Digitaler Führungsstil: Aufgaben von Führungskräften bei der Digitalisierung

Es gibt unzählige Arten, wie Führungskräfte mit ihren Mitarbeitern umgehen. Einige sind autoritär, andere kollegial und wieder andere teamorientiert. Im Rahmen der Digitalisierung spielen vor allem drei Führungsstile eine Rolle: transformational, strategisch und ethisch. Eine aktuelle Befragung zeigt, dass die Fremd- und Eigenwahrnehmung vieler Führungskräfte weit auseinanderklaffen. Dabei ist es gerade im Rahmen der digitalen Transformation wichtig, einen digitalen Führungsstil zu entwickeln und vorzuleben.

Diese drei Führungsstile bringen die Digitalisierung voran

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Der Umgang von Führungskräften mit ihren Mitarbeitern hat großen Einfluss auf den Erfolg der Digitalisierung. Ein richtiges „digital Leadership„, wie es auf Neudeutsch heißt, führt dazu, dass sich die Mitarbeiter vom digitalen Wandel angesprochen fühlen und diesen aktiv mitgestalten. Wird ein solcher Führungsstil nicht vorgelebt, empfinden die Angestellten die Digitalisierung als von oben verordnete Gängelung, der sie sich verschließen, sagt Dr. Josephine Hofmann, Leiterin des Teams Zusammenarbeit und Führung im Forschungsbereich Unternehmensentwicklung und Arbeitsgestaltung am Fraunhofer IAO / Universität Stuttgart IAT in einem Interview mit haufe.de. Es gibt ganz unterschiedliche Elemente, die einen digitalen Führungsstil ausmachen, aber besonders entscheidend ist, dass eine Führungskraft transformational strategisch und ethisch arbeiten sollte.

Ein transformationaler Führungsstil meint in diesem Zusammenhang, dass die Führungskraft die Digitalisierung als etwas Erstrebenswertes vorlebt. Die Führungskraft sollte eine Vorbildfunktion erfüllen und Visionen für den Betrieb, die Zusammenarbeit und die Digitalisierung mitbringen. Ebenfalls wichtig ist die Fähigkeit, die Mitarbeiter zu motivieren und für die Digitalisierung zu begeistern. Ein strategischer Führungsstil zeichnet sich hingegen durch konkrete Pläne und klar gesetzte Ziele aus. Die Führungskraft muss eine möglichst konkrete Vorstellung haben, wohin die digitale Reise gehen soll, und diese den Mitarbeitern vermitteln können. Bei einem ethischen Führungsstil arbeiten die Führungskräfte werteorientiert und fördern die Selbstständigkeit ihrer Mitarbeiter.

Es kommt quasi nicht vor, dass einer dieser Führungsstile in Reinform vorliegt. Keine Führungskraft arbeitet ausschließlich strategisch, sondern nutzt auch transformationale und ethische Elemente. Wichtig ist aber, dass sich die Führungskräfte ihres Stils bewusst sind und dafür sorgen, dass dieser mit ihren Mitarbeitern harmoniert. Denn diese haben ganz konkrete Vorstellung, welche Eigenschaften sie von einer Führungskraft erwarten und welche sie für ein effizientes Arbeiten brauchen.

Eigen- und Fremdwahrnehmen weichen voneinander ab

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Im Rahmen einer Befragung durch das Job-Portal Stepstone und das Kienbaum-Institut wurden 13.500 Fach- und Führungskräfte befragt. Das Ziel war es, den jeweiligen Führungsstil zu ermitteln und zu prüfen, wie dieser von den Mitarbeitern aufgenommen wird. Hierbei hat sich ergeben, dass die Selbsteinschätzung der Führungskräfte oft stark von der Einschätzung der Mitarbeiter abweicht. Die Mitarbeiter wünschen sich einen transformationalen (94 %), strategischen (88 %) und ethischen (84 %) Führungsstil, der sie motiviert und voranbringt. Klare Arbeitsanweisungen und ein nachvollziehbares Konzept sind für sie ebenso wichtig wie eine motivierende Führungskraft, die Begeisterung für die digitale Transformation weckt.

Die meisten der befragten Führungskräfte haben den Eindruck, einen digitalen Führungsstil zu pflegen. Sie empfinden sich selbst als transformational, strategisch und ethisch. Das sehen die Mitarbeiter aber gänzlich anders. Die meisten haben den Eindruck, einer autoritären Führungskraft unterstellt zu sein, die befiehlt und die Ausführung der Befehle erwartet. Gerade einmal knapp ein Drittel (29 %) sehen ihre Führungskraft als strategisch und nur gut ein Fünftel (21 %) empfinden sie als transformational. Die Werte für ethische Führungskräfte sind noch schlechter.

Führungskräfte müssen sich auf den digitalen Wandel einlassen

Diese Zahlen zeigen, dass sich Führungskräfte Gedanken über ihren Führungsstil machen sollten. Dieser mag professionell sein, bei den Mitarbeitern kommt er aber nur in seltenen Fällen gut an. Es muss das Ziel sein, sich auf den digitalen Wandel einzulassen und einen dazu passenden digitalen Führungsstil zu entwickeln. Nur mit einem solchen ist es möglich, die digitale Transformation im eigenen Unternehmen voranzubringen und die Mitarbeiter für diesen zu begeistern. Führungskräfte sollten sich und ihren Stil daher sehr genau hinterfragen und den Kontakt mit den Mitarbeitern suchen. Je besser sie ihren Führungsstil einschätzen können, desto eher besteht die Möglichkeit, ihn an die Anforderungen der Digitalisierung anzupassen.

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