Arbeitgeber zu wenig digital – Verwaltung, Vertrieb und Service schneiden schlecht ab

In einer aktuellen Studie wurden 1.000 Angestellte zu ihrer Haltung bezüglich der digitalen Kompetenz ihres Arbeitgebers befragt. Während die eigenen Arbeitgeber noch recht positiv bewertet wurden, sehen die meisten große Defizite bei der Digitalisierung in Gesamtdeutschland. Vor allem in den Bereichen Verwaltung, Vertrieb und Service bestehe den Arbeitnehmern zufolge immenser Handlungsbedarf.

So ging die Studie vor

Die Studie „Mitarbeitefocus Deutschland – Sondererhebung Corona-Pandemie“ wurde vom Marktforschungs- und Beratungsunternehmen 2HMforum durchgeführt. Ziel war es, die Digitalisierung deutscher Unternehmen aus Sicht der Arbeitnehmer einzuschätzen. Zu diesem Zweck wurden im Mai 2020 insgesamt 1.000 Mitarbeiter befragt. Die gesammelten Daten wurden kategorisiert und ausgewertet. Unter anderem erfolgte eine Unterscheidung nach Alter, Betriebsgröße, Branche und Geschlecht. Außerdem wurden Schwerpunktthemen wie der Einfluss der Krise und die Beziehung zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer gesetzt. Aus den gesammelten Erkenntnissen ergibt sich ein gutes Bild davon, wie die digitale Transformation in Deutschland eingeschätzt wird und für wie zukunftsfähig die Belegschaften ihre jeweiligen Betriebe halten.

Individuelle Arbeitgeber schneiden besser ab als die bundesweite Digitalisierung

Die Studie zeigt deutlich, dass die deutschen Arbeitnehmer Bedenken in Bezug auf den Erfolg der Digitalisierung hierzulande haben. Dem eigenen Arbeitgeber stellt die Belegschaft meist noch ein gutes Zeugnis aus. 56% der Befragten geben an, dass sie mit der digitalen Transformation ihres Unternehmens zufrieden seien, berichtet industrie.de. In Bezug auf Deutschland sind hingegen nur 32% überzeugt, dass die Arbeitgeber auf einem guten Weg wären. Bundesweit gebe es noch zu viele digitale Defizite, die behoben werden müssten. Diese betreffen nahezu alle Wirtschaftsbereich und umfassen digitale Konzepte und Technologien ebenso wie den Ausbau einer digitalen Infrastruktur und die digitale (Aus)Bildung der Belegschaft.

Verwaltung, Vertrieb und Service sind die Sorgenkinder

Gerade die Verwaltung und der Dienstleistungssektor bereiten den Arbeitnehmern große Sorgen. Das betrifft insbesondere die Bildung. Gerade einmal 13% der Arbeitnehmer im Bereich „Erziehung und Unterricht“ sind mit der digitalen Transformation der Schulen zufrieden. Speziell die Corona-Krise habe schonungslos offengelegt, welche Defizite im Bildungsbereich herrschen. Dabei wurde der „Digitalpakt Schule“ deutlich vor der Krise ins Leben gerufen, um die digitale Transformation des Bildungswesens voranzubringen.

Zu den Abteilungen, die von den Arbeitnehmern am schwächsten eingeschätzt werden, gehören insbesondere diejenigen, die für den Unternehmenserfolg maßgeblich verantwortlich sind. Vor allem der Vertrieb, der Kundenservice und die Produktion werden von den Befragten als digital schwach eingestuft. Hinzu kommt, dass auch der Bereich „Forschung und Entwicklung“ in Sachen Digitalisierung hinterherhinkt. Keine guten Voraussetzungen also, um fit für die Zukunft zu sein. Denn die Corona-Krise hat gezeigt, dass es vor allem solche digitalen Kanäle sind, die in Krisenzeiten eine Verbindung zu den Kunden aufrechterhalten und hierdurch das Überleben eines Unternehmens sichern. Grund genug also, die digitale Transformation endlich aktiv und beherzt anzugehen.

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