Ärger für Apple – russisches Kartellamt verhängt Strafzahlung

Das russische Kartellamt wirft dem US-Konzern Apple Preismanipulationen vor. Über Jahre hinweg soll das Unternehmen russische Händler unter Druck gesetzt und ihnen die Preise diktiert haben. Aufmerksam auf dieses Vorgehen wurden die Behörden, weil das iPhone 6S bei nahezu allen großen Händlern in Russland zu einem einheitlichen Preis verkauft wurde. Die Höhe der Strafzahlung ist noch nicht bekannt.

Das wird Apple vorgeworfen

Das russische Kartellamt wirft Apple vor, russische Händler über Jahre hinweg unter Druck gesetzt zu haben und feste Preise für iPhones zu verlangen. Eine freie Preisgestaltung der stationären Händler und der Onlinehändler wurde demzufolge systematisch bekämpft. Sollte dennoch einmal ein Anbieter abweichende Preise angeboten haben, sei er von Apple angeschrieben und zur Korrektur aufgefordert worden. Hierbei arbeitete das Unternehmen dem Kartellamt zufolge mit Drohungen. Sollte sich ein Händler weigern, seine iPhones zu dem von Apple diktierten Preis zu verkaufen, soll ihm mit einem Ausschluss aus der iPhone-Belieferung gedroht worden sein. Eine solche Marktmanipulation ist in Russland nicht zulässig und kann mit empfindlich hohen Strafzahlungen sanktioniert werden. Die Höhe der Strafe für Apple ist aktuell aber noch nicht bekannt.

So wurde das Kartellamt auf den Fall aufmerksam

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Seit 2016 laufen Ermittlungen seitens des russischen Kartellamts gegen Apple. Grund hierfür war die Beobachtung, dass sowohl das iPhone 6S als auch das iPhone 6S Plus bei allen namhaften stationären Händlern und Netzbetreibern zum selben Preis angeboten wurden. Gerade im direkten Vergleich mit Konkurrenzprodukten ist das äußerst ungewöhnlich. Die Ermittlungen legen jetzt nahe, dass die unterstellten Preisvorgaben durch Apple bereits seit dem iPhone 5 übliche Praxis waren. Apple hat sich hierbei augenscheinlich nicht nur auf den stationären Handel beschränkt, sondern auch Einfluss auf namhafte Anbieter aus dem E-Commerce genommen. Mit dem Start des iPhone 7 hat Apple mit dieser Praxis scheinbar aufgehört. Dennoch müssen dem Kartellamt zufolge Strafzahlungen für die früheren Marktmanipulationen geleistet werden.

Apple hat noch keine Stellung zu den Vorwürfen bezogen

Wie das russische Kartellamt mitteilt, hat sich Apple im Laufe der Ermittlungen kooperativ gezeigt und die Behörden in ihrer Arbeit unterstützt. Eine konkrete Stellungnahme seitens des Unternehmens bezüglich der Vorwürfe liegt allerdings noch nicht vor. Das mag Eventuell daran liegen, dass das Kartellamt die Höhe der verhängten Strafzahlung noch nicht kommuniziert hat. Beobachter gehen davon aus, dass dies innerhalb dieser Woche noch geschehen wird. Es besteht die Möglichkeit, dass von Apple 15% aller in Russland mit dem iPhone erzielten Umsätze eingefordert werden. Sollte dies tatsächlich der Fall sein, würde dies einen herben Schlag für Apple bedeuten. Der Konzern hätte dann aber noch die Möglichkeit, gegen die Entscheidung des Kartellamts juristisch vorzugehen. Die Frist hierfür liegt bei drei Monaten nach Eingang der endgültigen Entscheidung bei Apple. Diese soll aller Voraussicht nach noch bis zum Ende dieses Monats übermittelt werden. Wie gut die Chancen des Unternehmens bei einer solchen Anfechtung der Entscheidung wären, lässt sich aktuell nicht seriös einschätzen.

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