Ein Fondsvolumen von 705 Millionen Euro binnen 14 Monaten, ein zweiter Anbieter mit 311 Millionen Euro im Rücken, ein dritter noch mit einem Zehntel davon – der Markt für Quantencomputer ETF-Produkte ist plötzlich kein Nischenspielplatz mehr, sondern ein Wettlauf großer Häuser um europäische Retailanleger. Mitte Juli 2026 überbieten sich Anbieter mit neuen Deep-Tech-Strategien, die Halbleiter, Cloud-Infrastruktur und spezialisierte Quanten-Startups in einem Produkt bündeln. Klingt nach der nächsten großen Sache. Rechnen wir nach, was unter dem Strich tatsächlich drinsteckt.
Was europäische Anbieter jetzt lancieren
Die Produktpalette hat sich in den vergangenen Monaten deutlich verbreitert. Der VanEck Quantum Computing UCITS ETF (ISIN IE0007Y8Y157) ist seit Mai 2025 am Markt, bildet den MarketVector Global Quantum Leaders Index physisch nach und verlangt eine Gesamtkostenquote von 0,55 Prozent pro Jahr. Kurz danach zog WisdomTree mit einem eigenen Quantum Computing UCITS ETF nach, günstiger kalkuliert mit 0,50 Prozent TER und mittlerweile gut 311 Millionen Euro Volumen. iShares folgte im Dezember 2025 mit dem Produkt QANT, ebenfalls 0,50 Prozent Kosten, aber mit gerade einmal rund 66 Millionen US-Dollar Volumen ein deutlich kleinerer Player.
Parallel dazu positionieren sich Deep-Tech-Fonds, die nicht nur auf reine Quantenhardware setzen, sondern Halbleiter-Fonds-Logik mit KI-Infrastruktur verschmelzen. Der Global X AI Semiconductor & Quantum UCITS ETF etwa kombiniert Chiphersteller mit Quantenwerten und kommt mit 0,35 Prozent TER vergleichsweise günstig daher. Die Idee dahinter: Wer nicht weiß, ob der Durchbruch bei Quantencomputern oder bei klassischen KI-Chips zuerst kommt, investiert einfach in beides gleichzeitig. Elegant gedacht, aber genau hier beginnt die eigentliche Analysearbeit für Anleger.
Die Zahlen hinter dem Hype
Bevor Sie in einen Quantencomputer ETF investieren, sollte die Marktgröße realistisch eingeordnet werden. Laut einer von ETF.at zitierten Analyse von Precedence Research lag das globale Marktvolumen für Quantum Computing im Jahr 2025 bei rund 1,44 Milliarden US-Dollar. Bis 2034 soll es auf 16,44 Milliarden US-Dollar wachsen, das entspräche einer jährlichen Wachstumsrate von etwa 30,88 Prozent. Das sind beeindruckende Zahlen – und zugleich Modellannahmen einer einzelnen Studie, keine Garantie.
Zum Vergleich: Der komplette globale Halbleitermarkt bewegt sich in einer völlig anderen Liga, im hohen dreistelligen Milliardenbereich. Quantencomputing ist also, gemessen am heutigen Umsatz, ein Rundungsfehler neben dem, was klassische Halbleiter-Fonds abbilden. Die Wachstumsraten mögen spektakulär aussehen, die absolute Basis bleibt klein. Wer bei 1,44 Milliarden Dollar startet, kann sich locker verzehnfachen und ist trotzdem noch ein Nischenmarkt im Vergleich zu etablierten Tech-Sektoren. Wie sich diese Dynamik speziell auf den Fintech-Sektor auswirkt, zeigt unsere Analyse zu Quantencomputern im Fintech-Umfeld.
Rechenbeispiel: Gebühren und Renditen im Vergleich
Konkret wird es bei den Kosten. Bei einer Anlage von 10.000 Euro über zehn Jahre macht der Unterschied zwischen 0,35 Prozent TER (Global X) und 0,55 Prozent TER (VanEck) bei angenommener konstanter Wertentwicklung rund 200 Euro an zusätzlichen Kosten aus – nicht dramatisch, aber auch nicht nichts, wenn man bedenkt, dass die Rendite in diesem Segment ohnehin stark schwankt.
Und genau diese Schwankung ist der eigentliche Knackpunkt. Der VanEck Quantum Computing UCITS ETF meldete zur Jahresmitte 2026 ein Plus von rund 11,98 Prozent seit Jahresbeginn. Der Global X AI Semiconductor & Quantum UCITS ETF kam laut ETF.at-Auswertung im gleichen Zeitraum auf ein Plus von 89,93 Prozent. Zwei Produkte, ähnliches Thema, komplett unterschiedliche Performance – allein das zeigt, wie sehr die konkrete Portfoliozusammensetzung über Erfolg oder Enttäuschung entscheidet. Eine Zahl wie 89,93 Prozent Jahresrendite ist beeindruckend, aber sie ist kein Naturgesetz. Sie entstand in einem speziellen Marktumfeld aus KI-Boom und Halbleiterknappheit und kann sich ebenso schnell umkehren.
Der Haken: Etikettenschwindel und Konzentrationsrisiko
Der Haken an vielen dieser Produkte liegt im Kleingedruckten der Indexmethodik. ETF.at warnt explizit vor „Etikettenschwindel“: Manche Fonds tragen „Quantum“ im Namen, investieren aber nur zu einem kleinen Teil tatsächlich in Unternehmen mit echtem Quantencomputing-Geschäft. Der VanEck-Index verlangt immerhin klare Kriterien – Unternehmen müssen mindestens 50 Prozent Umsatz oder mindestens 25 Prozent ihrer Geschäftsaktivität aus Quantentechnologie erzielen, oder alternativ mindestens fünf einschlägige Patente vorweisen. Das ist strenger als bei vielen anderen Themen-ETFs, aber selbst diese Hürde lässt Raum für Auslegung.
Meine persönliche Einschätzung: Gerade bei Deep-Tech Investing lohnt sich ein Blick ins Factsheet, bevor man dem Marketing-Narrativ vertraut. Wer wissen will, was wirklich im Fonds steckt, sollte die Top-Holdings prüfen und sich fragen, wie viele davon tatsächlich Umsätze mit Quantenhardware oder -software erzielen – und wie viele einfach klassische Tech-Konzerne sind, die nebenbei ein Forschungslabor betreiben. Diese Prüfung dauert keine zehn Minuten, erspart aber böse Überraschungen. Die Hintergründe zu dieser Entwicklung beleuchten wir auch in unserem Folgebeitrag zur zweiten Welle der Quantencomputer-Fintech-Produkte.
Hinzu kommt das Konzentrationsrisiko, auf das Morningstar und justETF in ihren Analysen regelmäßig hinweisen: Themen-ETFs bündeln oft nur 20 bis 40 Einzeltitel, teils mit deutlichem Übergewicht einzelner Branchenführer. Fällt einer der Schwergewichte aus, reißt das den gesamten Fonds mit nach unten. Bei einem breiten MSCI World ETF verteilt sich das Risiko auf über 1.500 Unternehmen, bei einem spezialisierten Quantencomputer ETF auf eine Handvoll Namen.

Was die PRIIPs-Szenarien wirklich zeigen
Wer bei einem Broker in ein solches Produkt investiert, bekommt vor dem Kauf ein sogenanntes PRIIPs-Basisinformationsblatt vorgelegt – Pflichtlektüre, auch wenn kaum jemand sie liest. Beim iShares Quantum Computing UCITS ETF zeigt das Stress-Szenario über zehn Jahre eine mögliche durchschnittliche Jahresrendite von minus 24,2 Prozent, das günstige Szenario dagegen plus 35,2 Prozent. Das ist keine Bandbreite, das ist ein Abgrund zwischen zwei möglichen Zukünften.
Konkret heißt das: Aus 10.000 Euro könnten im Stress-Szenario über zehn Jahre theoretisch nur noch wenige tausend Euro werden, im günstigen Szenario dagegen ein Vielfaches. Solche Modellrechnungen sind keine Prognosen, sondern regulatorisch vorgeschriebene Szenariodarstellungen – aber sie machen deutlich, wie weit die Ergebnisspanne bei diesem Produkttyp auseinanderklafft. Wer sich bei der Geldanlage Sicherheit wünscht, ist bei einem Quantencomputer ETF grundsätzlich am falschen Ort.
Quantencomputing-Ökosystem: Die unsichtbaren Zulieferer
Was in der öffentlichen Debatte oft untergeht, ist die immense Lieferkette, die hinter jedem funktionierenden Quantencomputer steht. Ein Quantenprozessor allein ist wertlos ohne die Infrastruktur, die ihn am Laufen hält. Dazu gehören Verdünnungskühlmaschinen, die Temperaturen nahe dem absoluten Nullpunkt erzeugen, hochpräzise Lasersysteme zur Steuerung von Ionenfallen, supraleitende Kabelverbindungen und spezialisierte Steuerungssoftware, die Quantenbits in Echtzeit kalibriert. Unternehmen wie Bluefors aus Finnland, Zurich Instruments aus der Schweiz oder FormFactor aus den USA verdienen heute bereits substanzielle Umsätze mit dieser Infrastruktur – unabhängig davon, welcher Quantencomputer-Ansatz sich am Ende durchsetzt.
Für Anleger stellt sich die Frage: Sind diese Zulieferer in den gängigen Quantencomputer-ETFs überhaupt enthalten? Die Antwort ist gemischt. Einige Indizes bilden das Ökosystem breiter ab und enthalten Kryotechnik- und Messtechnik-Spezialisten, andere konzentrieren sich fast ausschließlich auf die bekannten Namen wie IBM, Google, IonQ oder Rigetti. Wer gezielt auf die Infrastruktur-Wette setzen möchte – also darauf, dass unabhängig vom Gewinner des Quantenrenns jemand die Kühlschränke und Kabel liefern muss –, sollte die Holdings-Liste seines ETFs besonders genau prüfen. Möglicherweise ist ein kombinierter Ansatz aus einem breiten Deep-Tech-Fonds und gezielten Einzelinvestments in Infrastrukturanbieter sinnvoller als ein einzelner reiner Quantencomputer-ETF.
Ein weiteres oft übersehenes Segment ist die Fehlerkorrektur-Software. Quantencomputer sind inhärent fehleranfällig, und erst durch ausgeklügelte Korrekturalgorithmen werden sie praktisch nutzbar. Unternehmen, die sich auf diese Software-Schicht spezialisieren, arbeiten im Hintergrund, sind aber potenziell unverzichtbar, sobald Quantencomputer den Schritt vom Labor in den Produktivbetrieb schaffen. Diese Schicht des Technologie-Stacks wird von den meisten ETF-Indizes bisher nur unzureichend abgebildet.
Historische Parallelen: Was frühere Tech-Hypes lehren
Die aktuelle Euphorie um Quantencomputer-ETFs erinnert in mancher Hinsicht an zwei frühere Wellen: den Clean-Energy-Hype der Jahre 2006 bis 2008 und die Dotcom-Blase der späten Neunziger. Bei Clean Energy lancierten Anbieter wie iShares und Invesco Themen-ETFs, die Solar- und Windunternehmen bündelten. Die Wachstumsprognosen waren ähnlich spektakulär wie heute bei Quantencomputing. Was folgte, war ein jahrelanger Bärenmarkt: Der iShares Global Clean Energy ETF verlor zwischen 2008 und 2012 über 70 Prozent seines Wertes, viele Einzelwerte gingen pleite. Erst ab 2019 erholte sich das Segment – mehr als ein Jahrzehnt später.
Die Lehre daraus ist nicht, dass Quantencomputing keine Zukunft hat. Die Lehre ist, dass der Zeitpunkt des Einstiegs und die Bewertung der Einzelwerte entscheidend sind – und dass selbst eine richtige langfristige These kurzfristig zu schmerzhaften Drawdowns führen kann. Wer 2007 in Solarenergie investierte, hatte die richtige Branchenthese, aber das falsche Timing. Bei Quantencomputing stehen wir vermutlich noch früher im Zyklus: Die kommerzielle Reife ist weiter entfernt als bei Solarzellen im Jahr 2007, was sowohl mehr Aufwärtspotenzial als auch mehr Zeitrisiko bedeutet.
Ein zweiter Vergleich lohnt sich mit dem 3D-Druck-Hype um 2013/2014. Damals schossen Aktien von Unternehmen wie 3D Systems und Stratasys in den Himmel, getrieben von der Vision, dass additive Fertigung die gesamte Industrie umkrempeln würde. Passiert ist das teilweise auch – aber erst Jahre später und in deutlich geringerem Umfang als prognostiziert. Die Aktienkurse hatten den Hype längst wieder abgegeben, bevor die Technologie ihren langsamen, aber echten Siegeszug in der Produktion begann. Für ETF-Anleger bedeutet das: Selbst wenn Quantencomputing langfristig erfolgreich ist, kann es Phasen geben, in denen das Thema an der Börse schlicht nicht mehr gehandelt wird und die Kurse seitwärts laufen oder fallen.
Deep-Tech versus klassischer Halbleiter-Fonds
Ein Punkt wird in der Berichterstattung häufig verwischt: Quantencomputer sind keine schnelleren Server. Sie nutzen physikalische Effekte wie Superposition und Verschränkung, um bestimmte Problemklassen – etwa komplexe Optimierungsaufgaben oder Molekülsimulationen – potenziell effizienter zu lösen als klassische Computer. Ein klassischer Halbleiter-Fonds investiert dagegen in Siliziumchips, Foundries und Chipausrüster, deren Geschäftsmodell heute schon Milliardenumsätze generiert.
Wer also einen Deep-Tech-Fonds kauft, der beide Welten mischt, profitiert in der Regel überwiegend vom klassischen Halbleiter- und KI-Boom, nicht von echten Quantencomputer-Durchbrüchen. Das ist nicht per se schlecht – Halbleiter-Fonds haben in den vergangenen Jahren solide Renditen geliefert –, aber es ist ein anderes Risikoprofil als ein reiner Quantencomputer ETF. Anleger sollten sich fragen, welches Risiko sie eigentlich eingehen wollen, bevor sie auf den nächsten griffigen Fondsnamen klicken. Dass dieser Wettbewerb um die beste Deep-Tech-Strategie auch die Forschungsabteilungen der Broker und Fintech-Labs antreibt, zeigt unser Blick auf die Konkurrenz unter Brokern im Feld der Quantenforschung.
ESMA, Anlegerschutz und die Grenzen der Regulierung
Die europäische Wertpapieraufsicht ESMA beschäftigt sich seit Jahren mit dem Schutz von Kleinanlegern bei komplexen Finanzprodukten. Themen-ETFs auf Zukunftstechnologien fallen zwar formal unter die gleichen UCITS-Regeln wie ein simpler MSCI World ETF, bringen aber ein völlig anderes Risikoprofil mit. Die Fondsstruktur selbst – physische Replikation, Irland als Domizil, thesaurierende Ausschüttung – ist bei den meisten großen Anbietern solide und unterscheidet sich kaum von etablierten Produkten. Das eigentliche Risiko liegt nicht in der Fondskonstruktion, sondern in der Konzentration auf ein hoch spekulatives Zukunftsthema.
Ist das ein Regulierungsproblem oder schlicht die Verantwortung jedes einzelnen Anlegers, sich vor dem Kauf zu informieren? Ich tendiere zu Letzterem. Die Informationsblätter existieren, die Kennzahlen sind öffentlich einsehbar, die Risikohinweise stehen schwarz auf weiß im Verkaufsprospekt. Wer trotzdem blind kauft, weil „Quantum“ gerade überall in den Schlagzeilen steht, trägt einen Teil der Verantwortung selbst.
Konkrete Portfolio-Szenarien: Vom Sparplan bis zur Satellitenposition
Wie sieht ein verantwortungsvoller Umgang mit Quantencomputer-ETFs in der Praxis aus?Beginnen wir mit dem konservativsten Szenario: Ein Anleger mit einem gut diversifizierten Kernportfolio aus weltweiten Aktien- und Anleihen-ETFs möchte sich mit einer kleinen Satellite-Position am Quantencomputing-Thema beteiligen. In diesem Fall wäre eine Beimischung von maximal zwei bis drei Prozent des Gesamtportfolios vertretbar – idealerweise über einen monatlichen Sparplan mit geringem Einzugsbetrag. Der Vorteil: Selbst ein Totalverlust dieser Position würde das Gesamtdepot kaum spürbar treffen, während die Chance auf überproportionale Wertsteigerung erhalten bleibt.
Das zweite Szenario betrifft technologieaffine Anleger, die bereits Positionen in KI- und Halbleiter-ETFs halten. Hier besteht die Gefahr einer unbewussten Klumpenbildung: Wer bereits in einem Halbleiter-ETF investiert ist und zusätzlich einen Deep-Tech-Fonds mit Quanten-Schwerpunkt kauft, hat möglicherweise unbemerkt dieselben fünf oder sechs Großkonzerne doppelt im Portfolio. Ein Blick in die Top-Holdings beider Produkte und ein Abgleich der Überschneidungen ist hier essenziell, bevor man die Order platziert. Liegt die Überlappung bei über 30 Prozent, ist der zusätzliche Fonds redundant – dann wäre ein reiner Quantencomputer-ETF mit strengerer Indexmethodik die ehrlichere Wahl.
Das dritte und riskanteste Szenario: Ein Anleger möchte Quantencomputing als Kernwette auf die nächste technologische Revolution positionieren und einen zweistelligen Prozentsatz des Depots allozieren. Davon rate ich ausdrücklich ab – nicht weil die Technologie chancenlos wäre, sondern weil die zeitliche Ungewissheit enorm ist. Selbst optimistische Prognosen rechnen erst ab 2030 bis 2035 mit kommerziell relevanten Quantenvorteilen in breiter Anwendung. Zehn Jahre Durststrecke ohne nennenswerte Kursgewinne sind in diesem Segment ein realistisches Szenario, das nur verkraftet, wer die Position als langfristiges Venture-ähnliches Investment begreift und entsprechend klein dimensioniert.
Praktische Schritte vor dem Einstieg
Wer trotz aller Risiken einsteigen möchte, sollte einige konkrete Punkte prüfen. Erstens: Factsheet und Indexmethodik lesen, nicht nur den Fondsnamen. Zweitens: Top-10-Holdings mit dem eigenen Anspruch abgleichen – wie viele davon sind wirklich Quantum-Pure-Plays? Drittens: Die Fondsgröße im Blick behalten. Ein Volumen von nur drei Millionen Euro, wie beim kleinsten hier genannten Anbieter, bedeutet ein reales Schließungsrisiko, falls die Nachfrage ausbleibt.
Viertens, und das ist der praktischste Tipp: Die Positionsgröße im eigenen Portfolio begrenzen. justETF weist in seinem Ratgeber darauf hin, dass solche Themenfonds inzwischen per Sparplan ab einem Euro monatlich zugänglich sind – Broker wie Scalable Capital, Trade Republic oder ING bieten das an. Genau diese niedrige Einstiegshürde verführt manche dazu, einen viel zu großen Anteil des Depots in ein einziges spekulatives Thema zu stecken. Eine Beimischung von wenigen Prozent des Gesamtportfolios ist etwas anderes als eine Kernposition.
Rendite-Chancen realistisch einordnen
Unter dem Strich bleibt ein zwiespältiges Bild. Die Rendite-Chancen bei Quantencomputer ETFs und Deep-Tech-Fonds sind real, das zeigen die Zuflüsse der vergangenen Monate ebenso wie die teils zweistelligen Kursgewinne einzelner Produkte. Gleichzeitig sind die zugrunde liegenden Geschäftsmodelle vielfach noch unprofitabel, der kommerzielle Durchbruch von Quantencomputing bleibt nach Einschätzung selbst der Fondsanbieter ungewiss. Wer hier investiert, kauft im Kern eine Wette auf eine Zukunft, die frühestens in einer Dekade Substanz gewinnen könnte – wenn überhaupt in der erwarteten Größenordnung.
Was bleibt also von den neuen europäischen Strategien? Ein spannendes, aber hochspekulatives Segment, das mit kleinen Sparraten in kaum überschaubares Risiko führen kann. Wer sich dafür entscheidet, sollte die Fondsgröße, die Kostenquote und die tatsächliche Zusammensetzung genauso ernst nehmen wie die Marketingversprechen der Anbieter. Und vielleicht die einfachste Frage stellen, bevor der nächste Klick auf „Kaufen“ erfolgt: Würde ich diesem Unternehmen auch ohne das Etikett „Quantum“ mein Geld anvertrauen?





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