14 Prozent aller BNPL-Nutzenden haben schon einmal den Überblick über ihre offenen Rechnungen verloren. Bei den Unter-Dreißigjährigen sind es 24 Prozent. Ab November 2026 greift die neue Verbraucherkreditrichtlinie – und verändert Buy Now, Pay Later in Deutschland radikal. Rechnen wir nach, was das konkret bedeutet.
342 Euro. So hoch ist die durchschnittliche offene BNPL-Rechnung, die junge Erwachsene in Deutschland vor sich herschieben – verteilt auf drei bis vier Anbieter gleichzeitig. Klingt nach Kleingeld? Rechnen wir nach: Drei Rechnungen à 342 Euro bei Klarna, eine Ratenzahlung über 189 Euro bei PayPal, dazu noch 78 Euro bei einem kleineren Anbieter. Macht unter dem Strich 1.215 Euro, verteilt auf unterschiedliche Fälligkeiten, verschiedene Apps und keinerlei zentrale Übersicht.
Das ist kein Extrembeispiel. Das ist der Alltag der sogenannten „Generation Klarna“ – und die BaFin hat im Februar 2026 erstmals harte Zahlen dazu veröffentlicht. Die Ergebnisse sind, gelinde gesagt, ernüchternd.
Wir bei digital-magazin.de haben uns die neue Verbraucherkreditrichtlinie, die BaFin-Studie und die Auswirkungen auf Händler, Zahlungsdienstleister und vor allem auf Sie als Verbraucherin oder Verbraucher genauer angeschaut. Denn ab dem 20. November 2026 gelten Regeln, die das bequeme „Jetzt kaufen, irgendwann bezahlen“ spürbar verändern werden.
Buy Now, Pay Later – oder kurz BNPL – ist längst keine Nische mehr. 20 Prozent der 18- bis 60-Jährigen nutzen diese Bezahlmethode beim Online-Shopping. Bei Kleidung liegt die Quote sogar bei 55 Prozent, bei Elektronik bei 43 Prozent. Das geht aus der BaFin-Umfrage vom Februar 2026 hervor, für die knapp 5.000 Personen befragt wurden.
Der Haken: BNPL-Angebote fielen bislang durch ein regulatorisches Raster. Wer bei Klarna auf Rechnung kaufte oder bei PayPal eine Ratenzahlung abschloss, tat das außerhalb der klassischen Verbraucherkreditregeln – jedenfalls dann, wenn der Betrag unter 200 Euro lag oder die Laufzeit unter drei Monaten. Keine Bonitätsprüfung. Keine standardisierte Kosteninformation. Kein Warnhinweis.
Das ändert sich jetzt. Die EU-Richtlinie 2023/2225 über Verbraucherkreditverträge erweitert den Anwendungsbereich massiv. Deutschland hat den Regierungsentwurf im September 2025 verabschiedet, die neuen Regelungen treten am 20. November 2026 in Kraft.
Konkret heißt das: Auch Kleinkredite unter 200 Euro, zinsfreie Darlehen und eben BNPL-Modelle unterliegen künftig den verbraucherschützenden Vorschriften des BGB. Ihr Bankberater wird das ungern hören – aber die Zeiten der unregulierten Bequemlichkeit sind vorbei.
Lassen Sie uns die Zahlen der BaFin-Studie einmal sortieren. Von den befragten BNPL-Nutzenden gaben 14 Prozent an, schon mindestens einmal den Überblick über offene Rechnungen verloren zu haben. Bei den Unter-Dreißigjährigen waren es 24 Prozent – also fast jede vierte Person in dieser Altersgruppe.
Noch aufschlussreicher sind die Motive. 30 Prozent der Rechnungskauf-Nutzenden wählten diese Methode explizit wegen des Zahlungsaufschubs. 16 Prozent kauften ein, obwohl das Geld zum Kaufzeitpunkt schlicht nicht vorhanden war. Bei Ratenzahlenden lag dieser Wert sogar bei 29 Prozent.
Rechnen wir das einmal durch: Wenn 20 Prozent der 18- bis 60-Jährigen BNPL nutzen und davon 16 Prozent kaufen, obwohl sie es sich nicht leisten können – dann sprechen wir bei rund 45 Millionen Menschen in dieser Altersgruppe über ungefähr 1,44 Millionen Personen, die aktiv über ihre Verhältnisse konsumieren. Per Mausklick.
58 Prozent der BNPL-Käufe erfolgen über Mobilgeräte. Das ist kein Zufall: Der Weg vom Instagram-Feed zum Klarna-Checkout ist kürzer als der Gang zum Kühlschrank. Zwei Taps, fertig. Kein Portemonnaie, kein PIN, kein Moment des Nachdenkens.
Die Verbraucherzentralen berichten von jungen Erwachsenen mit Schulden von bis zu 1.500 Euro, verteilt auf verschiedene BNPL-Anbieter. Ein Fünftel der 14- bis 29-Jährigen in Deutschland ist laut einer Studie der Frankfurter Allgemeinen bereits verschuldet – oft genug durch Anbieter wie Klarna und deren Buy-Now-Pay-Later-Modelle.
Die Umsetzung der Richtlinie (EU) 2023/2225 bringt Änderungen, die es in sich haben. Die wichtigsten Punkte für Sie im Überblick:
1. Bonitätsprüfung wird Pflicht – auch unter 200 Euro
Bisher konnten Sie bei Klarna für 49,99 Euro ein T-Shirt auf Rechnung bestellen, ohne dass irgendjemand Ihre Kreditwürdigkeit geprüft hat. Ab November 2026 müssen BNPL-Anbieter gemäß § 491 BGB in der neuen Fassung auch bei BNPL-Angeboten eine Kreditwürdigkeitsprüfung durchführen – unabhängig von der Höhe des Betrags. Das gilt für Rechnungskäufe, Ratenzahlungen und Monatsabrechnungen gleichermaßen.
2. Standardisierte Vorabinformationen
Kennen Sie das Kleingedruckte, das niemand liest? Es wird besser – zumindest theoretisch. BNPL-Anbieter müssen künftig ein standardisiertes europäisches Informationsblatt bereitstellen. Darin stehen: effektiver Jahreszins, Gesamtkosten, Vertragslaufzeit, Folgen bei Zahlungsverzug. Und zwar bevor Sie auf „Jetzt kaufen“ klicken – nicht danach in einer E-Mail, die im Spam landet.
3. Widerrufsrecht von 14 Tagen
Für BNPL-Verträge gilt künftig ein eigenständiges Widerrufsrecht gemäß § 495 BGB, das Ihnen 14 Tage Zeit gibt, den Kreditvertrag zu widerrufen. Wohlgemerkt: den Kreditvertrag, nicht die Ware. Die Unterscheidung ist wichtig, denn bisher war vielen Nutzenden gar nicht bewusst, dass sie bei BNPL einen Kreditvertrag abschließen.
4. Deckelung von Verzugszinsen
Die Mahngebühren, mit denen einige Anbieter bislang ordentlich verdient haben, werden gedeckelt. Details regelt § 288 BGB – die Verzugszinsen dürfen den gesetzlichen Rahmen nicht mehr sprengen, und zusätzliche Mahnpauschalen werden begrenzt.
Zum Vergleich: Bisher konnte eine vergessene 30-Euro-Rechnung bei manchen Anbietern Mahnkosten von 15 Euro oder mehr verursachen – das sind 50 Prozent des ursprünglichen Kaufpreises. Unter dem Strich ein besseres Geschäft als mancher Konsumkredit.
Machen wir es konkret. Lisa – nennen wir sie mal so – ist 26, kauft regelmäßig online ein und nutzt drei BNPL-Anbieter parallel. Ihr typischer Monat sieht so aus:
Gesamtbelastung: 625 Euro pro Monat, verteilt auf verschiedene Fälligkeiten. Dazu laufen noch zwei Ratenzahlungen aus dem Vormonat: 58 Euro bei Klarna, 42 Euro bei PayPal. Macht in Summe 725 Euro an offenen BNPL-Verpflichtungen.
Szenario: Vor der Regulierung (bis November 2026)
Alle diese Käufe gehen durch – ohne zentrale Prüfung, ohne Gesamtübersicht, ohne Warnsignal. Lisa klickt, Lisa kauft, Lisa vergisst die Ratenzahlung vom Vormonat. Erste Mahnung: 4,50 Euro. Zweite Mahnung: 12 Euro plus Verzugszinsen. Inkasso-Drohung nach 6 Wochen.
Szenario: Nach der Regulierung (ab November 2026)
Beim dritten BNPL-Kauf im Monat prüft der Anbieter Lisas Bonität. Die Schufa-Abfrage zeigt: bereits zwei offene BNPL-Verpflichtungen bei anderen Anbietern. Der Kauf auf Rechnung wird verweigert oder an Bedingungen geknüpft. Lisa muss sofort bezahlen – oder verzichten.
Klingt unbequem? Ist es auch. Aber rechnen wir weiter: Hätte Lisa im alten System drei weitere Monate so weitergemacht, stünde sie bei geschätzten 2.175 Euro offener BNPL-Schulden. Mit Mahngebühren und Verzugszinsen locker 2.400 Euro. Die neue Regulierung hätte sie nach 725 Euro gestoppt.
Ersparnis durch Regulierung: rund 1.675 Euro. Das ist kein abstraktes Verbraucherschutz-Argument – das sind anderthalb Monatsmieten in einer deutschen Großstadt.
Die BNPL-Anbieter stehen vor einem Umbau, der ihr Geschäftsmodell im Kern trifft. Denn das Modell basierte bislang auf genau der Reibungslosigkeit, die der Gesetzgeber jetzt einschränkt.
Klarna – mit rund 150 Millionen Nutzenden weltweit der Platzhirsch – muss seine Checkout-Prozesse komplett überarbeiten. Die obligatorische Bonitätsprüfung bedeutet: längere Wartezeiten an der digitalen Kasse, zusätzliche Datenabfragen, möglicherweise abgelehnte Transaktionen. Für einen Dienst, der mit dem Versprechen „smoother Zahlungen“ groß geworden ist, ist das ein Problem.
PayPal betreibt mit „Später bezahlen“ und „Ratenzahlung“ zwei BNPL-Produkte, die ebenfalls unter die neuen Regeln fallen. Afterpay, Riverty (ehemals AfterPay) und kleinere Anbieter stehen vor ähnlichen Herausforderungen.
Das Team von digital-magazin.de beobachtet seit Monaten, wie sich die Anbieter positionieren: Klarna hat bereits angekündigt, die Schufa-Anbindung auszubauen. PayPal verweist auf bestehende Risikoprüfungen, die „bereits heute über die gesetzlichen Anforderungen hinausgehen“ – was angesichts der bisherigen Nicht-Regulierung keine besonders hohe Messlatte ist.
Für den Online-Handel hat das direkte Konsequenzen. Wenn BNPL-Käufe häufiger abgelehnt werden, sinkt die Conversion Rate. Die Bedeutung alternativer Zahlungsmethoden wie Mobile Payment steigt – vorausgesetzt, der Checkout bietet genügend Optionen.
Jede fünfte Person zwischen 14 und 29 Jahren in Deutschland ist verschuldet. Diese Zahl stammt nicht von irgendwelchen Bedenkenträgern, sondern aus einer breit angelegten Untersuchung, über die unter anderem die Süddeutsche Zeitung unter dem Stichwort „Generation Klarna“ berichtet hat.
Warum gerade diese Altersgruppe? Drei Faktoren spielen zusammen:
Erstens: der psychologische Trick. BNPL entkoppelt den Kaufimpuls vom Zahlungsschmerz. Wenn Sie im Laden bar bezahlen, spüren Sie den Verlust – das ist neurologisch messbar. Bei BNPL passiert das erst Wochen später, wenn die Rechnung kommt. Und da das Geld dann per Lastschrift abgebucht wird, ist selbst dieser Moment gedämpft.
Zweitens: die App-Architektur. Klarna und Co. sind keine reinen Zahlungsdienstleister mehr. Klarna hat eine Shopping-App mit personalisierten Empfehlungen, Wunschlisten und Push-Benachrichtigungen für Preisänderungen. Der Weg vom Stöbern zum Kaufen ist absichtlich so kurz wie möglich gestaltet. Zwei Taps. Kein Nachdenken.
Drittens: fehlende Finanzkompetenz. Viele junge Nutzende verstehen nicht, dass „auf Rechnung kaufen“ ein Kreditgeschäft ist. In der BaFin-Umfrage gaben 40 Prozent der BNPL-Nutzenden an, die Ware erst anschauen oder anprobieren zu wollen, bevor sie bezahlen. Klingt vernünftig – aber die offene Rechnung bleibt, auch wenn die Rücksendung noch nicht bearbeitet ist. Und wer bei vier Anbietern gleichzeitig Retouren laufen hat, verliert schnell den Überblick.
Der Hashtag #KlarnaSchulden ist auf TikTok und Instagram längst ein Phänomen: junge Menschen, die ihre BNPL-Schulden offenlegen – manchmal selbstironisch, manchmal verzweifelt. Verbraucherzentralen berichten von Einzelfällen mit 1.500 Euro und mehr, aufgelaufen durch Käufe, die einzeln betrachtet harmlos wirken.
Für Online-Händler ist BNPL ein zweischneidiges Schwert. Einerseits steigert die Option „Später bezahlen“ den durchschnittlichen Warenkorbwert um 20 bis 30 Prozent – das belegen diverse Branchenstudien. Andererseits kosten BNPL-Transaktionen die Händler zwischen 3 und 6 Prozent des Umsatzes an Gebühren, die an Klarna und Co. fließen.
Die neue Regulierung verschärft dieses Dilemma. Wenn Bonitätsprüfungen dazu führen, dass 15 bis 20 Prozent der bisherigen BNPL-Transaktionen abgelehnt werden – eine konservative Schätzung auf Basis der BaFin-Zahlen – bedeutet das für einen mittelgroßen Online-Shop mit 10.000 monatlichen Bestellungen:
Natürlich werden nicht alle abgelehnten BNPL-Käufe komplett wegfallen. Ein Teil der Kundschaft wird auf Vorkasse oder Kreditkarte umsteigen. Aber erfahrungsgemäß bricht ein signifikanter Anteil den Kauf ab, wenn die bevorzugte Zahlungsmethode nicht verfügbar ist. Transparenz und Vertrauen werden im E-Commerce noch wichtiger, wenn gleichzeitig beliebte Zahlungsoptionen eingeschränkt werden.
Die klügeren Händler bereiten sich bereits vor: breiteres Zahlungsartenportfolio, prominentere Platzierung von Alternativen im Checkout, Kommunikation der Vorteile anderer Bezahlwege. Wer jetzt noch ausschließlich auf BNPL als Conversion-Booster setzt, wird im vierten Quartal 2026 ein unangenehmes Erwachen erleben.

Rechnen wir noch einmal nach – denn hier wird es für Sie als Verbraucherin oder Verbraucher richtig interessant.
Beispiel: Laptop-Kauf für 1.200 Euro
Option A: Klarna Ratenzahlung (6 Raten)
Option B: Klassischer Ratenkredit der Hausbank (12 Monate)
Option C: Kreditkarte mit Teilzahlung
Der Punkt ist: Bei größeren Beträgen ist der klassische Bankkredit fast immer günstiger als BNPL-Ratenzahlung. Aber niemand geht wegen 1.200 Euro zur Bank und wartet drei Tage auf die Kreditentscheidung, wenn Klarna in zwei Sekunden „Ja“ sagt. Genau diesen Bequemlichkeitsbonus hat die Regulierung im Visier.
Ab November 2026 werden BNPL-Anbieter gezwungen sein, diese Kosten transparent neben Alternativen darzustellen. Und wenn der effektive Jahreszins plötzlich schwarz auf weiß neben dem Bankkredit steht? Dann dürfte so manche Klarna-Rate weniger attraktiv wirken.
Die Regulierung kommt im November 2026. Bis dahin haben Sie Zeit, Ihre eigene BNPL-Nutzung unter die Lupe zu nehmen. Hier sind fünf Schritte, die das Team von digital-magazin.de empfiehlt:
1. Bestandsaufnahme machen
Öffnen Sie alle BNPL-Apps auf Ihrem Smartphone – Klarna, PayPal, Afterpay, Riverty – und notieren Sie sämtliche offenen Beträge. Schreiben Sie neben jeden Betrag das Fälligkeitsdatum. Die Gesamtsumme wird Sie möglicherweise überraschen.
2. Monatliches BNPL-Budget festlegen
Entscheiden Sie vorab, wie viel Sie pro Monat maximal über BNPL kaufen – und halten Sie sich daran. Eine sinnvolle Obergrenze: maximal 10 Prozent Ihres Nettoeinkommens. Bei 2.500 Euro netto wären das 250 Euro. Alles darüber hinaus bar oder per Überweisung.
3. Push-Benachrichtigungen abschalten
Die Shopping-Apps von Klarna und Co. sind darauf optimiert, Sie zum Kaufen zu animieren. Schalten Sie die Benachrichtigungen ab – „Sale bei Ihrem Lieblings-Shop“ ist kein Service, sondern Marketing.
4. Schufa-Auskunft einholen
Einmal jährlich haben Sie Anspruch auf eine kostenlose Schufa-Selbstauskunft gemäß § 34 BDSG – nutzen Sie Ihr Recht auf Auskunft, um zu sehen, welche BNPL-Einträge dort gespeichert sind. Denn ab der Regulierung werden BNPL-Daten systematischer erfasst.
5. Alternativen etablieren
Für geplante größere Anschaffungen: Ratenkredit der Hausbank vergleichen. Für spontane kleine Käufe: Debitkarte statt BNPL. Der minimale Mehraufwand spart Ihnen Mahngebühren, Schufa-Einträge und schlaflose Nächte.
Deutschland ist nicht das einzige Land, das BNPL an die kurze Leine nimmt. Ein Blick über die Grenzen zeigt, wohin die Reise geht:
Großbritannien hat bereits 2024 angekündigt, BNPL unter die Aufsicht der Financial Conduct Authority (FCA) zu stellen. Die Umsetzung verzögerte sich mehrfach, greift aber voraussichtlich Anfang 2027. Interessant: Klarna hat dort bereits freiwillig Bonitätsprüfungen eingeführt – ein Zeichen, dass die Branche den Wind spürt.
Australien war schneller. Seit März 2025 gelten dort verschärfte Regeln, die BNPL als Kreditprodukt einstufen. Die Folge: Die Nutzungszahlen sind um 12 Prozent gesunken – aber die Zahlungsausfälle noch stärker, um 23 Prozent.
Schweden – ausgerechnet Klarnas Heimatland – hat 2025 die Altersgrenze für BNPL auf 20 Jahre angehoben. In Deutschland liegt sie nach wie vor bei 18 Jahren, eine Änderung ist im aktuellen Gesetzentwurf nicht vorgesehen.
Die EU-weite Harmonisierung durch die Richtlinie 2023/2225 sorgt dafür, dass ab Ende 2026 in allen Mitgliedsstaaten vergleichbare Mindeststandards gelten. Für Nutzende, die bei internationalen Shops einkaufen, bedeutet das: einheitlicherer Schutz, egal ob der Händler in Berlin, Paris oder Amsterdam sitzt.
Buy Now, Pay Later wird nicht verschwinden. Aber es wird erwachsen werden müssen. Die Zeiten, in denen ein Zwei-Tap-Checkout ohne jede Prüfung funktionierte, enden im November 2026 – und das ist, bei aller Bequemlichkeit, die richtige Entscheidung.
Denn rechnen wir ein letztes Mal nach: 1,44 Millionen Menschen in Deutschland, die per BNPL kaufen, obwohl sie es sich nicht leisten können. 24 Prozent der jungen Nutzenden ohne Überblick über ihre Rechnungen. Durchschnittlich 342 Euro offene Beträge, die sich über Anbieter verteilen wie Krümel über eine Tastatur.
Die neue Verbraucherkreditrichtlinie wird nicht alle Probleme lösen. Sie wird die Schuldenberatungsstellen nicht leeren und den Konsumwunsch nicht bremsen. Aber sie wird dafür sorgen, dass Klarna, PayPal und Co. ihren Nutzenden ins Gesicht sagen müssen, was bisher im Kleingedruckten verschwand: Du nimmst gerade einen Kredit auf. Hier sind die Kosten. Und nein, du kannst dir das vielleicht nicht leisten.
Ob das reicht? Ehrlich gesagt: wahrscheinlich nicht. Finanzbildung in Schulen wäre der nachhaltigere Hebel. Aber ein regulatorischer Bremsklotz an der richtigen Stelle – das ist zumindest ein Anfang. Die Wahl des richtigen Zahlungsdienstleisters wird für Händler und Kundschaft gleichermaßen wichtiger, wenn Transparenz kein Lippenbekenntnis mehr sein darf, sondern Gesetz.
Ihr Bankberater wird das ungern hören. Aber Ihr Kontostand wird es Ihnen danken.
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