Otto Group nimmt mobiles Payment-System Yapital vom Markt

Man würde meinen, dass alle nur darauf warten, eine App zu haben, die es einem per Klick auf dem Handy erlaubt zu zahlen. Kein Bargeld, kein Plastik, keine Überweisungen. Ja, das gibt es, oder besser gab es. Die Otto Group hatte mit Yapital versucht eben genau dies möglich zu machen. Anscheinend ist jedoch diese Zahlmöglichkeit nicht von genügend Kunden in Anspruch genommen worden, so dass Yapital Ende Januar 2016 eingestellt wird.

Hintergrundinformationen zur Otto Gruppe und Yapital

Also Otto kennt ja irgendwie jeder. Ganz ehrlich, deren Slogan „Otto find’ ich gut …“, find’ ich gut, und auch das Unternehmen selbst. Der Konzern deckt sehr viele Sparten ab und das nicht nur in Deutschland, sondern weltweit. Von Kleidung, Spielzeug über Küchenzubehör bis hin zu Apps, verwirklicht er alle Begehren. Versand, Marken und Services laufen seit über einem halben Jahrhundert unglaublich gut. In Deutschland an der Spitzenposition im Online-Handel, weltweit dicht hinter Amazon.

Das Besondere an der Otto Group ist, dass sie mit der Zeit gegangen ist und deren Angebot im E-Commerce wirklich sehr gut umgesetzt wird. Alles funktioniert bestens, leichter kann man kein Online-Geschäft abschließen. 54.000 Mitarbeiter und 12 Milliarden Euro Umsatz sprechen für sich selbst. Wohl niemand hätte 1949 gedacht, dass der kleine Händler Werner Otto in Hamburg-Schnelsen, mit 28 paar Schuhen im Angebot, es so weit bringen würde, dass sein Unternehmen eines Tages eine Bezahl-App auf den Markt bringen würde.

Eine der revolutionierenden Ideen des Konzerns sollte Yapital werden. „Das Handy wird zum Portemonnaie“, über einen QR-Code und den Scan, zack hat man im Geschäft bezahlt. Wenn man sein Handy nicht zur Hand hatte, konnte man einfach auch über den Rechner alles erledigen. Mit den Freunden essen gehen, einer zahlt per App und die anderen überweisen es dem Bezahlenden in Sekunden, ohne Geld zu wechseln, per Klick. Hört sich irgendwie sehr futuristisch an, aber gar nicht schlecht. Fragt sich nur, warum es nicht funktioniert hat.

Yapital wird es in Zukunft nur im B2B-Bereich geben

Vor einigen Tagen hat die Otto Gruppe es bekannt gegeben, Yapital wird in zwei Monaten, Ende Januar 2016 seinen Service nicht mehr anbieten können. Der Grund hierfür sind zu wenig Nutzer des Cross-Channel-Payments. Wer noch Guthaben auf seinem Konto hat, wird darum gebeten, dieses bis zum besagten Datum ausgeben oder auf ein anderes Konto zu transferieren. An den Orten, wo es akzeptiert wird kann man noch bis zur Frist bezahlen. Registrieren kann man sich auf Yapital nicht mehr.

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Die digitale Bezahlung habe sich bei Endkunden einfach nicht schnell genug entwickelt und etabliert. Der Service bleibt dem B2B allerdings weiterhin als elektronisches Geldtransfer Institut erhalten, da man hier anscheinend auf bessere Resonanz stieß. Als Grund hierfür gibt der Geschäftsführer von Yapital, Marc Berg, an, dass die Menschen ihre Gewohnheiten nur sehr langsam ändern würden. In Deutschland gäbe es gerade mal um die 200.000 Verwender der Payment-Plattform.

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Interessanterweise bekommt man richtig Lust darauf sich zu registrieren, jetzt, wo man es nicht mehr kann. Irgendwie ist es alles so nett geschrieben und beschrieben. Man wollte Pionier sein und das Payment-System revolutionieren und hat es aber nicht ganz geschafft, aus Mangel am Marketing augenscheinlich oder aufgrund von mangelndem Interesse, wobei man sich das nur schwerlich vorstellen kann. Nun, ich hoffe ja, dass die Absicht der Schließung vielleicht so viel Aufmerksamkeit erregt, dass es nicht dazu kommt. Ist doch eigentlich eine tolle Sache „… find’ ich gut“.

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Alexandra Porcu
Alexandra Porcu hat seit einigen Jahren einen eigenen Blog auf Italienisch mit dem Schwerpunkt Minderheitensprachen in Europa. Sie schreibt auch für viele italienische Online-Portale Artikel und Newsletter, da sie Romanistik und Anglistik an der Universität Potsdam studiert hat. Sie kommt aus Berlin und hat Vorfahren auf der wunderschönen Insel Sardinien, über die sie auch viel berichtet. Seit diesem Jahr möchte sie auch in deutschen Seiten aktiv werden, wobei sie hierbei thematisch besonders Online-Marketing und Content-Management interessiert.
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