Weichenstörungen verhindern – Deutsche Bahn setzt auf Digitalisierung

Weichenstörungen sind einer der häufigsten Gründe für Zugverspätungen und -ausfälle bei der Deutschen Bahn. Diesem Problem begegnet das Unternehmen nun mit der Digitalisierung. Es wurden bereits Sensoren an 28.000 Weichen installiert, die Fehler erkennen und frühzeitig melden. Insgesamt hat die Bahn in dieses Projekt 66 Millionen Euro investiert. In Zukunft sollen noch mehr digitale Technologien zur Verbesserung des Services und des Zugverkehrs eingesetzt werden.

Bereits 28.000 smarte Weichen in Betrieb

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Die Bahn hat ein großes, bundesweites Projekt abgeschlossen, in dessen Rahmen 28.000 der insgesamt 65.600 Weichen im Netz des Unternehmens mit Sensoren ausgestattet wurden. Diese kontrollieren die Funktionstüchtigkeit der Weichen und sind beispielsweise in der Lage, einen erhöhten Stromverbrauch zu erkennen. Dieser kann darauf hinweisen, dass es an einer Weiche demnächst zu einer Störung kommt. Die Bahn kann dann frühzeitig Teams zur Reparatur oder zum Austausch der Weichen losschicken und so lästige Zugverspätungen und -ausfälle vermeiden.

Die von den Sensoren gesammelten Daten werden an eine Plattform geschickt. Diese sendet diese dann per Mail oder SMS an die zuständigen Techniker, die entsprechende Schritte in die Wege leiten. Die Bahn begann 2016 mit dem Projekt und jetzt ist es abgeschlossen. Es hat sich bereits vielfach als nützlich erwiesen. So konnten 2019 bereits 3.600 potenzielle Störungen rechtzeitig erkannt und behoben werden, sodass es nicht zu ernsten Problemen kam.

Die Bahn investiert zunehmend in die Digitalisierung

Die Bahn verfolgt seit einigen Jahren ein konkretes Digitalisierungskonzept und setzt dieses kontinuierlich um. Zu diesem Zweck nimmt das Unternehmen sehr viel Geld in die Hand, um Innovationen zu tätigen und neue Technologien zu implementieren. So hat die Digitalisierung der Weichen inklusive Implementierung der Plattform 66 Millionen Euro gekostet, berichtet general-anzeiger-bonn.de. Von den vorhandenen Weichen wurden zunächst diejenigen ausgewählt, die sich auf stark frequentierten Strecken oder an Knotenpunkten befinden. Hierdurch spart sich die Bahn die provisorischen Wartungen, die bisher in regelmäßigen Abständen und abhängig von der Nutzung und Belastung bestimmter Weichen durchgeführt wurden.

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Pro Bahn ist mit der grundsätzlichen Ausrichtung der Deutschen Bahn und deren verstärkten Investitionen in die Digitalisierung zufrieden. Der Fahrgastverband kritisiert jedoch, dass aktuell noch zu wenig Geld in die digitale Transformation der Bahn investiert würde. Das Unternehmen hinke im internationalen Vergleich stark hinterher und es bedürfe einer ausgeweiteten Digitalisierungskampagne, um den bestehenden Rückstand aufzuholen. Zudem betont Pro Bahn, dass Verspätungen und Ausfälle durch die smarten Weichen minimiert, aber nicht beseitigt werden könnten. Hierfür nähmen zu viele unterschiedliche Faktoren Einfluss auf die Störungen.

So geht es mit der Digitalisierung der Bahn weiter

Mit dem nun beendeten Projekt ist die Digitalisierung der Deutschen Bahn noch längst nicht abgeschlossen. In einem nächsten Schritt sollen 18.000 Weichenheizungen in das System aufgenommen werden, um auch diese digital mittels Sensoren kontrollieren und warten zu können. Langfristig sollen zudem Sensoren eingesetzt werden, die eine Kontrolle des Weichenmaterials erlauben. Außerdem prüft das Unternehmen, ob sich mit der neuen Technik Bahnübergänge und Stellwerke kontrollieren lassen. Schon jetzt laufen hierzu verschiedene Pilotprojekte. Es ist also davon auszugehen, dass die Digitalisierung der Bahn weiter voranschreiten wird.

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