110 ohne Einsen und Nullen – keine Digitalisierung bei der Hamburger Polizei

Polizei Digitalisierung
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Die Opposition in Hamburg beklagt eine mangelhafte digitale Ausstattung der Polizei in der Stadt. Während Kriminelle und Gefährder die neueste Technik verwendeten, müsste die Hamburger Polizei teilweise mit Technologien aus dem letzten Jahrtausend klarkommen. Bereits angestoßene Projekte werden mangels Erfolgs wieder eingestellt. Wenn sich die Kriminalstatistik verbessern soll, muss hier dringend nachgebessert werden.

Die Opposition in Hamburg will die Digitalisierung beschleunigen

Der CDU-Innenpolitiker in Hamburg, Dennis Gladiator, ist mit dem aktuellen Stand der Digitalisierung der Polizeiarbeit in seiner Stadt unzufrieden, berichtet Welt.de. Er beklagt, dass Kriminelle und Gefährder mit modernster Technik arbeiten würden, während die Hamburger Polizei teilweise mit Equipment des letzten Jahrtausends Vorlieb nehmen müsse. Viel zu oft müssten die Beamtinnen und Beamten auf „Block und Bleistift“ zurückgreifen, statt aktuelle Technologien zum Einsatz zu bringen. Es fehle nicht nur an den nötigen Investitionen in die Digitalisierung der Polizeiarbeit, sondern bereits an den rechtlichen Grundlagen hierfür. Gladiator fordert ein Ende dieser rückwärts gewandten Politik.

In dieselbe Kerbe schlägt auch der FDP-Innenpolitiker Carl Jarchow. Er sagt, dass die Digitalisierung in Hamburg denen anderer Bundesländer und erst recht denen anderer Länder hinterherhinke. Die Ausstattung der Polizei sei altertümlich und müsse dringend auf den aktuellen Stand gebracht werden. Nur so sei eine sinnvolle Kriminalarbeit möglich, die Verbrechen verhindern oder aufklären könne.

Das LKA Hamburg verzichtet auf Digitalprogramm

Drei Jahre lang hat das LKA Hamburg geforscht und untersucht, ob sich der Einsatz des Einbruchsprognoseprogramms „Predictive Policing“ für den Einsatz in der Stadt lohnen würde. Das Tool soll bei der präventiven Vermeidung von Straftaten helfen. Nach dieser Zeit kam das LKA zu dem Schluss, dass es das Tool nicht einsetzen wird. Ein Grund hierfür sei die schlechte digitale Datenlage. Es fehle einfach an den notwendigen Informationen, die nötig seien, damit das Programm sinnvoll und gezielt arbeiten könne. Diese Daten können aber aufgrund der bestehenden Gesetzeslage nicht ohne Weiteres erhoben werden. Diese Tatsache stößt der Opposition massiv auf, weswegen sie ein Umdenken bei der Digitalpolitik der Stadt fordert.

Weitere Digitalprojekte der Hamburger Polizei wurden wieder eingestellt

„Predictive Policing“ ist aber nicht das einzige digitale Tool, auf das Hamburg auch in Zukunft verzichten wird. Denn auch der eigene Messenger-Dienst auf Grundlage einer Windows-Oberfläche, den die Stadt Hamburg geplant hatte, wird nicht weiter entwickelt. Grund hierfür ist zum einen die Tatsache, dass die Akkus der Geräte mit der Mehrbelastung nicht zurechtkamen. Zum anderen hätten sich Beamte beklagt, dass sie mit der neuen Technologie nicht zurechtkämen. Diese Informationen kamen nach einer Anfrage des CDU-Abgeordneten Joachim Lenders ans Licht. Statt ein eigenes Tool zu entwickeln, sollen nun Apple-Smartphones für die Hamburger Polizei angeschafft werden.

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