Abseits der großen Smartphone-Vorstellungen bietet der Mobile World Congress 2026 in Barcelona einige der verrücktesten Gadgets des Jahres. Von Technos Magnet-Phone bis Honors hauchdünnem Tablet – wir zeigen die Highlights.
Der MWC 2026 ist gestartet – und wie jedes Jahr ist es nicht nur das, was auf den großen Bühnen passiert, das mich fasziniert. Es sind die Nebenschauplätze. Die kleinen Stände in Halle 7, wo ein koreanisches Startup sein wildes Konzept-Gadget zeigt. Oder die Überraschungsankündigungen, die niemand auf dem Radar hatte.
Ich habe mich durch die Ankündigungen der ersten beiden Messetage gewühlt – und hier sind die Gadget-Highlights, die Sie kennen sollten. Nicht alle davon werden es in den Handel schaffen. Aber alle zeigen, wohin die Technik-Reise geht.
4,8 Millimeter. So dünn ist Honors neues Tablet. Zum Vergleich: Ein handelsüblicher Bleistift ist 7 Millimeter dick. Das MagicPad 4 ist also dünner als ein Bleistift.
Und trotzdem steckt einiges drin: Ein 12,3-Zoll-Display mit 165 Hz Bildwiederholrate, das laut Honor eine Spitzenhelligkeit von 1600 Nits erreicht. Einen Snapdragon-Prozessor der neuesten Generation. Und – das überrascht bei der Dicke – vier Lautsprecher für räumlichen Klang.
Wie Engadget berichtet, positioniert Honor das MagicPad 4 als kreatives Werkzeug – mit Stift-Unterstützung und Apps, die speziell für den großen Bildschirm optimiert sind. Die plattformübergreifende Integration mit Honors Smartphones und dem MagicBook soll dabei den Workflow zwischen Geräten nahtlos machen.
Preis und Verfügbarkeit? Noch nicht offiziell. Aber Honor bringt seine Geräte erfahrungsgemäß schnell nach Europa.
Xiaomi und Leica – diese Partnerschaft hat schon beim 14 Ultra für Aufsehen gesorgt. Auf dem MWC 2026 gehen die beiden einen Schritt weiter: das Leica Leitzphone, ein Smartphone, das konsequent von der Kamera her gedacht ist.
Das bedeutet: kein Kamera-Modul, das hinten draufgeklebt wirkt, sondern ein Gerät, bei dem das gesamte Design um das optische System herum aufgebaut ist. Ein Sensor, der Leicas Farblook nativ reproduziert. Und eine Benutzeroberfläche, die sich an Leicas eigene Kamera-Menüs anlehnt.
Für wen? Nicht für den Massenmarkt. Das Leitzphone wird teuer – in Japan, wo es zuerst erscheint, liegt der Preis bei umgerechnet über 1.500 Euro. In Europa dürfte es noch teurer werden. Aber für Fotografie-Enthusiasten, die ein Smartphone als ernsthaftes Kamerawerkzeug nutzen wollen, könnte es das interessanteste Gerät des Jahres sein.
Erinnern Sie sich an Project Ara? Googles gescheiterter Versuch, ein modulares Smartphone zu bauen? Tecno versucht es 2026 erneut – und der Ansatz ist deutlich pragmatischer.
Statt das gesamte Smartphone modular zu machen, konzentriert sich Tecno auf Zubehör, das magnetisch an der Rückseite andockt. Eine Powerbank. Ein Teleobjektiv. Eine Action-Kamera. Alles mit Magneten befestigt, alles sofort einsatzbereit.
Das Konzept erinnert an den Trend zur Interoperabilität und modularen Systemen, der sich auch im Smart-Home-Bereich durchsetzt. Verschiedene Komponenten, ein gemeinsamer Standard.
Die große Frage: Wird es diesmal klappen? Die Magnet-Technologie ist besser als je zuvor (danke, MagSafe), und die Module sind kompakter. Aber die Geschichte modularer Smartphones ist eine Geschichte des Scheiterns. Tecno hat auf dem MWC eine Live-Demo gezeigt – und die sah überraschend überzeugend aus.

TCL macht mit Nxtpaper weiter das, was TCL am besten kann: praktische Technologie zu bezahlbaren Preisen. Das Nxtpaper 15 Pro kombiniert ein augenschonendes Display mit einem vollwertigen Smartphone – und das für voraussichtlich unter 300 Euro.
Die Nxtpaper-Technologie reduziert Blaulicht und Reflexionen deutlich stärker als herkömmliche Blaulichtfilter. Das Ergebnis: Ein Bildschirm, der sich anfühlt wie ein Mittelding zwischen E-Reader und normalem Display. Weniger Augenbelastung, mehr Lesekomfort – besonders abends.
Dazu kommt ein respektabler Akku (5.500 mAh) und eine 108-Megapixel-Hauptkamera. Kein Flagship-Killer, aber ein solides Mittelklasse-Smartphone mit einem echten Alleinstellungsmerkmal.
Man kann nicht über die Gadgets des MWC 2026 schreiben, ohne über Honors Robot Phone zu sprechen. Ein Smartphone. Mit Beinen. Das sich physisch bewegt.
Honor zeigt das Konzept in Barcelona deutlich ausführlicher als auf der CES im Januar. Das Robot Phone kann auf seinem Ständer rotieren, sich dem Nutzer zuwenden, Gesten erkennen und physisch reagieren. Es ist – und daran führt kein Weg vorbei – ziemlich verrückt.
Die technische Basis: Ein vollwertiges Smartphone, montiert auf einer motorisierten Basis, die über KI-gesteuerte Sensoren Bewegungen und Sprache erkennt. Die Idee: Ein Gerät, das nicht passiv auf dem Tisch liegt, sondern aktiv mit Ihnen interagiert.
Wird es ein Produkt? Wahrscheinlich nicht in dieser Form. Aber die Technologie dahinter – räumliche Erkennung, physische Interaktion, KI-gesteuerte Hardware – könnte in anderen Produkten Anwendung finden. Smart Displays, Videokonferenz-Systeme, vielleicht sogar assistierende Roboter für ältere Menschen.
Samsung nutzt den MWC 2026 möglicherweise für den globalen Rollout des Galaxy Z TriFold – des ersten dreifach faltbaren Smartphones des Konzerns.
Zusammengefaltet: ein kompaktes Smartphone. Einmal aufgefaltet: ein großes Smartphone. Zweimal aufgefaltet: ein kleines Tablet. Die Idee ist so simpel wie ambitioniert.
Im letzten Jahr hatte Samsung mit dem Galaxy S25 Edge auf dem MWC für Furore gesorgt. Der TriFold könnte dieses Jahr eine ähnliche Rolle spielen – als Statement, das zeigt, wohin Samsung die Kategorie der faltbaren Geräte entwickeln will.
Für den Massenmarkt? Noch nicht. Der Preis dürfte jenseits von 2.000 Euro liegen. Aber als Technologiedemonstration ist der TriFold beeindruckend – und ein klares Signal an die Konkurrenz.
Drei Trends kristallisieren sich auf dem MWC 2026 heraus:
Physische KI-Integration. Honors Robot Phone ist das extremste Beispiel, aber der Trend geht klar in Richtung Geräte, die ihre Umgebung wahrnehmen und physisch darauf reagieren. Das ist der nächste Schritt nach Sprachassistenten.
Ultra-Dünn als Design-Statement. Honors 4,8-mm-Tablet, Samsungs Edge-Linie – die Hersteller demonstrieren Ingenieurskunst durch Miniaturisierung. Ob die Nutzer das tatsächlich brauchen, ist zweitrangig. Es geht ums Können.
Kamera-First-Design. Xiaomis Leica Leitzphone und das 17 Ultra zeigen: Die Kamera ist nicht mehr ein Feature unter vielen, sondern das definierendes Merkmal eines Premium-Smartphones. Für eine Generation, die mehr fotografiert als telefoniert, ist das konsequent.
Der MWC 2026 beweist: Die Smartphone-Branche hat noch lange nicht alles gesagt. Und manchmal sind es gerade die verrücktesten Ideen, die am Ende die Zukunft definieren.
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