Wer hat Angst vor der Digitalisierung?

Wer hat Angst vor der Digitalisierung?
Montage: digital-magazin.de, Originalbild: Sergey Nivens – stock.adobe.com

Nach wie vor macht die Digitalisierung den Menschen hierzulande Angst. Eine aktuelle Untersuchung hat nun herausgefunden, vor welchen digitalen Aspekten sich die Menschen am meisten fürchten und welche am wenigsten beunruhigend sind. Vor allem die Angst vor Datenmissbrauch und steigender digitaler Kriminalität ist weit verbreitet. Solche Bedenken sind durchaus gerechtfertigt, sie dürfen aber nicht dazu führen, sich digitalen Technologien und neuen Möglichkeiten komplett zu verschließen.

Auf diese Weise hat die Untersuchung gearbeitet

Appinio und ibusiness haben gemeinsam eine Untersuchung zum Thema Angst vor der Digitalisierung durchgeführt. Das Ziel war es, eine altersrepräsentative Umfrage durchzuführen. Aus diesem Grund wurden Menschen zwischen 16 und 65 Jahren befragt. Diese sollten bestimmte Ängste einschätzen und sagen, wie stark sie von diesen betroffen sind. Hierbei konnten Sie einen Wert zwischen 1 (keine Angst) und 6 (große Angst) wählen. Aus den so erhobenen Daten wurde ein Ranking der Ängste in Bezug auf die Digitalisierung erstellt. Die Top 10 zeigen somit die größten Ängste, die die Deutschen mit Blick auf die digitale Transformation haben.

Diese Ängste vor der Digitalisierung sind besonders verbreitet

Die Umfrage hat ergeben, dass die Deutschen vor allem Angst vor einem Datenmissbrauch und vor Cyber-Kriminalität haben. Überwachung (4,58 Punkte), Speicherung personenbezogener Daten (4,52 Punkte) und ein Kontrollverlust über die eigenen Daten (4,46 Punkte) sind besonders stark verbreitet. Ebenso fürchten sich viele Deutsche vor einer wachsenden Internetkriminalität (4,68 Punkte), vor Cyber-Angriffen (4,54 Punkte) und vor Spionage (4,53 Punkte). Nicht zuletzt fürchten sich viele Menschen vor der Zunahme von Fake News und dem Verlust der Fähigkeit, zwischen echten und gefälschten Informationen und Nachrichten unterscheiden zu können (4,54 Punkte). Neben diesem gesellschaftlichen Aspekt sind in den Top 10 ansonsten aber nur Ängste in Bezug auf die Sicherheit und die Daten vertreten.

Quelle: ibusiness/Appinio; Grafik: HighText Verlag

Berechtigte Sorge, ja – übertriebene Angst und Panik, nein

Die Digitalisierung ist durchaus beängstigend und es gibt viele Möglichkeiten, um mit modernen Technologien Böses zu tun. Dennoch ist es wichtig, sich von solchen Ängsten nicht verrückt machen zu lassen. Berechtigte Sorgen dürfen nicht auf die leichte Schulter genommen werden, sondern es muss gezielt nach Lösungen für Sicherheitsprobleme und Gefahren für personenbezogene Daten gefunden werden. Dennoch darf eine solche Digitalangst niemals dazu führen, dass man sich von den Möglichkeiten der Digitalisierung ganz abwendet. Wer das tut, verschläft die Zukunft und kommt in einer zunehmend digitalisierten Welt nicht mehr zurecht.

Das bedeutet aber nicht, ins andere Extrem zu verfallen und zu glauben, dass schon alles irgendwie gut werden wird. Noch immer gehen viele Menschen zu leichtfertig mit ihren Daten um und schützen diese viel zu wenig. Im Alltag zeigt sich die Angst vor der Digitalisierung daher weniger und die Menschen bewegen sich sehr sorglos im Internet. Ein gesunder Mittelweg dürfte die beste Lösung sein. Aufgrund berechtigter Sorgen sollten geeignete Maßnahmen getroffen werden, um sich zu schützen. Angst und Panik sind in diesem Zusammenhang aber schlechte Ratgeber.

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