18 FinTech-Innovatoren, die das Bezahlen in Deutschland verändern

FinTech – 18 FinTech-Innovatoren, die das Bezahlen in Deutschland verändern
18 FinTech-Innovatoren, die das Bezahlen in Deutschland verändern (Symbolbild)

Bargeldquote sinkt, App-Zahlungen steigen, Regulierung beschleunigt sich: Deutschland hat in den vergangenen Jahren eine bemerkenswerte Transformation im Zahlungsverkehr erlebt. Hinter diesem Wandel stehen nicht die großen Hausbanken, sondern eine wachsende Riege von FinTech-Unternehmen, die Payment-Infrastruktur neu denken. Von Berlin bis München, von Embedded Finance bis zu Echtzeit-Überweisungen – die Innovationsgeschwindigkeit ist hoch, und die Lösungen, die hier entstehen, setzen Maßstäbe für ganz Europa. Wir stellen 18 FinTech-Innovatoren vor, die das Bezahlen hierzulande prägen.

Inhalt

18 FinTech-Innovatoren, die das Bezahlen in Deutschland verändern

FinTech Deutschland Zahlungen
Deutschland hat sich als Zahlungsstandort neu erfunden – FinTechs treiben die Transformation voran.

Berlin als Zahlungs-Hub: Warum die Stadt die FinTech-Landkarte dominiert

Keine Stadt in Deutschland hat so viele Zahlungs-Startups hervorgebracht wie Berlin. Die Hauptstadt vereint die Nähe zu Regulierungsbehörden, eine aktive Investoren-Szene und eine offene Gründerkultur, die anderen Standorten voraus ist. Was hier entstanden ist, sind keine Kopien amerikanischer Modelle, sondern Antworten auf spezifisch europäische Probleme: fragmentierte Märkte, hohe Regulierungshürden, ein Bargeldprivileg, das seit Jahrzehnten verfestigt war, und ein Bankensystem, das sich lange gegen Veränderung gewehrt hat.

Die Akzeptanz für digitale Zahlungsmittel ist in Deutschland historisch niedrig gewesen – und genau das machte den Markt für Innovatoren interessant. Wer es hier schafft, kann sich auf einen der anspruchsvollsten Märkte der Welt verlassen. Die Fortschritte bei Open-Banking-Standards durch PSD3 haben den Wettbewerb zusätzlich angefacht, weil neue standardisierte Schnittstellen den Markteintritt für FinTechs erleichtern und die Fragmentierung des Markts schrittweise auflösen.

Berlin ist dabei nicht allein. München, Hamburg und Frankfurt haben eigene Ökosysteme entwickelt, die sich ergänzen. München bringt technische Talente und Unternehmensfinanzierungskompetenz hervor. Hamburg hat eine lange Handels- und HafenTradition, die das Interesse an Trade-Finance-Lösungen erklärt. Frankfurt wiederum sitzt nah an der Finanzaufsicht BaFin und den Großbanken – ein Vorteil für Unternehmen, die regulatorische Nähe brauchen. Aber der Schwerpunkt liegt klar auf der Hauptstadt: Hier sitzen die Unternehmen, die Payment-Infrastruktur für ganz Europa bauen.

Embedded Finance und Banking-as-a-Service: Zahlungen werden unsichtbar

Die größte Veränderung der vergangenen Jahre ist nicht das bessere Banking-App-Design. Es ist die Tatsache, dass Zahlungen dort stattfinden, wo Sie es gar nicht erwarten: in einer Handwerker-App, in der Buchhaltungssoftware, im Online-Shop eines Kleinunternehmens. Banking-as-a-Service – kurz BaaS – macht es möglich, Finanzprodukte in Nicht-Finanz-Anwendungen zu integrieren, ohne selbst eine Bank zu sein.

Kernelemente von BaaS sind dabei drei Module: die Abwicklung von Zahlungen, die Vergabe von Krediten und die Identitätsprüfung. Jedes Modul kann einzeln in eine Anwendung eingebaut werden. Das Ergebnis ist eine Finanzialisierung praktisch jeder digitalen Plattform. Der Online-Shop eines Mittelständlers kann heute Kauf auf Kredit anbieten, ohne eine Bankpartnerschaft einzeln verhandeln zu müssen. Open Finance erweitert dieses Prinzip weiter, indem Einkommensdaten, Steuerinformationen und Renteninformationen für geprüfte Drittanbieter zugänglich gemacht werden.

Solaris

Das Berliner Unternehmen Solaris bietet eine BaaS-Plattform, die es Nicht-Banken erlaubt, eigene Finanzprodukte aufzusetzen. Über die Infrastructure-as-a-Service-Lösung können Unternehmen eigene Konten, Karten und Zahlungsabläufe anbieten, ohne eine eigene Banklizenz zu beantragen. Solaris kooperiert dabei mit der deutschen S-Business Bank und ist einer der wichtigsten BaaS-Anbieter im deutschsprachigen Raum. Das Unternehmen hat das Modell verfeinert, das Contis in den 2000er-Jahren etabliert hat: keine eigene Lizenz, sondern Partnerschaft mit einer regulierten Bank, und darüber eine modulare digitale Schicht.

Monese

Monese hat sich auf Konten für Menschen ohne festen Wohnsitz oder mit komplizierter Bonitätshistorie spezialisiert. Die mobile Kontoführung funktioniert ohne SCHUFA-Eintrag und ermöglicht es Migrantinnen und Migranten, in Deutschland ein Konto zu führen, das für Alltagstransaktionen nutzbar ist. Das Unternehmen hat seinen europäischen Hauptsitz in Berlin und bedient mittlerweile mehr als eine Million Kundinnen und Kunden europaweit. Monese zeigt damit, dass Embedded Finance nicht nur ein Trend für Tech-Unternehmen ist, sondern auch soziale Inklusion ermöglicht.

Tomorrow

Tomorrow aus Hamburg hat sich auf nachhaltiges Banking spezialisiert. Das Unternehmen bietet Girokonten, deren Guthaben ausschließlich in nachvollziehbaren, ethisch geprüften Projekten investiert werden. Die Transparenz über die Geldverwendung ist dabei kein Marketing-Gag, sondern ein technisch umgesetztes Versprechen: Jede Anlageposition ist in der App einsehbar. Tomorrow zeigt, dass Payment-Innovation auch ohne Wachstumsstory à la Silicon Valley funktionieren kann – mit einem klaren Werteversprechen und einer wachsenden Community von Nutzerinnen und Nutzern, die Banking bewusst wählen.

Pliant

Pliant hat sich als einer der spannendsten B2B-FinTechs in Deutschland positioniert. Das Berliner Unternehmen hat als eines der wenigen FinTechs hierzulande eine eigene BaFin-E-Geld-Lizenz und bietet Unternehmen eine Vielzahl von Finanzprodukten: von der Business-Kreditkarte über B2B-BNPL bis hin zu Card-as-a-Service für Partner, die eigene Kartenprodukte herausgeben möchten. Besonders bemerkenswert ist, dass PayPal in Pliant investiert hat – ein klares Signal dafür, dass das Unternehmen als strategisch relevant eingestuft wird. Die Kombination aus Lizenz, B2B-Netz und Card-as-a-Service macht Pliant zu einem der relevantesten Zahlungs-Innovatoren der kommenden Jahre. Die E-Geld-Lizenz ist dabei ein entscheidender Vorteil gegenüber Anbietern, die auf eine Bankpartnerschaft angewiesen sind.

Instant Payments: Echtzeit-Zahlungen werden zur Pflicht

Seit Oktober 2025 ist die Welt der Überweisungen in Europa eine andere: Die EU Instant Payments Regulation macht Echtzeit-Zahlungen für alle Euro-Banken verpflichtend. Was lange als Differenzierungsmerkmal galt, wird jetzt zum Standard. Und das hat weitreichende Folgen – nicht nur für Privatkunden, sondern vor allem für Unternehmen, die auf schnelle Liquidität angewiesen sind.

Die Vorteile für Händler sind sofort greifbar: Statt Wartezeiten von ein bis zwei Tagen bei klassischen Überweisungen landet Geld sofort auf dem Konto. Das verbessert die Cashflow-Position spürbar, reduziert das Risiko von Zahlungsausfällen und ermöglicht schnellere Nachbestellungen. Gleichzeitig steigen die Anforderungen an die technische Infrastruktur, denn Echtzeit-Zahlungen verlangen Systeme, die mit dem Tempo umgehen können. Der digitale Euro und Instant Payments treiben sich dabei gegenseitig an, weil beide auf derselben technischen Logik basieren: Echtzeit-Abwicklung ohne Zwischenhändler, direkt vom Zahlenden zum Empfänger. Die European Payments Council-Richtlinien sehen Instant Payments bereits seit Jahren vor.

Für Verbraucherinnen und Verbraucher ändert sich auf den ersten Blick wenig – sie haben in der Regel bereits PayPal, Apple Pay oder Google Pay, die in vielen Fällen bereits Echtzeit-Zahlungen unterstützen. Aber die flächendeckende Verfügbarkeit von Instant Payments über alle Banken hinweg schafft eine neue Qualität: Auch Überweisungen an Personen, die nicht bei einer der großen Neobanken sind, werden in Sekunden gutgeschrieben.

Wise

Wise ist einer der Pioniere der grenzüberschreitenden Echtzeit-Zahlung. Was 2011 als günstige Alternative für Auslandsüberweisungen startete, hat sich zu einer Plattform entwickelt, die heute auch Geschäftskonten, Debit-Karten und ein API für Unternehmen anbietet. In Deutschland ist Wise besonders bei Selbstständigen und kleinen Unternehmen verbreitet, die regelmäßig internationale Transaktionen abwickeln. Der transparente Währungsumtausch zum Mid-Marktkurs – ohne versteckte Margen – hat Wise eine treue Nutzerbasis geschaffen, die das Unternehmen immer wieder weiterempfiehlt.

Vaulto

Vaulto aus München bietet eine digitale Lösung für grenzüberschreitende Geschäftszahlungen mit Echtzeit-Abwicklung. Der Fokus liegt auf dem europäischen Mittelstand, der häufig mit komplexen Lieferketten über Ländergrenzen hinweg arbeitet. Vaulto eliminiert Währungsrisiken durch integriertes Währungsmanagement und sofortige Konvertierung. Das Unternehmen hat erkannt, dass internationaler Handel für kleine und mittlere Unternehmen bisher mit hohem administrativem Aufwand verbunden war – und bietet hier eine technische Vereinfachung an, die den Prozess auf einen Klick reduziert.

FinOps und B2B-Ausgabenmanagement: Control ist King

Expense Management war lange ein Schattendhema in der Finanzwelt. Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter nutzten private Karten für geschäftliche Ausgaben, ließen sich belegen und erstatteten – ein Prozess, der Zeit kostete und für Unternehmen intransparent war. FinOps-Plattformen haben dieses Problem gelöst, indem sie Ausgaben in Echtzeit sichtbar machen, Genehmigungsworkflows digitalisieren und die Buchhaltung automatisieren. Das Ergebnis sind nicht nur Zeitersparnisse, sondern auch bessere Daten für Unternehmensentscheidungen.

Moss

Moss ist einer der profiliertesten deutschen FinOps-Anbieter. Das Unternehmen bietet Mastercards für ganze Teams, mit denen Mitarbeitende Ausgaben tätigen können, während das Management in Echtzeit alle Transaktionen überwacht und bei Bedarf eingreifen kann. Die Integration in Buchhaltungssysteme erfolgt automatisiert – Belege werden fotografiert, die Kategorisierung passiert KI-gestützt. Moss hat in einer Series-B-Runde einen signifikanten Betrag eingesammelt und wächst organisch mit dem klaren Fokus auf deutsche und europäische Unternehmen. Der Vorteil gegenüber US-Konkurrenz wie Divvy oder Expensify liegt in der Anpassung an lokale Buchhaltungsstandards und die deutsche Sprache im Support.

Pleo

Pleo kommt aus Dänemark, ist aber in Deutschland stark expandiert. Die Plattform funktioniert ähnlich wie Moss: Geschäftskarten für Teams, Echtzeit-Transaktionsübersicht, automatisierte Belegverarbeitung. Der Unterschied liegt im Ökosystem-Ansatz: Pleo bietet eine vollständige Suite aus Karten, Ausgabenmanagement und Buchhaltungsintegration, die sich an mittelständische Unternehmen richtet. In Skandinavien ist Pleo bereits Marktführer, in Deutschland baut das Unternehmen seine Position kontinuierlich aus. Die Stärke von Pleo liegt in der Tiefe der Integration – von der Ausgabe bis zum Jahresabschluss.

Qonto

Qonto ist ein europäischer All-in-One-Business-Banking-Account, der in Deutschland und Frankreich stark wächst. Neben klassischen Banking-Funktionen bietet Qonto eine integrierte Ausgabenverwaltung mit smarten Karten, Genehmigungsworkflows und einer Buchhaltungsschnittstelle. Die Plattform richtet sich an Selbstständige, Freelancer und kleine bis mittlere Unternehmen. Qonto unterscheidet sich von spezialisierten FinOps-Tools dadurch, dass es Banking und Ausgabenmanagement in einer Lösung vereint – das reduziert die Anzahl der Tools, die ein Unternehmen braucht.

Penta

Penta aus Berlin bietet Geschäftskonten speziell für kleine und mittlere Unternehmen, mit einem Fokus auf Effizienz in der Buchhaltung. Die Integration von DATEV und anderen Buchhaltungssystemen macht Penta besonders für Unternehmen interessant, die mit Steuerberatern zusammenarbeiten. Die Kartenverwaltung und Ausgabenkontrolle sind nahtlos in das Konto integriert. Penta hat einen Nischenfokus, der funktioniert: Unternehmen, die keine komplexe Treasury-Lösung brauchen, aber mehr als ein Basis-Geschäftskonto wollen.

B2B BNPL: Kaufen auf Rechnung wird neu erfunden

Buy Now Pay Later ist kein Consumer-Phänomen. Im B2B-Bereich entstehen gerade die interessantesten Anwendungsfälle für BNPL: Ein Handwerksbetrieb bestellt Materialien im Wert von 10.000 Euro und bezahlt in drei Monaten – ohne den klassischen Lieferantenkredit, der häufig mit bürokratischem Aufwand verbunden ist. Ein Einzelhandelsunternehmen sichert sich Skonto durch vorzeitige Zahlung, finanziert dies aber über BNPL, um die eigene Liquidität zu schonen. Die Mechanismen sind andere als im Consumer-Bereich, aber die Zielgruppe ist groß und die Nachfrage nach flexiblen Finanzierungsformen im Mittelstand ist enorm.

Billie

Billie aus Berlin ist einer der Pioniere im B2B-BNPL in Deutschland. Die Plattform ermöglicht es Geschäftskunden, Einkäufe auf Rechnung oder in Raten zu bezahlen – geprüft, automatisiert, ohne manuelle Kreditprozesse. Billie arbeitet mit einer KI-gestützten Bonitätsprüfung, die Lieferanten und Käufer verbindet. Das Unternehmen hat eine signifikante Series-C-Finanzierung erhalten und wächst zweistellig. Darüber hinaus entwickelt sich Billie zunehmend zu einer Trade-Finance-Plattform, die auch Garantien und Factoring umfasst. Der Fokus liegt darauf, die Liquidität von kleinen und mittleren Unternehmen zu verbessern, indem Finanzierung dort angeboten wird, wo klassische Banken zu bürokratisch oder zu teuer sind.

Mondu

Mondu hat sich auf BNPL-Lösungen für E-Commerce-Unternehmen spezialisiert, die an Geschäftskunden verkaufen. Die Integration in Online-Shops ermöglicht es B2B-Käufern, auf Rechnung oder in Raten zu bestellen, während der Verkäufer sofort den vollen Betrag erhält. Mondu übernimmt das Ausfallrisiko – eine Win-Win-Situation, die beide Seiten entlastet. Das Risiko liegt beim Plattformanbieter, die Finanzierung beim Käufer, und der Verkäufer erhält Planungssicherheit.

Payment Orchestration: Die richtige Zahlungsart zur richtigen Zeit

Payment Orchestration ist die Kunst, verschiedene Zahlungswege intelligent zu steuern. Für einen Online-Shop in Deutschland bedeutet das: Der Kunde soll per PayPal, Kreditkarte, Bankeinzug, Apple Pay, Google Pay oder Kauf auf Rechnung bezahlen können – je nachdem, was für ihn gerade am bequemsten ist. Payment Orchestratoren wie Stripe, Adyen oder Mollie bündeln all diese Kanäle in einer einzigen Integration.

Der Vorteil liegt nicht nur in der Bequemlichkeit, sondern in der Optimierung. Ein Payment Orchestrator kann dynamisch entscheiden, welcher Zahlungsweg bei einem bestimmten Kunden die höchste Erfolgsquote hat, und bei einem Fehler automatisch auf eine Alternative umschalten. Das kann die Conversion Rate messbar verbessern – in einem Markt, in dem bereits ein abgebrochener Zahlungsversuch häufig ein verlorener Kunde ist.

Adyen

Adyen ist globaler Marktführer im Bereich Payment Processing und in Deutschland für mittlere bis große Unternehmen aktiv. Die Plattform verarbeitet Zahlungen in über 135 Währungen und bietet eine Unified Commerce API, die Online-, Offline- und Mobile-Zahlungen in einem System zusammenführt. Adyen hat in Deutschland prominente Kunden wie MediaMarkt und Zalando. Der niederländische Anbieter gilt als technologisch führend und wächst organisch durch die Akquise von Großkunden, die bereit sind, für Zuverlässigkeit und Funktionsumfang auch höhere Preise zu zahlen.

Mollie

Mollie aus den Niederlanden hat sich in Deutschland als Alternative zu Stripe und Adyen positioniert – mit einem einfacheren Preismodell und einer Developer-freundlichen API. Mollie ist besonders bei kleinen und mittleren Online-Shops beliebt, weil die Einrichtung unkompliziert ist und keine monatlichen Fixkosten anfallen. In den vergangenen Jahren hat Mollie sein Produktportfolio erweitert und bietet nun auch wiederkehrende Abrechnungen, Spenden und Point-of-Sale-Lösungen an. Mollie ist der Anbieter für Unternehmen, die Stripe und Adyen für ihre Bedürfnisse als überdimensioniert empfinden.

Stripe

Stripe ist global der wichtigste Payment-Orchestrator und in Deutschland eine feste Größe. Das Unternehmen bietet nicht nur Payment Processing, sondern mit Stripe Connect auch eine Plattform für Marktplätze und Plattformökonomie. Die Issuing-API ermöglicht es Unternehmen, eigene Kartenprodukte aufzubauen – eine Funktion, die für Abo-Modelle und Employer Benefits relevant wird. Stripe zeichnet sich durch eine außergewöhnlich gute Developer-Dokumentation aus, die die Integration für technische Teams deutlich beschleunigt.

SumUp

SumUp hat sich auf kleine Händler und Gastronomen spezialisiert. Die Kartenleser von SumUp sind in deutschen Geschäften und auf Wochenmärkten allgegenwärtig: klein, günstig, sofort einsatzbereit. Die dazugehörige App verwaltet Transaktionen und bietet einfache Analysen. Für Kleinunternehmer ohne eigene IT-Infrastruktur ist SumUp eine niedrigschwellige Lösung, die den bargeldlosen Zahlungsverkehr realisierbar macht. Das Unternehmen hat eine aggressive Preispolitik – niedrige Einstiegskosten und transparente Transaktionsgebühren – die den Marktzugang erleichtert.

Zettle by PayPal

Zettle – mittlerweile Teil von PayPal – bietet eine ähnliche Lösung wie SumUp für kleine Händler. Die Kombination aus Kartenleser und App ermöglicht es auch kleinen Betrieben, Kartenzahlungen anzunehmen. In der Gastronomie und im Einzelhandel hat Zettle eine spürbare Verbreitung. Der Vorteil von Zettle liegt in der Anbindung an das PayPal-Ökosystem, das vielen Nutzerinnen und Nutzern bereits vertraut ist und eine zusätzliche Vertrauensbasis schafft.

Open Banking: Schnittstellen als Innovationstreiber

PSD2 hat den Markt für Kontoinformationsdienste geöffnet, und die dritte Payment Services Directive verschärft die Pflichten der Banken weiter. Wer die neuen Schnittstellen clever nutzt, kann Finanzprodukte entwickeln, die auf vollständigeren Daten basieren als alles, was klassische Banken intern anbieten können. Die technischen Regulierungsstandards der EBA definieren, wie diese Schnittstellen aussehen müssen.

Finleap Connect

Finleap Connect ist die Open-Banking-Tochter des FinLeap-Ökosystems in Berlin. Die Plattform aggregiert Kontodaten von über 3.000 Instituten in Europa und bietet Unternehmen eine standardisierte API für Kontozugriff, Zahlungsausführung und Identitätsprüfung. Finleap Connect ist damit eine der wichtigsten Infrastrukturen für Open-Banking-Anwendungen in Deutschland. Das Unternehmen bedient sowohl FinTechs, die eigene Produkte auf den Daten aufbauen, als auch etablierte Banken, die ihre Infrastruktur modernisieren wollen.

Was das für Sie bedeutet

Die FinTech-Landschaft in Deutschland ist nicht mehr überschaubar – sie ist komplex, dynamisch und in vielen Bereichen bereits international konkurrenzfähig. Berlin hat sich als Standort für Payment-Infrastruktur etabliert, und die regulatorischen Fortschritte durch PSD3 und die Instant-Payments-Pflicht beschleunigen die Entwicklung zusätzlich.

Die entscheidende Frage für Unternehmen ist nicht mehr, ob sie digitale Zahlungslösungen brauchen, sondern welche Architektur sie wählen. Soll es ein Payment Orchestrator für alle Kanäle sein? Eine FinOps-Plattform für interne Ausgabenkontrolle? Ein BaaS-Anbieter für eigene Finanzprodukte? Oder doch der Aufbau auf Open-Banking-Schnittstellen für maximale Flexibilität? Die Antwort hängt von der Unternehmensgröße, dem Geschäftsmodell und dem technischen Reifegrad ab.

Fest steht: Die Zeit der Hürden ist vorbei. Die regulatorischen Rahmenbedingungen sind gesetzt, die technischen Standards sind verfügbar, die Anbieter sind vorhanden. Was jetzt zählt, ist die strategische Entscheidung – und die Kenntnis der Möglichkeiten. Auf digital-magazin.de behalten wir die Entwicklung kontinuierlich im Blick.

0 0 Bewertungen
Artikel Bewertung
Abonnieren
Benachrichtigen bei
guest
0 Kommentare
Älteste
Neueste Meistbewertet
Inline-Feedbacks
Alle Kommentare anzeigen
Ähnliche Artikel