Math Media Lab – digital mündige Kinder und Lehrer ausbilden

Das Math Media Lab bietet Schülerinnen und Schülern sowie deren Lehrerinnen und Lehrern die Möglichkeit, digitale tools und Hilfsmittel für den Mathematikunterricht auszuprobieren. Das Konzept ist so angelegt, dass es zur Ausbildung von Lehrkräften genutzt werden kann. Denn aktuell fehlt es an allen Ecken und Enden noch an Digitalwissen und praktischer Erfahrung mit der digitalen Transformation. Beides ist aber unverzichtbar, um die Digitalisierung der Schulen aktiv voranzutreiben und sie nicht nur passiv zu erleben.

Was ist das Math Media Lab?

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Das Math Media Lab ist ein Projekt der Humboldt Universität in Berlin. Es bietet Lehrerinnen und Lehrern sowie Schülerinnen und Schülern die Möglichkeit, digitale Technologien auszuprobieren, berichtet volksstimme.de. Das Projekt ist aktuell auf den Mathematikunterricht in der Grundschule ausgerichtet, lässt sich grundsätzlich aber auf alle Fächer und Altersstufen übertragen. Das Labor wurde offiziell am 14. Juni eröffnet und richtet sich an alle Interessierten. Das zeigt sich zum Beispiel daran, dass es viele Videos in Gebärdensprache gibt. Diese sollen es auch Kindern mit einer Beeinträchtigung ermöglichen, die Angebote des Labors zu nutzen und sich spielerisch mit der Digitalisierung vertraut zu machen.

Das Math Media Lab ist mit ganz unterschiedlichen Geräten ausgestattet. So unterstützen zum Beispiel die beiden Roboter Ozobot und Bob3 die Kinder beim Lernen und bieten ihnen Orientierung sowohl im Labor selbst als auch in der digitalen Welt im Allgemeinen. Die Kinder, Jugendlichen und Erwachsenen können frei entscheiden, ob sie einen Minicomputer nutzen, mit Lego-Bausätzen spielen oder die Apps auf den vorhandenen iPads oder dem interaktiven Tisch nutzen. Größtmögliche individuelle Freiheit wird im Labor angestrebt. Alle können sich mit dem beschäftigen, was sie interessiert, und ihrem eigenen Lerntempo gerecht arbeiten – so wie es später auch in einem modernen Unterricht funktionieren soll.

Diese Ziele verfolgt das Math Media Lab

Aktuell herrscht im Bildungswesen bei nahezu allen Beteiligten große Unsicherheit darüber, welchen Stellenwert die Digitalisierung in den Schulen und im Unterricht einnehmen soll. Alle sind sich irgendwie einig, dass es ohne digitale Tools und Lösungen nicht mehr geht, kaum jemand besitzt aber ein überzeugendes Konzept für die Integration digitaler Prozesse in den Schulalltag. Diesem Missstand möchte das Math Media Lab entgegentreten. Es kommt daher bei der Ausbildung von Lehrerinnen und Lehrern zum Einsatz und ermöglicht diesen einen direkten Kontakt mit den neuen Medien und Möglichkeiten. So erkennen die jeweiligen Lehrerinnen und Lehrer, welche Lösungen sich für ihre Vorstellung von Unterricht anbietet und sammeln kostbare Praxiserfahrungen.

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Gleichzeitig bekommen Schülerinnen und Schüler die Möglichkeit, die Zukunft des Lernens kennenzulernen und auszuprobieren, wie ein kreativer und zielführender Umgang mit digitalen Medien aussehen könnte. Es gibt umfassende Workshops für Schülerinnen und Schüler, Seminare für Studierende und Lehrerinnen und Lehrer, die schon lange in ihrem Beruf tätig sind, können an für sie passenden Fortbildungen teilnehmen. Die Idee hierbei besteht darin, allen Beteiligten einen möglichst unmittelbaren Kontakt mit der Digitalisierung zu ermöglichen und dabei zu helfen, sie zu einem ganz normalen Baustein im Repertoire des Bildungssystems zu machen.

Die Digitalisierung an deutschen Schulen besser koordinieren

Eine wichtige Aufgabe für sich sieht das Math Media Lab darin, eine öffentliche Debatte zur Digitalisierung und deren Bedeutung für den Unterricht anzustoßen. Denn aktuell herrscht der Eindruck vor, dass alle etwas Sinnvolles im Bereich der digitalen Transformation machen wollen, hierfür aber keine geeigneten Ansätze kennen. Das wird gerade am Umgang mit den Fördermitteln aus dem Digitalpakt Schule deutlich. Viele Schulen planen, für ihre Schüler- und Lehrerschaft moderne Geräte wie Tablets und iPads anzuschaffen. Das ist grundsätzlich zu begrüßen, ohne ein großes Digitalkonzept kann das aber nicht funktionieren.

Als Beispiel nennt Katja Eilerts von der Humboldt-Universität einen Roboter, der ein perfektes Dreieck zeichnen kann. Diese digitale Technologie sei durchaus beeindruckend, bringe den Schülerinnen und Schülern aber wenig bei dem Versuch, sich mathematische Zusammenhänge bewusst zu machen und diese zu verstehen. Deswegen bringe es nichts, viel Geld in eine solche Technologie zu investieren. Vielmehr müssten sich alle Anschaffungen an einem konkreten Digitalkonzept orientieren. Nur wenn sie für den Bildungsauftrag und das Digitalziel einen Mehrwert bringen, sollten sie angeschafft werden.

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Letztlich ist es das Ziel des Math Media Labs, sowohl die Schülerinnen und Schüler als auch die Lehrerinnen und Lehrer mündig im Umgang mit digitalen Technologien zu machen. Sie sollen in der Lage sein, einzuschätzen, welche digitalen Möglichkeiten wirklich von Nutzen sind und welche nur nette Spielereien darstellen. Es gehe keinesfalls darum, das analoge Lernen vollständig zu ersetzen. Vielmehr sollen die digitalen Möglichkeiten eine Ergänzung des bisherigen Unterrichts sein. Das kann aber nur funktionieren, wenn die Lehrerinnen und Lehrer beide Unterrichtsformen bestmöglich beherrschen und ihren Schülerinnen und Schülern beide Lernmethoden professionell vermitteln können. Hierzu möchte das Math Media Lab einen Beitrag leisten. Zwar gibt es bereits andere Lernwerkstätten mit einem solchen Ansatz, doch nur das Math Media Lab wird für die Ausbildung von Lehrerinnen und Lehrern genutzt.

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