Lisa Hartmann

Wenn in Washington ein Gesetzentwurf das Licht der Öffentlichkeit erblickt, dann ist das selten ein ruhiger Moment. Wenn aber gleich drei Behörden – das US Treasury, FinCEN und OFAC – am selben Tag einen Joint Notice of Proposed Rulemaking veröffentlichen, dann richtet sich die gesamte Aufmerksamkeit der Finanzbranche auf einen einzigen Begriff: Stablecoin. Das Regelwerk, das Ende 2025 noch wie ein entfernter Schatten aussah, nimmt jetzt konkrete Formen an. Und die Frage ist nicht mehr, ob Regulierung kommt – sondern wer sie zuerst verschläft.
Am 8. April 2026 war es so weit: Das US Treasury, die Financial Crimes Enforcement Network (FinCEN) und das Office of Foreign Assets Control (OFAC) veröffentlichten einen gemeinsamen Entwurf, der das sogenannte GENIUS Act genannte Regelwerk um eine weitere Ebene ergänzt. War der GENIUS Act selbst bereits ein umfangreiches Compliance-Werk, das Stablecoin-Emittenten zu bankähnlichen AML- und CFT-Programmen verpflichtete, gehen die neuen Vorschriften noch einen Schritt weiter.
Konkret bedeutet das für Sie als Nutzer:in oder Investor:in: Stablecoin-Emittenten müssen ab Inkrafttreten nicht nur ihre Reserven transparent machen, sondern auch ein vollständiges Programm zur Bekämpfung von Geldwäsche und Terrorismusfinanzierung vorhalten – inklusive Transaktionsüberwachung in Echtzeit, Meldepflichten für ungewöhnliche Aktivitäten und – das ist der entscheidende Punkt – regelmäßige Audits durch unabhängige Dritte.
Rechnen wir nach: Ein Stablecoin-Emittent, der bisher mit einem Minimal-Compliance-Team von drei Personen auskam, muss künftig vermutlich acht bis zwölf Vollzeitstellen in Compliance, Audit und Recht aufbauen. Die Kosten dafür liegen bei mittleren Emittenten schnell bei 2 bis 4 Millionen US-Dollar jährlich. Für kleine Emittenten, die nur 50 bis 100 Millionen Dollar Kapitalisierung vorweisen können, kann das existenzbedrohend sein.
Die OFAC-Komponente ist dabei besonders brisant: Sie erweitert das bestehende Sanktionsregime auf Stablecoin-Transaktionen. Das bedeutet, dass jede Transaktion, die auch nur mittelbar durch sanktionierte Entitäten läuft, den Emittenten in die Haftung nehmen kann. Ob das praktikabel ist, wenn Stablecoins theoretisch 24/7 rund um den Globus fließen – das ist eine andere Frage, die in der Branche zu erheblichen Diskussionen führt.
Während die Bundesbehörden in Washington noch über den genauen Wortlaut ihrer Vorschriften verhandeln, hat Delaware – home of incorporation für die Mehrheit der US-Unternehmen – am 28. April 2026 etwas getan, das die Regulierungslandschaft für Stablecoins nachhaltig verändern könnte: Der Delaware Banking Modernization Act und der Delaware Payment Stablecoin Act wurden verabschiedet.
Der Clou: Delaware geht damit einen anderen Weg als der Bund. Statt bankähnliche Auflagen zu verlangen, schafft die Gesetzgebung einen eigenen Rahmen, der Stablecoin-Emittenten unter bestimmte Bedingungen als „Payment Stablecoin Issuer“ lizenziert – und zwar mit klar definierten Reserve-Anforderungen, Transparenzpflichten und einem eigenständigen Aufsichtsregime.
Warum ist das wichtig? Weil Delaware die Rechtsordnung ist, unter der die Mehrheit der US-Kapitalgesellschaften operiert. Wenn Delaware einen funktionierenden State-Level-Rahmen schafft, dann haben Emittenten, die bislang auf den Bundesrahmen gewartet haben, plötzlich eine attraktive Alternative. Delaware als Standort ist nicht nur für Unternehmen attraktiv – auch die regulatorische Erfahrung der Delaware State Bank Commission ist legendär.
Für Sie als Nutzer:in bedeutet das konkret: Es wird nicht einen einzigen Regulierungsrahmen für Stablecoins geben, sondern ein Geflecht aus Bundes- und einzelstaatlichen Regelungen. Das ist vergleichbar mit der Bankenregulierung in den USA – und es bedeutet, dass nicht jeder Stablecoin, der in Delaware zugelassen ist, automatisch in New York oder Kalifornien akzeptiert wird.
Großbritannien hat unterdessen einen eigenen Weg eingeschlagen: Die Financial Conduct Authority (FCA) veröffentlichte am 30. April 2026 ihren Draft Guidance zum regulatorischen Perimeter für Krypto-Assets – und damit verbunden die Information, dass die Application Gateway für Krypto-Unternehmen ab dem 30. September 2026 offiziell öffnet.
Das klingt zunächst wie eine Einladung. Bei genauerem Hinsehen wird klar: Es ist eine Einladung mit erklecklich hohen Eintrittskarten. Die FCA verlangt von Stablecoin-Emittenten, die in Großbritannien operieren wollen, eine vollständige Zulassung, die Einhaltung der britischen AML-Standards und – das ist der Punkt, der in der Branche für Stirnrunzeln sorgt – eine physische Präsenz im Vereinigten Königreich.
Für deutsche oder europäische Stablecoin-Emittenten, die bislang über eine EU-Lizenz nach MiCA verfügen, ist das eine zusätzliche Hürde. Sie können sich nicht einfach auf ihre europäische Zulassung berufen, sondern müssen einen separaten britischen Zulassungsprozess durchlaufen. Die Kosten dafür liegen erfahrungsgemäß bei 200.000 bis 500.000 Pfund – allein für die Anwalts- und Beraterkosten, abgesehen von den regulatorischen Gebühren.
Die UK Payments Association hat das in einer Warnung am 28. April unmissverständlich formuliert: Großbritannien müsse seinen Regulatory Framework reformieren, andernfalls verliere das Land seinen Wettbewerbsvorteil an USA, EU und Singapur. Das ist eine bemerkenswert deutliche Warnung aus der Industrie – und sie kommt nicht von irgendjemandem, sondern von der Organisation, die die Zahlungswirtschaft Großbritanniens vertritt.
Während die Regulierungsdebatte tobt, haben JPMorgan und BNY Mellon – zwei der größten Banken der Welt – Mitte April 2026 ihre ersten tokenisierten Deposit-Produkte gestartet. Das ist keine Pilotierung mehr, kein Proof of Concept: Es sind Produkte, die ab sofort für ausgewählte institutionelle Kunden verfügbar sind.
Was diese Produkte auszeichnet, ist nicht die bloße Tokenisierung von Einlagen – das hatten andere bereits zuvor versucht. Es sind zwei Eigenschaften, die sie von der Konkurrenz unterscheiden: Erstens der 24/7-Settlement, der auch außerhalb der traditionellen Banköffnungszeiten funktioniert. Und zweitens die Programmierbarkeit, die es ermöglicht, Zahlungsströme automatisiert zu steuern – ohne manuelle Intervention, ohne Cut-Off-Zeiten, ohne die üblichen Verzögerungen.
Für Sie als Privatperson ist das zunächst nicht direkt relevant – diese Produkte richten sich an institutionelle Anleger und große Unternehmen. Aber der Effekt auf den Markt ist mittelbar: Wenn JPMorgan und BNY Mellon Stablecoins in großem Maßstab anbieten, dann setzen sie einen Standard, an dem sich alles andere messen lassen muss. Der Druck auf andere Emittenten, nachzuziehen, ist enorm.
Rechnen wir ein vereinfachtes Beispiel durch: Ein multinationales Unternehmen, das täglich 50 Millionen Dollar zwischen seinen Tochtergesellschaften in Asien, Europa und Nordamerika bewegt, zahlt dafür aktuell – je nach Bank – zwischen 0,5 und 2 Prozent Gebühren. Bei 50 Millionen Dollar und 0,5 Prozent sind das 250.000 Dollar pro Tag. Bei 250 Handelstagen im Jahr summiert sich das auf 62,5 Millionen Dollar. Mit einem 24/7-Stablecoin-Settlement, das praktisch keine Gebühren pro Transaktion verlangt, sinken diese Kosten auf einen Bruchteil.
Hinter den einzelnen Regulierungsinitiativen verbirgt sich eine grundlegendere Frage: Wer definiert eigentlich, was ein Stablecoin ist, welche Anforderungen er erfüllen muss, und wer ihn ausgeben darf? Die Antwort darauf ist nicht trivial, weil der Begriff „Stablecoin“ in den verschiedenen Jurisdiktionen unterschiedlich definiert wird.
In den USA unterscheidet das aktuelle Recht – und die GENIUS-Act-Variationen – zwischen „payment stablecoins“, die für Zahlungen verwendet werden, und „investment stablecoins“, die als Wertanlage konzipiert sind. In der EU stellt die MiCA-Verordnung, die zum 30. Juni 2026 vollständig in Kraft tritt, andere Anforderungen. Und in Großbritannien – nun ja, dort ist die Rechtslage noch weniger eindeutig, wie die Warnung der UK Payments Association deutlich macht.
Für Sie als Nutzer:in bedeutet das: Ein Stablecoin, der in Delaware zugelassen ist, erfüllt nicht automatisch die Anforderungen der EU. Ein Stablecoin, der von der FCA in Großbritannien zugelassen wurde, ist nicht ohne Weiteres in Deutschland nutzbar. Das Ringen um den Rahmen ist nicht nur ein regulatorisches Thema – es ist ein Thema, das direkt beeinflusst, welche Produkte Sie nutzen können und welche nicht.
Der § 1 Zahlungsdiensteaufsichtsgesetz (ZAG) definiert in Deutschland etwa, welche Einrichtungen als Zahlungsdienstleister gelten – und damit, welche regulatorischen Anforderungen an sie gestellt werden. Die Frage, ob ein Stablecoin-Emittent unter diese Definition fällt, ist für den deutschen Markt nicht abschließend geklärt.
Bevor wir uns den Regulierungsfragen weiter widmen, lohnt sich ein Blick auf das, was technisch passiert, wenn Sie einen Stablecoin transferieren. Denn hinter jedem Stablecoin – ob USDC, USDT oder ein Euro-Stablecoin – steht ein komplexes System aus Reserven, Smart Contracts und Abwicklungsmechanismen, das die meisten Nutzer:innen nie zu sehen bekommen.
Im Kern funktioniert ein Stablecoin so: Ein Emittent sammelt Einlagen von Nutzer:innen ein und verbrieft sie mit Stablecoins im gleichen Wert. Diese Einlagen werden in Reserven gehalten – typischerweise in Barreserven, Staatsanleihen oder anderen als sicher geltenden Assets. Jeder Stablecoin ist damit ein Anspruch gegenüber dem Emittenten auf Auszahlung in der jeweiligen Fiatwährung.
Was passiert nun bei einer Transaktion? Sie senden einen Stablecoin von Ihrer Wallet an eine andere Wallet. Das passiert auf einer Blockchain – bei USDC typischerweise auf Ethereum, bei USDT auf Ethereum, Tron oder anderen Blockchains. Der Transfer selbst dauert bei Bestätigung durch das Netzwerk typischerweise 15 bis 30 Sekunden. Der Emittent bucht den Transfer in seinem internen System. Der Empfänger erhält den Stablecoin – und kann ihn entweder behalten oder jederzeit wieder in Fiat umtauschen.
Wo ist das Risiko? Es liegt in den Reserven. Wenn der Emittent die Reserven nicht ordnungsgemäß hält – wenn er in riskante Assets investiert, die bei einem Marktcrash an Wert verlieren, oder wenn er die Reserven verleiht, ohne ausreichende Sicherheiten zu hinterlegen – dann steht hinter dem Stablecoin plötzlich weniger Wert, als er offiziell repräsentiert. Das ist, was bei TerraUSD im Jahr 2022 passiert ist.

In Europa hat die MiCA-Verordnung (Markets in Crypto-Assets) seit ihrer Verabschiedung 2023 und der bevorstehenden vollständigen Inkraftsetzung zum 30. Juni 2026 einen anderen Ansatz gewählt als die USA: Statt verschiedene Arten von Stablecoins unterschiedlich zu regulieren, schafft MiCA einen einheitlichen Rahmen für alle Krypto-Asset-Emittenten, einschließlich Stablecoins.
Die Kernanforderungen der MiCA-Verordnung an Stablecoin-Emittenten sind: Sie müssen eine Zulassung als Krypto-Asset-Dienstleister (KAP) beantragen, sie müssen ihre Reserven transparent machen und regelmäßig prüfen lassen, sie müssen ein Whitepaper veröffentlichen, und sie müssen Mindestkapital nachweisen. Für Emittenten von Stablecoins, die in der EU als „significant“ eingestuft werden – also eine Marktkapitalisierung von mehr als 5 Milliarden Euro oder ein tägliches Transaktionsvolumen von mehr als einer Million Transaktionen haben – gelten zusätzlich die strengeren Anforderungen des Artikels 109 MiCA.
Für Sie als europäische:r Nutzer:in bedeutet das: Ab dem 30. Juni 2026 sind nicht-regulierte Stablecoin-Emittenten in der EU illegal. Das ist ein massiver Einschnitt – und es bedeutet, dass Emittenten wie Tether, die bislang keine EU-Zulassung angestrebt haben, sich entweder um eine Zulassung bemühen oder vom europäischen Markt verschwinden müssen.
Rechnen wir auch hier ein Beispiel durch: Wenn Sie als europäische:r Investor:in bislang USDT genutzt haben, um Dollar-Stablecoins zu halten, dann haben Sie ab dem 30. Juni 2026 faktisch keine legale Möglichkeit mehr, das in der EU zu tun – sofern Tether keine MiCA-Lizenz erhält. Die Alternative wäre, auf regulierte Euro-Stablecoins umzusteigen, die dann von europäischen Emittenten ausgegeben werden.
Neun europäische Banken – darunter die deutsche DekaBank und die österreichische Raiffeisenbank International – entwickeln seit Anfang 2026 einen MiCA-konformen Euro-Stablecoin. Der Lizenzantrag liegt bei der niederländischen Zentralbank. Der Start ist für die zweite Jahreshälfte 2026 geplant.
Das klingt nach einer Blaupause für den digitalen Euro – und es ist ein Ansatz, der anders ist als der amerikanische. Während in den USA private Emittenten wie Circle mit USDC oder Tether mit USDT den Markt dominieren, setzt Europa auf die Einbindung etablierter Finanzinstitutionen. Das hat den Vorteil, dass das Vertrauen in diese Institute automatisch auf den Stablecoin ausstrahlt. Es hat den Nachteil, dass die Innovationsgeschwindigkeit typischerweise langsamer ist als bei FinTechs.
Für Sie als Privatanleger:in ist die Frage, ob ein Euro-Stablecoin tatsächlich kommt und wann er alltagstauglich wird, noch nicht abschließend beantwortet. Die Ankündigung der Banken ist ein Schritt – die tatsächliche Markteinführung ein anderer. Die Geschichte der europäischen Finanzindustrie zeigt, dass der Abstand zwischen Ankündigung und Realität oft mehrere Jahre beträgt.
Stablecoins sind nicht nur ein Finanzmarkt-Thema. Sie sind längst ein geopolitisches Instrument. Die Dollar-Dominanz im globalen Finanzsystem – seit Bretton Woods 1971 durch den Petro Dollar zusätzlich verankert – steht durch die Verbreitung von Stablecoins vor einer bisher nie dagewesenen Herausforderung.
Wenn Unternehmen und Privatpersonen weltweit Dollar-Transaktionen über Stablecoins abwickeln können, ohne dabei das SWIFT-System oder traditionelle Bankkanäle zu nutzen, dann entziehen sie dem traditionellen Dollar-System einen Teil seiner Kontrolle. Die USA haben darauf reagiert – mit dem GENIUS Act, mit den OFAC-Regulierungen, mit dem Druck auf Emittenten, die US-Sanktionen einzuhalten.
Aber die Gegenbewegung ist ebenfalls da: Länder, die mit Dollar-Sanktionen belegt sind – Iran, Russland, in Teilen auch Venezuela – haben bereits seit Jahren nach Wegen gesucht, das Dollar-System zu umgehen. Stablecoins sind dafür ein attraktives Werkzeug. Die Kehrseite: Für legitime Nutzer:innen bedeutet die strenge Regulierung in den USA und der EU, dass ihre Transaktionen zunehmend überwacht und kontrolliert werden.
Das ist die Spannung, in der sich die Stablecoin-Regulierung bewegt: Einerseits soll sie Missbrauch verhindern – Geldwäsche, Terrorismusfinanzierung, Umgehung von Sanktionen. Andererseits soll sie Innovation nicht ersticken und Verbraucher:innen schützen. Wie diese Balance gelingt, ist die entscheidende Frage, die Regulierer weltweit noch nicht abschließend beantwortet haben.
Genug von der Vogelperspektive. Was bedeuten die neuen Regulierungen konkret für Sie, wenn Sie Stablecoins nutzen oder nutzen wollen?
Erstens: Die Auswahl wird sich verändern. Nicht jeder Stablecoin, den Sie heute nutzen können, wird morgen noch verfügbar sein. Emittenten, die die neuen Compliance-Anforderungen nicht erfüllen können oder wollen, werden vom Markt verschwinden. Das betrifft möglicherweise auch Anbieter, die Sie bereits kennen.
Zweitens: Die Kosten für Emittenten steigen – und damit möglicherweise auch Ihre Gebühren. Wenn Stablecoin-Emittenten Millionen in Compliance investieren müssen, dann werden sie diese Kosten irgendwann an die Nutzer:innen weitergeben. Das kann sich in höheren Transaktionsgebühren, geringeren Zinsen auf Stablecoin-Guthaben oder anderen Mechanismen zeigen.
Drittens: Grenzüberschreitende Nutzung wird komplizierter. Wenn ein Stablecoin in den USA zugelassen ist, aber nicht in der EU – oder umgekehrt – dann kann es sein, dass Sie ihn in einer Jurisdiktion nicht nutzen können. Das betrifft insbesondere Emittenten, die bislang global operiert haben, ohne sich um länderspezifische Zulassungen zu bemühen.
Viertens: Die Transparenz wird steigen. MiCA und die US-Vorschriften verlangen von Emittenten, ihre Reserven offenzulegen. Das bedeutet: Sie können nachvollziehen, welche Assets hinter Ihrem Stablecoin stehen – und ob der Emittent tatsächlich genug Reserven hält, um jeden Stablecoin 1:1 abzudecken.
Fünftens: Die Zeit der Wild-West-Stablecoins geht zu Ende. Es war nie so einfach wie heute, einen neuen Stablecoin auf den Markt zu bringen und damit Nutzer:innen zu täuschen. Die Regulierung – so unvollkommen sie manchmal erscheint – schafft einen Rahmen, der zumindest die schlimmsten Exzesse verhindert. Ob das ausreicht, um Vertrauen zu schaffen, wird die Zukunft zeigen.
Die Regulierung von Stablecoins ist kein Thema, das Sie als Privatperson kontrollieren können. Was Sie aber kontrollieren können, ist Ihr Wissen und Ihre Entscheidungen. Unter dem Strich gibt es drei Dinge, die Sie beachten sollten:
Informieren Sie sich über den Emittenten. Nicht jeder Stablecoin ist gleich. USDC und USDT mögen die bekanntesten sein – aber es gibt deutliche Unterschiede in der Transparenz ihrer Reserven, in ihrer Compliance-Historie und in ihrer regulatorischen Situation. Nutzen Sie die verfügbaren Informationen, bevor Sie sich festlegen.
Verstehen Sie die Risiken. Stablecoins sind nur so stabil wie die Reserven, die hinter ihnen stehen. Wenn ein Emittent in Schieflage gerät – aus welchen Gründen auch immer –, dann steht hinter Ihrem Stablecoin möglicherweise weniger Wert, als Sie denken. Das war bei TerraUSD der Fall, und es kann wieder passieren.
Achten Sie auf die regulatorische Situation. Ein Stablecoin, der heute legal erscheint, kann morgen illegal sein – wenn er keine Zulassung für Ihre Jurisdiktion erhält. Das ist keine Panikmache, sondern eine nüchterne Einschätzung dessen, was die neuen Vorschriften bedeuten.
Das Ringen um den regulatorischen Rahmen für Stablecoins ist noch lange nicht abgeschlossen. Die Entscheidungen, die jetzt getroffen werden – in Washington, in Delaware, in Brüssel, in London – werden die Finanzlandschaft der nächsten Jahre prägen. Ob das am Ende gut oder schlecht für Verbraucher:innen ist, lässt sich heute nicht abschließend sagen. Aber eines ist sicher: Wer die Entwicklungen versteht, ist besser darauf vorbereitet als jemand, der einfach nur die Augen verschließt.
Um Ihnen ein optimales Erlebnis zu bieten, verwenden wir Technologien wie Cookies, um Geräteinformationen zu speichern und/oder darauf zuzugreifen. Wenn Sie diesen Technologien zustimmen, können wir Daten wie Ihr Surfverhalten oder eindeutige IDs auf dieser Website verarbeiten. Wenn Sie Ihre Zustimmung nicht erteilen oder widerrufen, können bestimmte Merkmale und Funktionen beeinträchtigt werden.