OECD-Studie – Deutsche nutzen digitale Technologien intensiv

Einer aktuellen OECD-Studie zufolge nutzen die Deutschen digitale Technologien gerne und häufig. Vor allem den Jugendlichen bescheinigt die Studie hohe Kompetenzen im Umgang mit solchen Technologien. Dafür werden zu wenig Geringqualifizierte weitergebildet, weswegen sie am Arbeitsmarkt in Zukunft noch geringere Chancen haben werden. Um hier gegenzusteuern, wären intensive Investitionen in das Bildungssystem nötig.

Das deutsche Ranking in der Studie ist durchwachsen

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In einer aktuellen Studie der OECD, in der die 36 OECD-Mitgliedsländer untersucht wurden, landet Deutschland insgesamt im Mittelfeld. Positiv anzumerken ist, dass digitale Technologien hierzulande „sehr intensiv“ genutzt werden. Insbesondere die junge Generation der 16-29-Jährigen besitzt demzufolge bereits hohe Kompetenzen in diesem Bereich und ist somit für die digitale Zukunft gut gerüstet. Aber auch andere Altersgruppen interessieren sich für digitale Phänomene in ihrem Alltag und nutzen digitale Techniken zum Beispiel bei der Arbeit. In anderen Bereichen schneidet Deutschland allerdings sehr mittelmäßig ab. Hier gibt es zahlreiche andere OECD-Länder, die im Bereich der Digitalisierung schon weiter sind.

Geringqualifizierte werden zu wenig im Umgang mit digitalen Technologien geschult

Ein Problem, das die Studie aufdeckt, ist die Tatsache, dass Geringqualifizierte Arbeitskräfte in Deutschland zu selten an Weiterbildungsmaßnahmen teilnehmen. Das bedeutet, dass sich ihre ohnehin schon schwachen Chancen am Arbeitsmarkt noch weiter verschlechtern. Denn in Zukunft werden digitale Technologien in der Arbeitswelt eine immer größere Rolle spielen. Solide Fachkenntnisse und sinnvolle Erfahrungswerte mit der Digitalisierung gehören somit zwingend zum Jobprofil der Zukunft. Hinzu kommt, dass gerade die Tätigkeiten, die heute Geringqualifizierte ausüben, in Zukunft automatisiert und von Maschinen erledigt werden könnten. Diese Menschen hätten also ein großes Interesse daran, sich digital weiterzubilden.

Die Studie betont, dass sich gegen dieses Problem mit wenigen Mitteln etwas unternehmen ließe. Gerade bei Geringqualifizierten würden oft kurze Schulungsmaßnahmen genügen, um ihnen den Wechsel in ein sichereres Betätigungsfeld zu ermöglichen. Aber auch bei 2,6 % der gut ausgebildeten Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern wäre es möglich, ihre Arbeitsplätze durch gezielte Schulungen sicherer zu machen. Hierfür müsste allerdings ein Zeitraum von bis zu drei Jahren eingeplant werden. Den Schulungsmaßnahmen attestiert die Studie gute Resultate. Demnach zählen über 50 % der Lehrkräfte zur „Spitzenreiter-Position“ im Bereich der Digitalisierung.

Ausgiebige Investitionen in das Bildungssystem sind nötig

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Um Arbeitsplätze zu sichern und die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer optimal auf den Arbeitsmarkt der Zukunft vorzubereiten, sind große Investitionen in das Bildungssystem nötig. Das Ziel müsse es laut dem OECD-Generalsekretär Angel Gurría sein, „Flexibilität, berufliche Mobilität und Arbeitsplatzsicherheit in Einklang zu bringen“. Die Politik müsse hierzu einen Beitrag leisten und die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer unterstützen. Das sei zum Beispiel durch Investitionen in das Bildungssystem möglich. Vor allem sei es wichtig, sich vom Lehrkonzept früherer Jahre zu verabschieden.

Die Zeiten, in denen ein Mensch einmal einen Beruf erlernt und anschließend ein Leben lang ausgeübt hat, sind lange vorbei. Heutzutage müsse ein „System[…] lebenslangen Lernens“ her, das den Menschen dabei hilft, sich kontinuierlich fortzubilden und sich auf die sich verändernden Gegebenheiten am Arbeitsmarkt anzupassen. Gerade der Umgang mit der Digitalisierung und digitalen Technologien ist hierfür ein gutes Beispiel.

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