DGB warnt: Abwarten gefährdet den Wirtschaftsstandort Deutschland

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Die Digitalisierung führt schon heute zu einem Wandel des deutschen Arbeitsmarktes. Diese Entwicklung dürfte sich in den kommenden Jahren noch verschärfen. Der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) fordert nun einen aktiven Umgang mit der digitalen Transformation und warnt davor, den Wandel lediglich abzuwarten, berichtet heise.de. Geld für Weiterbildungen und Schulungen sei dringend gefragt, um Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer auf die Anforderungen der Zukunft vorzubereiten.

Sich aktiv an der Digitalisierung beteiligen

Martin Kunzmann ist Chef des DGB in Baden-Württemberg und fordert einen ehrlichen Dialog aller Beteiligten über die Auswirkungen der Digitalisierung auf den deutschen Arbeitsmarkt ein. Schon heute sei der digitale Wandel allerorts zu sehen, sodass eine aktive Beschäftigung mit diesem Thema unausweichlich sei. In diesem Zusammenhang nimmt der DGB-Chef die Betriebsräte in die Pflicht. Es sei an der Zeit, dass diese sich mit ihren jeweiligen Unternehmensführungen an einen Tisch setzten und das Thema ehrlich und ergebnisoffen besprächen.

Aktuell haben bereits in diversen Branchen Veränderungen in der Arbeitsweise und dem Einsatz moderner Technologien stattgefunden. In den kommenden 15 Jahren ist damit zu rechnen, dass etwa 1,46 Millionen Arbeitsplätze verlorengehen, während an anderer Stelle rund 1,4 Millionen neue Arbeitsplätze durch die Digitalisierung entstehen dürften. Es sei daher wichtig, sich auf diese Entwicklung einzulassen und die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer auf die neuen Anforderungen, die an sie gestellt werden, vorzubereiten.

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Deutsche Unternehmen sind laut DGB zu wenig auf die Digitalisierung vorbereitet

Dieses Ziel ist laut Kunzmann ehrgeizig, da ein Großteil der deutschen Unternehmen noch gar nicht auf die Digitalisierung und die mit ihr einhergehenden Veränderungen vorbereitet seien. In vielen Firmen fehle es an einer überzeugenden und umfassenden Digitalstrategie, die konsequent verfolgt und umgesetzt würde. Die Trägheit gegenüber Veränderungen am eigenen Geschäftsmodell zeige sich aber auch an anderer Stelle, wie zum Beispiel dem Umgang mit der Energiewende. Es sei an der Zeit, aus dem Dornröschenschlaf aufzuwachen und sich dem digitalen Wandel mutig und aktiv zu stellen.

Zu diesem Zweck hat der DGB zu einer Kundgebung am Brandenburger Tor aufgerufen. Das Ziel ist es, ein Bewusstsein für die notwendigen Veränderungen und Entwicklungen zu schaffen, die sich aus der Digitalisierung ergeben. Sowohl die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer als auch die Unternehmensführungen sollen den Ernst der Lage begreifen und sich aktiv dafür einsetzen, dass sich die deutsche Wirtschaft auf die neuen Gegebenheiten einstellt.

Geld für Weiterbildungen bereitstellen

Ein Werkzeug, dass der DGB für den Umgang mit der Digitalisierung für unverzichtbar hält, ist das sogenannte Transformationskurzarbeitergeld. Dieses soll Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern zur Verfügung gestellt werden, die sich neben dem Beruf weiterbilden und in digitalen Themen Kompetenzen und Qualifikationen aneignen möchten. Das Ziel sei es, einen Rechtsanspruch auf Weiterbildung zu erkämpfen, der es den Belegschaften der Betriebe ermögliche, sich auf die digitalen Herausforderungen der Zukunft vorzubereiten. Hier sei Abwarten der völlig falsche Weg, da sich die Geschwindigkeit des digitalen Wandels kontinuierlich erhöhe.

Allerdings sieht der DGB noch großen Handlungsbedarf in diesem Bereich. Viele Unternehmen hätten aktuell volle Auftragsbücher, weswegen der Fokus eher auf der Bewältigung des Alltagsgeschäfts als auf einer Neuausrichtung in Richtung Zukunft läge. Zudem profitierten viele Betriebe aktuell davon, dass die meisten Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer am unteren Ende der Entgelttabelle angesiedelt wären. Durch eine Weiterbildung würden ihre Qualifikationen steigen, wodurch sie auch mehr Lohn einfordern würden. Da viele Betriebe hieran nicht interessiert seien, würde der Status Quo eher etabliert als aufgebrochen. Hier gelte es anzusetzen und eine offene, ehrliche Diskussion aller Beteiligten anzuregen.

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