Europa digital fit machen – das sind die Pläne der neuen EU-Kommissionspräsidentin

Die neue EU Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen hat sich für ihre Amtszeit sehr viel vorgenommen. Neben dem Klimawandel hat die Digitalisierung auf ihrer Agenda hohe Priorität. Es geht darum, dass Europa die Digitalisierung aktiv gestaltet und nicht von ihr überrollt wird. Außerdem sollen die Auswirkungen der Digitalisierung auf die Arbeitswelt gesteuert und in kontrollierte Bahnen gelenkt werden. Hierbei muss sich die EU verändern und sie wird es auch tun.

Digitalisierung hat hohe Priorität

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Ursula von der Leyen zählt die Digitalisierung zu den „Meta Entwicklungen“, also zu den Themen mit hoher Bedeutung für die Gesellschaft. Vor allem die Digitalisierung der Arbeitswelt beschäftigt die EU Kommissionspräsidentin stark. Sie hat erkannt, dass ich die Arbeitswelt und damit unsere Art zu leben stark verändern wird. Sie möchte, dass diese Entwicklung nicht einfach abläuft, sondern dass die EU sie aktiv mitgestaltet. Deswegen hat sie das Thema weit oben auf ihre Agenda gesetzt und sich vorgenommen, schnellstmöglich mit der Umsetzung zahlreicher Digitalprojekte zu beginnen.

Europa will die Digitalisierung aktiv gestalten

Schon in ihrer Bewerbungsrede um das Amt der EU Kommissionspräsidentin im Juli 2019 hat sich Ursula von der Leyen intensiv mit der Bedeutung der Digitalisierung für Europa beschäftigt, schreibt Ralph Sina in seinem Beitrag auf tagesschau.de. Sie sagte, dass digitale Transformationen schon heute in vielen Lebensbereichen der Menschen zu spüren seien. So müssten sich gerade ältere Menschen beispielsweise stärker mit dem Online-Banking beschäftigen und Arbeiterinnen und Arbeiter müssen sich digital weiterbilden, um in ihrem Job weiter bestehen zu können. Dieses Phänomen betreffe nicht nur einzelne Regionen oder Länder, sondern sei in ganz Europa spürbar.

Von der Leyen möchte diese Entwicklung positiv beeinflussen und den Menschen dabei helfen, mit den Chancen und Möglichkeiten der neuen, digitalen Welt zurechtzukommen. Hierbei beschäftigen sie ganz unterschiedliche Themen. Unter anderem will sie sich mit fairen Digitalsteuern auseinandersetzen, um Konzerne wie Amazon, Apple, Facebook und Google für das gesellschaftliche Miteinander stärker in die Pflicht zu nehmen. Außerdem will sie sich mit der Bedeutung der künstlichen Intelligenz und der Robotik für die Arbeitswelt der EU auseinandersetzen. Diese Technologien sollen dazu dienen, den Menschen zu helfen, und für sie nicht zu einer Bedrohung werden.

Auswirkungen der Digitalisierung auf die Arbeitswelt

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Für Ursula von der Leyen und ihr Team ist klar, dass sich Arbeitsplätze durch die Digitalisierung verändern werden. Hierbei muss allerdings noch geklärt werden, ob zum Positiven oder zum Negativen. Kritische Stimmen gehen davon aus, dass 40 % der Jobs in der EU innerhalb der nächsten 15 Jahre aufgrund der Digitalisierung verlorengehen könnten. Wirtschaftswissenschaftlerin Melanie Arntz geht hingegen davon aus, dass die Jobs nicht verschwinden, sondern sich lediglich verändern werden.

Diese Veränderungen zum Positiven zu gestalten ist eine Hauptaufgabe, der sich die EU in den kommenden Jahren gegenübersieht. Um dieser Herausforderung gerecht zu werden, muss sich allerdings noch einiges tun. Aktuell fehlt es noch an zahlreichen Weiterbildungsangeboten, die Menschen dabei helfen, sich besser auf die Digitalisierung einzustellen. Das betrifft beispielsweise Weiterbildungen für Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter an der Kasse von Supermärkten, die neue Technologien erlernen müssen, um in ihrem Job weiter eine gewisse Sicherheit genießen zu können. Arntz richtet bei diesem Thema ihren Blick in Richtung der skandinavischen Länder. Hier sei man mit der Digitalisierung bereits deutlich weiter als in anderen Ländern, weswegen die Erfahrungen Strahlkraft für andere Länder haben könnten.

So verändert die Digitalisierung die EU

Doch nicht nur die Unternehmen sowie ihre Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer, sondern auch die EU wird sich in den kommenden Jahren deutlich verändern müssen. Denn es ist davon auszugehen, dass die bereits heute vorhandene Spaltung der Gesellschaft auch in Zukunft weitergehen wird. So wird es dazu kommen, dass es viele hochqualifizierte Menschen für hochdotierte Jobs sowie unterqualifizierte Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer für schlecht bezahlte Arbeitsstellen geben wird. Die EU unter ihrer Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen wird sich dieser Spaltung stellen müssen, um Lösungen zur Überbrückung finden zu können. Die Digitalisierung kann nur dann Erfolg haben, wenn sie alle Menschen mitnimmt und nicht zulässt, dass einige von neuen Technologien zurückgelassen oder überrollt werden.

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