Alibaba und Moneygram – USA sehen nationale Sicherheit gefährdet

Der chinesische E-Commerce Riese Alibaba wollte den US-amerikanischen Zahlungsdienstleister Moneygram kaufen. Dieser Deal ist jetzt durch das Eingreifen der US-Regulierungsbehörde für Auslandsinvestitionen im Inland geplatzt. Die Behörde geht davon aus, dass durch die Übernahme durch Alibaba die nationale Sicherheit gefährdet wäre. China ist mit diesem Schritt nicht einverstanden und kündigt „holprige Handelsbeziehungen“ mit den USA an.

Alibaba darf Moneygram nicht kaufen

Die Plattform Alibaba ist in China die unangefochtene Nummer 1. Doch das Unternehmen will mehr. So hat sich in den letzten Monaten und Jahren deutlich gezeigt, dass Alibaba eine klare Expansionsstrategie verfolgt. Der Konzern kauft international erfolgreiche Unternehmen auf, um so seine Position im weltweiten E-Commerce zu stärken. So hat der Konzern im September 2017 bekannt gegeben, in den kommenden 5 Jahren 15 Milliarden Euro in sein Wachstum außerhalb und 800 Millionen für das Wachstum innerhalb Chinas investieren zu wollen.

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Entsprechend ist das Kaufangebot, das Alibaba dem US-amerikanischen Zahlungsdienstleister Moneygram gemacht hat, nur konsequent. Der Onlineriese wollte das Moneygram-Netzwerk nutzen, um weltweit in verschiedenen Wachstumsmärkten Fuß zu fassen und das eigene Unternehmenskonzept international weiter zu etablieren. Diesem Ansinnen wurde laut der Nachrichtenagentur Reuters nun ein Riegel seitens der US-Regulierungsbehörde für Auslandsinvestitionen im Inland vorgeschoben. Der Grund: nationale Sicherheitsbedenken.

Eine Frage der nationalen Sicherheit

Zwar liegt noch kein offizielles Statement der US-Regulierungsbehörde für Auslandsinvestitionen im Inland vor, doch die Nachrichtenagentur Reuters berichtet bereits von Bedenken der Behörde und bezieht sich hierbei auf dem „Entscheidungsprozess nahestehende Personen“. Diesem Bericht zufolge befürchtet die US-Behörde, dass durch die Übernahme von Moneygram durch den Alibaba-Ableger Antfinancial die persönlichen Daten der US-Bürger, die den Dienst nutzen, gefährdet werden könnten.

Diese Sorge ist nicht ganz unberechtigt. Immerhin ist die chinesische Regierung dafür bekannt, Finanzdienstleister und ihre Nutzer zu überwachen. Hierdurch soll die chinesische Bevölkerung unter Kontrolle gehalten werden. Das zeigt sich besonders deutlich an Antfinancial selbst, das zu einem Baustein im „sozialen Bonitätssystem“ in China werden soll. Diese Strategie der US-Regierung ist nicht neu. So wurde bereits verhindert, dass der US-amerikanische Halbleiterhersteller Lattice Semiconductor Corp von Fond Canyon Bridge Capital Partners LLC, der finanzielle Mittel von China erhält, aufgekauft wird.

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Quelle: bloomberg.com

Die Handelsbeziehungen zwischen China und den USA könnten leiden

China ist mit der Entscheidung der US-Behörde überhaupt nicht einverstanden. Das hat die Regierung gegenüber den USA sehr deutlich gemacht. So kündigte etwa die chinesische Nachrichtenagentur Xinhua an, dass es in den kommenden Jahren zu „holprigen Handelsbeziehungen“ kommen werde, wenn die US-Regierung ihre bisherigen Praktiken weiter betreiben würde. Alibaba und Moneygram suchen nun nach Möglichkeiten, um trotz des Übernahmeverbots miteinander kooperieren zu können. Vorstellbar ist ein kommerzieller Vertrag, da diese nicht durch die US-Behörden genehmigt werden müssen. Welche Auswirkungen das auf die Daten der Nutzer von Moneygram hätte, lässt sich aktuell noch nicht mit Gewissheit sagen.

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