Der Algorithmus der kanadischen Firma Bluedot hingegen, warnte laut wired.com bereits am 31.12.2019 – und damit im alten Jahr – vor dem Ausbruch dieser grippeähnlichen Virusinfektion. Somit hätten die zuständigen Behörden 9 Tage mehr Zeit gehabt, sich auf den Ausbruch des Coronavirus vorzubereiten, als dies mit der Warnung der WHO möglich gewesen ist. Und da in einer solchen Ausnahmesituation jede Stunde zählt, birgt der Einsatz von KI hier riesige Potenziale und bringt, richtig eingesetzt, einen enormen Nutzen.

So arbeitet Bluedot

Bluedot ist ein kanadisches Unternehmen, dass sich darauf spezialisiert hat, ansteckende Krankheiten sowie deren Verbreitungswege frühzeitig zu erkennen. 40 Angestellte arbeiten für die Firma und haben ein Risikokapital von etwa 9,4 Millionen Dollar zur Verfügung. In der Vergangenheit konnte der Bluedot-Algorithmus bereits verschiedene Erfolge erzielen, berichtet t3n.de. So sagte er 2014 die Wanderung des Ebola-Virus korrekt voraus und kündigte auch das Auftreten des Zika-Virus in Florida einen Monat im Voraus punktgenau an.

Um solche Vorhersagen tätigen zu können, arbeitet die KI mit einem riesigen Datenpool, den sie sich aktiv aus dem Netz zusammensucht. Der Algorithmus beherrscht 65 Sprachen und durchsucht regionale und Internationale Nachrichten nach möglichen Hinweisen auf eine Seuche. Hierbei werden ganz unterschiedliche Datenbanken herangezogen, die sich unter anderem mit Berichten befassen, in denen Krankheiten bei Tieren und Pflanzen aufgeführt sind. Zudem werden Foren und Blogs untersucht und auch die Warnungen offizieller Stellen finden Berücksichtigung. Auf eine Durchsuchung sozialer Netzwerke wird bewusst verzichtet, da die Datenlage hier viel zu unübersichtlich und unzuverlässig ist.

Eine weitere Quelle, die die KI nutzt, sind Flugdaten und Datenbanken von Reiseunternehmen. Auf diese Weise ist das Tool nicht nur in der Lage, den Entstehungsort einer Virus-Epidemie korrekt vorherzusagen. Vielmehr nutzt es die vorhandene Datenlage, um vorherzusagen, wie sich die Krankheit ausbreiten wird. Somit können Fluggesellschaften und Flughäfen rechtzeitig gewarnt werden und geeignete Schutzmaßnahmen ergreifen.

Menschliche Expertise ergänzt die Arbeit der KI

Wenn Bluedot eine Warnung herausgibt, verlässt sich das Unternehmen nicht auf die Angaben der KI allein. Vielmehr nimmt sich ein Team aus Epidemiologen die Daten und die sich daraus ergebenden Analysen noch einmal vor und bewertet diese anhand wissenschaftlicher Gesichtspunkte. Somit ist sichergestellt, dass nicht aufgrund von technischen Fehlern oder falscher Einstellungen bei den Algorithmen Fehlwarnungen herausgegeben werden. Das Thema ist nämlich sehr komplex und niemand ist daran interessiert, eine Panik auszulösen.

Wenn das Team aus Wissenschaftlern die gewonnenen Daten und die daraus gezogenen Schlussfolgerungen für plausibel erachtet, gibt Bluedot entsprechende Warnungen heraus. Diese werden unter anderem an Gesundheitsbehörden, Fluglinien und Krankenhäuser geschickt. Es geht darum, dass diese sich frühstmöglich auf eine bevorstehende Seuche oder Epidemie vorbereiten und eine unkontrollierte Ausbreitung verhindern können. Mensch und Maschine arbeiten bei Bluedot also Hand in Hand und der Erfolg gibt dem Unternehmen Recht.

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