Corona-Krise als Chance: Krisenkommunikation für Startups von größter Bedeutung

Ein Gastbeitrag von Tahssin Asfour, Gründer und Geschäftsführer der PR- und Branding-Agentur prBote

Noch in der Startphase und schon im Krisenmodus: Für Startups stellen sich derzeit besondere Herausforderungen, zumal sich ein Ende des Shutdowns noch nicht absehen lässt. Gerade in dieser zum Aktionismus verleitenden Situation heißt es jedoch, Ruhe bewahren, Überblick verschaffen und klar kommunizieren. 

Rettungsschirme von noch nie dagewesenem Ausmaß werden aufgespannt, Hilfspakete für die unterschiedlichsten Bereiche geschnürt – und doch stehen viele Startups nun vor der existenziellen Frage, wie es mit dem jungen Unternehmen weitergehen kann. Naturgemäß halten sich jetzt die für die nächsten Unternehmensphasen wichtigen Kapitalgeber zurück, keiner kann fundierte Prognosen abgeben. Während einige junge Unternehmen, nämlich die in der Streaming-Branche, sogar profitieren, sollten sich die anderen an bewährten Krisenstrategien orientieren.

Masterplan zur Krisenkommunikation: Die Regierung macht es vor

Startups können in dieser Zeit viel von der Politik lernen, denn diese hält sich in der Corona-Krise konsequent an ihren Plan, der drei Phasen umfasst:

  1. Aufklärung
  2. Appell
  3. Anordnung

Übertragen auf die Herausforderungen für junge Unternehmen lassen sich demnach folgende Handlungsempfehlungen ableiten:

Information und Aufklärung

Zunächst ist es unumgänglich, sich eine solide Informationsbasis zu erarbeiten: Zum einen müssen die Folgen der zur Eindämmung des Corona-Virus verhängten Maßnahmen realistisch eingeschätzt werden, zum anderen die finanzielle Situation des Unternehmens selbst. Dabei sollten auch die bereits beschlossenen und noch in Arbeit befindlichen Hilfsmaßnahmen sondiert werden. Sobald Klarheit zum Status quo besteht, geht es an die Kommunikation – und zwar sollten alle direkt von den unternehmerischen Handlungen betroffenen Kontakte informiert werden.

Dazu zählen zum einen die eigenen Mitarbeiter, die wiederum selbst Informationen weitertragen können, aber natürlich auch die Investoren, Geschäftspartner, Lieferanten und Kunden. Persönliche Gespräche sind derzeit ohnehin nicht möglich, sodass sich unterschiedliche Kommunikationskanäle anbieten: E-Mails, Newsletter, Blogs und die sozialen Netzwerke sind Möglichkeiten, die sich aber nicht für jede Personengruppe eignet. Investoren und Geschäftspartner lassen sich sehr viel besser im Rahmen einer VideoKonferenz zur aktuellen Situation informieren. Es ist also sinnvoll, zunächst die relevanten Kanäle zu identifizieren, um dann gezielt vorgehen zu können.

Appell und Begründung

Die Mitarbeiter sind auch in Startups die wertvollste Ressource – und so sollten sie behandelt werden:

Mit einem Appell kann die Geschäftsführung bestimmte Reaktionen auslösen, indem sie beispielsweise erklärt, warum Homeoffice oder Kurzarbeit aktuell die beste Lösung wäre – nämlich zur Eindämmung der Ansteckungsgefahr. Beziehen Startups ihre Mitarbeiter auf diese Weise in die Entscheidungsfindung ein, können diese immer noch eigenständig und verantwortungsvoll agieren. Ihnen wird die Unsicherheit genommen, da sie nicht unvorbereitet vor den zwangsläufigen Anordnungen stehen.

Anordnung konkreter Maßnahmen

Ist der Weg durch die ersten beiden Schritte geebnet, sind Informationen und Fakten kommuniziert, erscheint die Situation nicht mehr so bedrohlich. Die Mitarbeiter konnten sich in die durch die Krise notwendige Optimierung der Prozesse einbringen – nun können konkrete Anordnungen von der Geschäftsführung folgen. Die professionelle interne Kommunikation der verpflichtenden Maßnahmen ist aber nur die eine Seite, denn auch Investoren, Geschäftspartner und Kunden sollten informiert werden. Damit können sich Startups als selbstbewusst, authentisch und auch in einer Krise überlegt agierendes Unternehmen positionieren – für die folgende Investitionsphase mit Sicherheit ein positives Signal.

Die Corona-Krise als Chance verstehen? Warum nicht!?

Fakt ist: Es werden nicht alle Startups gleichermaßen von der Krise getroffen, ausschlaggebend ist das konkrete Geschäftsfeld. Doch in dieser frühen Phase der Unternehmensentwicklung eröffnen sich vielleicht auch für einige der Unternehmen, deren Existenz aktuell bedroht ist, interessante Chancen: Wo wird aktuell Hilfe benötigt? Welche Dienstleistungen oder Produkte könnten in der Krise sinnvoll sein? An welcher Stelle könnte die jeweilige Expertise von Nutzen sein?

Unabhängig davon ist eine intelligente Krisenkommunikation unverzichtbar – sowohl unternehmensintern als auch gegenüber den Partnern, Investoren und Kunden. Vielleicht kommen sogar von dieser Seite unvermutet interessante Impulse?

Corona-Krisen-PR für Startups – Schritt für Schritt

  1. Status quoZahlen, Daten, Fakten liefern die Basis für Prozessoptimierungen und die zu ergreifenden Maßnahmen, auf die sich die Geschäftsführung in der Folge einigt.
  2. Mitarbeiter informierenIm ersten Schritt sollte unternehmensintern kommuniziert werden, um Mitarbeiter zu informieren und bei allen anstehenden Veränderungen mitzunehmen.
  3. Kommunikationskanäle identifizierenAls Alternative zu den nicht möglichen persönlichen Gesprächen steht eine ganze Reihe von Kommunikationskanälen zur Auswahl, die sich zur Ansprache unterschiedlicher Personengruppen eignen – oder eben nicht.
  4. Statements vorbereitenFundierte Argumente und Analysen sollten die beschlossenen Maßnahmen untermauern und in professionell aufbereitete Statements einfließen.
  5. Verständlich kommunizierenUnabhängig vom gewählten Kommunikationskanal sollte die Geschäftsführung sicherstellen, dass die relevanten Personen die Informationen auch erhalten – und richtig verstehen.
  6. Bindung stärkenStrategisch kluge Online-Kampagnen sind gerade jetzt dazu geeignet, die Bindung zu Kunden, Geschäftspartnern und Investoren über digitale Kanäle zu intensivieren – der Shutdown wird schließlich irgendwann zu Ende sein.

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