Deutscher Arbeitsmarkt bei Digitalexperten äußerst beliebt

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Eine aktuelle Studie räumt mit dem schlechten Ruf Deutschlands in Sachen Digitalisierung auf. Ihr zufolge sind zahlreiche Digitalexpertinnen und -experten bereit, für einen Arbeitsplatz nach Deutschland zu ziehen. Zudem interessieren sie sich vor allem für eine Anstellung bei einem großen Unternehmen oder Konzern. Gerade Berlin übt auf die Beschäftigten in der Digitalbranche einen großen Reiz aus.

Hintergründe zur Untersuchung

Für die Studie wurden insgesamt 366.000 Berufstätige befragt (Download am Ende des Artikels). Unter ihnen befanden sich 27.000 Digitalexperten. Während bei der Studie insgesamt ein Gleichgewicht zwischen Männern und Frauen vorherrschte, machten Frauen unter den Digitalexperten lediglich einen Anteil von 30% aus. Von den Teilnehmerinnen und Teilnehmern der Studie insgesamt hatten 67% einen Universitätsabschluss und bei den Digitalexperten waren es 80%. Die Studie wurde weltweit durchgeführt, um ein möglichst repräsentatives Ergebnis zu erzielen. Die Personen aus dem Gebiet „Digitalisierung“ stammten vorrangig aus den Bereichen „Datengewinnung und -analyse“ sowie „Entwickler und Programmierer“.

Unter anderem ging die Untersuchung der Frage nach, inwieweit für die Berufstätigen ein Umzug in ein anderes Land aus beruflichen Gründen in Frage käme. Zwei Drittel aller Digitalexperten wären hierzu grundsätzlich bereit. Die höchste Bereitschaft liegt bei den Befragten in Indien und Brasilien (70%) vor, die niedrigste Bereitschaft zeigen Menschen aus China (< 38%). Zudem ist die Bereitschaft zu einem Umzug höher, wenn der neue Arbeitsplatz in einem Land verfügbar ist, das unweit vom Heimatland liegt oder zumindest eine vergleichbare Kultur und Lebensweise besitzt.

Deutschland landet hinter den USA auf Platz 2

Eine recht überraschende Erkenntnis der Studie ist, dass der deutsche Arbeitsmarkt für Digitalexperten deutlich interessanter ist, als es sein Ruf vermuten lässt. So geben 31% der 27.000 Befragten an, dass sie sich einen Umzug nach Deutschland durchaus vorstellen können, wenn es hier einen attraktiven Arbeitsplatz für sie geben sollte. Unter den Fachkräften zum Thema KI (Künstliche Intelligenz) liegt die Quote sogar bei 34%. Mit diesen Werten landet Deutschland im Beliebtheitsranking bei Digitalexperten auf Platz 2 unmittelbar hinter den USA. Von den Befragten können sich nämlich 40% vorstellen, ins Land der unbegrenzten Möglichkeiten zu ziehen. Unter den Fachkräften für KI sind es 38%. Auf Platz drei bis fünf landen Kanada, Australien und Großbritannien. Berlin landet bei den Wunschstädten der Befragten auf Platz drei. Die ersten beiden Plätze werden von London und New York belegt.

Große Unternehmen als Arbeitgeber gefragt

Zu den weiteren erstaunlichen Ergebnissen der Untersuchung gehört, dass sich die meisten Digitalexperten einen Arbeitsplatz in einer großen Firma oder einem Konzern wünschen. Ebenfalls sehr beliebt ist die Selbstständigkeit, um unabhängig zu sein und flexibel arbeiten zu können. Auf Platz drei im Beliebtheitsranking landen die KMU (Kleine und mittlere Unternehmen) und erst auf Platz vier sind die viel beschworenen Start-ups zu finden. Offensichtlich geht es Menschen aus der Digitalbranche eher um Sicherheit, Verlässlichkeit und Eigenständigkeit als um die kreativen Freiräume und Spielwiesen zum Austoben, die Start-ups zu bieten haben.

Diese Erkenntnisse decken sich weitestgehend mit den Fakten, die der Bundesagentur für Arbeit vorliegen. Diese schreibt in ihrem aktuellen Arbeitsmarktbericht nämlich, dass die Zahl der IT-Fachkräfte in Deutschland kontinuierlich ansteigt und bereits die 1 Million Marke überschritten hat. Aktuell haben etwa 78.000 Beschäftigte im Digitalisierungsbereich (ca. 10%) eine ausländische Staatsangehörigkeit.

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