Neobanken Tagesgeld: Wo Ihr Geld die besten Zinsen bekommt

Neobanken Tagesgeld Zinsen 2026 – Smartphone Banking App auf modernem Schreibtisch
Neobanken bieten 2026 bis zu 2 Prozent Zinsen auf Tagesgeld – deutlich mehr als klassische Filialbanken.

25.000 Euro auf dem Girokonto Ihrer Hausbank. Zinsen: null. Bei einer Neobank wären das 500 Euro im Jahr – steuerfrei dank Sparerpauschbetrag. Wir bei digital-magazin.de haben die Neobanken Tagesgeld-Konditionen für 2026 durchgerechnet, verglichen und die versteckten Haken aufgedeckt.

Inhalt

25.000 Euro. Null Zinsen. Rechnen wir nach: Bei 2,0 Prozent Tagesgeld-Zinsen – dem aktuellen Satz bei Trade Republic – wären das exakt 500 Euro Rendite im Jahr. Und weil der Sparerpauschbetrag für Einzelpersonen bei 1.000 Euro liegt, fließt davon kein Cent ans Finanzamt. Das ist geschenktes Geld, das auf dem Sparkassen-Konto schlicht verdampft. Ihr Bankberater wird das ungern hören, aber genau so sieht die Realität im Februar 2026 aus.

Der EZB-Einlagensatz steht seit Juni 2025 stabil bei 2,0 Prozent. Die geldpolitischen Beschlüsse vom 5. Februar 2026 haben daran nichts geändert – zum wiederholten Mal. Für Sparende bedeutet das: Die Neobanken Tagesgeld-Zinsen hängen direkt an diesem Satz, und wer jetzt noch Geld auf einem unverzinsten Konto liegen lässt, verschenkt bares Geld. Konkret, messbar, jeden Monat.

Neobanken Tagesgeld 2026 – wer zahlt konkret was?

Der Markt hat sich sortiert. Die Zeiten der 4-Prozent-Aktionszinsen aus 2023 sind vorbei, die Lockangebote abgelaufen. Was bleibt, ist ein übersichtliches Feld von Anbietern, die ihre Konditionen mehr oder weniger transparent an den EZB-Satz koppeln. Schauen wir uns die Kandidaten einzeln an – mit konkreten Zahlen, nicht mit Marketing-Versprechen.

Vorab die Übersicht, damit Sie sofort vergleichen können:

Anbieter Zinssatz (Feb. 2026) Bedingung Einlagensicherung Ertrag auf 25.000 €/Jahr
Trade Republic 2,00 % p.a. Keine Mindesteinlage DE – 100.000 € 500,00 €
N26 Metal 2,00 % p.a. 16,90 €/Monat DE – 100.000 € 297,20 € (nach Gebühr)
N26 Smart 1,50 % p.a. 4,90 €/Monat DE – 100.000 € 316,20 € (nach Gebühr)
N26 Standard 0,50 % p.a. Kostenlos DE – 100.000 € 125,00 €
C24 Tagesgeldpocket bis 2,25 % (Aktion) Je nach Kontomodell DE – 100.000 € bis 562,50 €
C24 Girokonto 0,50 % p.a. Kostenlos, unbefristet DE – 100.000 € 125,00 €
Revolut variabel, abo-abhängig Ab 0 €/Monat LT – 100.000 € variabel
Bunq variabel Ab 10,99 €/Monat NL – 100.000 € variabel

Zum Vergleich: Die durchschnittliche Filialbank zahlt auf Tagesgeld im Februar 2026 zwischen 0,0 und 0,25 Prozent. Bei 25.000 Euro sind das maximal 62,50 Euro – also ein Zehntel dessen, was Trade Republic bietet. Unter dem Strich ein Unterschied von über 400 Euro pro Jahr.

Trade Republic: 2,0 % Zinsen ohne Haken – fast

Trade Republic hat sich seit der Vollbanklizenz 2025 komplett neu aufgestellt. Deutsche IBAN, Überweisungen, Lastschriften, Daueraufträge – der ehemalige Neobroker ist heute eine vollwertige Neobank. Die Verzinsung: 2,0 Prozent p.a. auf das gesamte Guthaben, ohne Mindesteinlage, ohne Obergrenze, ohne Aktionszeitraum. Das Geld wird monatlich gutgeschrieben, was einen minimalen Zinseszins-Effekt erzeugt.

Rechnen wir nach: 10.000 Euro bei 2,0 Prozent ergeben 200 Euro Zinsen im Jahr. Nach Abgeltungssteuer gemäß § 20 EStG – also 26,375 Prozent inklusive Solidaritätszuschlag – bleiben davon 147,25 Euro. Aber Moment: Liegt Ihr gesamter Kapitalertrag unter dem Sparerpauschbetrag von 1.000 Euro (Einzelperson) oder 2.000 Euro (zusammen Veranlagte), zahlen Sie exakt null Steuern. Bei 10.000 Euro und 2 Prozent landen Sie bei 200 Euro Zinsen – weit unter dem Freibetrag. Steuerfrei, komplett.

Der Haken? Es gibt tatsächlich einen, auch wenn er klein ist. Trade Republic verwahrt Kundengelder seit der Vollbanklizenz selbst – das ist einerseits transparenter als die frühere Partnerbank-Lösung. Andererseits fehlen Funktionen, die manche Kundschaft von einer Hausbank erwartet: kein Gemeinschaftskonto, Bargeldeinzahlungen nur über den Einzelhandel (REWE, Penny) mit einem Limit von 999 Euro monatlich, teilweise gegen Gebühr. Wer regelmäßig Bargeld einzahlen muss, stößt hier an Grenzen.

Was Trade Republic besonders macht: Girokonto, Tagesgeld und Depot laufen in einer App zusammen. Gehalt rein, automatisch in ETFs investieren, Rest verzinsen lassen. Dieses Zusammenspiel liefern klassische Banken so nicht – und wollen es vermutlich auch nicht, weil sie an der Trägheit ihrer Kundschaft verdienen.

N26: Bis zu 2,0 % – aber rechnen Sie die Gebühren gegen

N26, Europas bekanntester Neobank-Name, bietet ebenfalls bis zu 2,0 Prozent auf Tagesgeld. Klingt gleichauf mit Trade Republic. Ist es aber nicht, denn der volle Zinssatz ist an das teuerste Abo geknüpft: N26 Metal kostet 16,90 Euro im Monat, also 202,80 Euro im Jahr. N26 Smart liegt bei 4,90 Euro monatlich (58,80 Euro/Jahr) und bietet 1,50 Prozent. Das kostenlose Standardkonto? Magere 0,50 Prozent.

Rechnen wir nach, wann sich N26 Metal lohnt. Sie brauchen den Zinsvorteil gegenüber dem kostenlosen Konto (1,5 Prozentpunkte Differenz), um die Gebühr von 202,80 Euro zu kompensieren. Das ergibt: 202,80 Euro geteilt durch 0,015 = 13.520 Euro Mindestguthaben, nur um bei null rauszukommen. Bei 25.000 Euro Guthaben verdienen Sie mit Metal 500 Euro Zinsen, abzüglich 202,80 Euro Gebühr bleiben 297,20 Euro – gegenüber 125 Euro beim Gratiskonto. Lohnt sich ab rund 14.000 Euro, aber Trade Republic liefert dieselben 500 Euro ohne Gebühr.

Was für N26 spricht: Die Stiftung Warentest hat N26 als einzige Neobank empfohlen, die deren Tagesgeld-Kriterien vollständig erfüllt. Deutsche Einlagensicherung bis 100.000 Euro, BaFin-Aufsicht, klare Konditionen. Für sicherheitsbewusste Sparende hat dieses Siegel durchaus Gewicht – auch wenn es die Gebührenstruktur nicht schönrechnet.

C24 Bank: Unter dem Radar, aber mit System

Die C24 Bank – ein Ableger des Vergleichsportals Check24 – fliegt in vielen Neobanken-Vergleichen unter dem Radar. Zu Unrecht. Das Girokonto bietet 0,50 Prozent Zinsen, unbefristet, ohne Aktionszeitraum, ohne Mindesteinlage. Klingt wenig? Ist es auch, isoliert betrachtet.

Der eigentliche Rendite-Hebel liegt im Tagesgeldpocket: Je nach Kontomodell (Smartkonto, Pluskonto, Maxkonto) gibt es dort bis zu 2,25 Prozent als Aktionszins für Neugeld. Nach Ablauf der Aktion sinkt der Satz auf rund 1,23 Prozent. Ein klassisches Lockangebot? Teilweise. Aber die Basisverzinsung des Girokontos bleibt stabil, und das automatische Pocket-System – bei dem Sie Rücklagen in separate „Töpfe“ schieben können – funktioniert im Alltag erstaunlich gut.

Konkretes Rechenbeispiel: 15.000 Euro auf dem C24-Girokonto (0,50 %) plus 10.000 Euro im Tagesgeldpocket (1,23 % nach Aktion) ergeben 75 Euro plus 123 Euro, also 198 Euro Zinsen im Jahr. Nicht berauschend, aber bei Trade Republic wären es 500 Euro auf dieselbe Summe. Der Vorteil von C24: Es gibt ein Gemeinschaftskonto. Für Paare, die ihre Finanzen gemeinsam verwalten, ist das ein echtes Argument – Trade Republic und N26 bieten das Stand Februar 2026 nicht an.

Revolut, Bunq und Wise: Die europäischen Alternativen im Check

Revolut, mit über 40 Millionen Nutzenden weltweit, bietet auch in Deutschland Zinsen auf Guthaben – allerdings mit einem Haken, den viele übersehen. Revolut operiert unter litauischer Banklizenz. Die Einlagensicherung schützt zwar ebenfalls bis 100.000 Euro, aber im Ernstfall läuft die Abwicklung über Litauen. Das muss kein Problem sein, erzeugt bei vielen aber ein mulmiges Gefühl. Und es hat steuerliche Konsequenzen: Revolut führt keine deutsche Abgeltungssteuer ab, Sie müssen die Zinserträge selbst in der Steuererklärung angeben.

Bunq aus den Niederlanden verlangt mindestens 10,99 Euro monatlich und positioniert sich als „Bank der Freiheit“ für digitale Nomaden mit Mehrwährungskonten. Als reines Tagesgeld-Vehikel? Rechnen wir nach: 131,88 Euro Jahresgebühr müssen die Zinsen erstmal reinholen. Wer nicht regelmäßig in verschiedenen Währungen operiert oder die automatische CO₂-Kompensation nutzt, zahlt drauf. Bunq bedient eine Nische – und das ist in Ordnung, aber für den reinen Zinsvergleich fällt der Anbieter raus.

Wise wiederum ist streng genommen keine Bank, sondern ein Zahlungsdienstleister, der Guthaben auf Wunsch in Geldmarktfonds investiert. Das kann mehr Rendite bringen als 2 Prozent Tagesgeld, ist aber auch mit einem anderen Risikoprofil verbunden: Geldmarktfonds unterliegen keiner Einlagensicherung. Die Grenzen zwischen Neobank, Neobroker und Finanz-App verschwimmen hier – und genau das macht den Vergleich für Sparende so unübersichtlich.

500 Euro geschenkt: Die Rechnung, die Ihre Bank verschweigt

Lassen Sie uns das Kernargument auf den Punkt bringen, denn unter dem Strich geht es um eine simple Entscheidung. Sie haben Geld auf einem Konto, das keine Zinsen zahlt. Eine Überweisung auf ein Neobank-Konto dauert einen Bankarbeitstag. Die Kontoeröffnung per Video-Ident keine 15 Minuten. Und der Unterschied?

Neobanken Tagesgeld Zinsen Vergleich 2026 – Smartphone-Banking-App neben Euroscheinen
Die Zinsen bei Neobanken hängen direkt am EZB-Einlagensatz – und der liegt im Februar 2026 bei 2,0 Prozent.

Drei Szenarien, drei Guthaben, drei Ergebnisse:

Guthaben Filialbank (0,1 %) Neobank (2,0 %) Differenz/Jahr
10.000 € 10,00 € 200,00 € +190,00 €
25.000 € 25,00 € 500,00 € +475,00 €
50.000 € 50,00 € 1.000,00 € +950,00 €

475 Euro Differenz bei 25.000 Euro Guthaben. Das ist ein Kurzurlaub. Oder ein Jahr Streaming-Abos. Oder einfach Geld, das vorher nicht da war – und das Sie sich ohne jedes Risiko holen können, weil die Einlagensicherung bei deutschen Neobanken identisch funktioniert wie bei der Sparkasse um die Ecke.

Kennen Sie das? Sie wissen das alles eigentlich, aber das Geld liegt trotzdem seit Jahren auf demselben Konto. Kein Vorwurf, das ist menschlich. Aber 475 Euro sind 475 Euro. Und die liegen gerade auf dem Tisch.

Einlagensicherung bei Neobanken: So gut ist Ihr Geld geschützt

Das häufigste Gegenargument lautet: „Aber ist mein Geld da auch sicher?“ Kurze Antwort: Ja – wenn Sie auf die Lizenz achten. Trade Republic, N26 und C24 besitzen eine deutsche Vollbanklizenz und fallen unter die gesetzliche Einlagensicherung gemäß Einlagensicherungsgesetz (EinSiG). Bis 100.000 Euro pro Person ist Ihr Guthaben geschützt – exakt so wie bei der Deutschen Bank, der Commerzbank oder Ihrer Volksbank.

Trade Republic verwahrt Kundengelder seit der Vollbanklizenz selbst, nicht mehr über Partnerbanken. Das klingt nach einem technischen Detail, hat aber Konsequenzen: Ihre Einlagen sind direkt zugeordnet, die Entschädigungskette im Insolvenzfall ist kürzer. Transparenter geht es kaum.

Die BaFin beaufsichtigt Neobanken mit denselben Maßstäben wie traditionelle Institute – ob der Laden eine Marmor-Lobby hat oder nur eine App, spielt regulatorisch keine Rolle. Die IT-Sicherheitsanforderungen, Eigenkapitalquoten und Meldepflichten sind identisch. Wer sich für eine Neobank mit deutscher Lizenz entscheidet, geht kein zusätzliches Sicherheitsrisiko ein. Punkt.

Anders sieht es bei Revolut (litauische Lizenz) oder Bunq (niederländische Lizenz) aus. Die europäische Einlagensicherung schützt dort ebenfalls bis 100.000 Euro, aber die Abwicklung läuft im Ernstfall über die jeweilige nationale Behörde. Und: Ohne automatischen Steuerabzug in Deutschland müssen Sie die Zinserträge selbst deklarieren – ein Mehraufwand, den viele unterschätzen.

Steuern auf Neobanken-Tagesgeld: Was Sie konkret wissen müssen

Zinserträge unterliegen in Deutschland der Abgeltungssteuer – egal ob Neobank oder Filialbank. Der Satz: 25 Prozent Kapitalertragsteuer plus 5,5 Prozent Solidaritätszuschlag darauf, ergibt insgesamt 26,375 Prozent. Kirchensteuerpflichtige zahlen nochmals 8 oder 9 Prozent auf die Kapitalertragsteuer. Von 100 Euro Zinsen bleiben also zwischen 72 und 73,60 Euro übrig – je nach Kirchensteuerpflicht.

Aber: Der Sparerpauschbetrag nach § 20 Abs. 9 EStG federt das erheblich ab. 1.000 Euro Kapitalerträge pro Jahr bleiben für Einzelpersonen steuerfrei, bei zusammen veranlagten Paaren sind es 2.000 Euro. Rechnen wir nach: Bei 2 Prozent Zinsen müssten Sie 50.000 Euro anlegen, um den Freibetrag als Einzelperson auszuschöpfen. Alles darunter ist komplett steuerfrei – vorausgesetzt, Sie haben einen Freistellungsauftrag eingerichtet.

Und genau hier liegt ein Detail, das viele vergessen. Ohne Freistellungsauftrag führt die Neobank automatisch Steuern auf jeden Euro Zinsen ab. Das Geld bekommen Sie zwar über die Steuererklärung zurück, aber das dauert Monate und kostet Nerven. Bei Trade Republic und N26 richten Sie den Freistellungsauftrag in der App ein – drei Klicks, fertig. Tun Sie das am ersten Tag. Nicht morgen, nicht nächste Woche. Sofort.

Ein weiterer Vorteil deutscher Neobanken: Die Zinserträge werden automatisch ans Finanzamt gemeldet. Kein Papierkram, keine Anlage KAP nötig (sofern Sie nicht mehr als den Freibetrag verdienen). Wer dagegen bei einer ausländischen Bank wie Revolut Zinsen kassiert, muss diese selbst in der Steuererklärung angeben – ein Punkt, den gerade Wechselwillige auf dem Schirm haben sollten.

EZB-Zinsprognose 2026: Wohin geht die Reise?

Die EZB hat am 5. Februar 2026 den Einlagensatz erneut bei 2,0 Prozent belassen – seit Juni 2025 unverändert. Nach acht Zinssenkungsschritten seit dem Höhepunkt bei 4,0 Prozent (September 2023) ist erst einmal Ruhe eingekehrt. Aber wie lange noch?

Die Inflation im Euroraum liegt bei rund 1,7 Prozent – unter dem EZB-Zielwert von 2 Prozent. Das Wirtschaftswachstum in der Eurozone bleibt schwach. Beides spricht eher für weitere Zinssenkungen als für Erhöhungen. Die meisten Analysten erwarten mindestens einen weiteren Zinsschritt im Laufe des Jahres 2026, möglicherweise auf 1,75 Prozent.

Für Neobanken-Tagesgeld bedeutet das: Trade Republic gibt den EZB-Einlagensatz eins zu eins weiter – sinkt der auf 1,75 Prozent, gibt es 1,75 Prozent. So war es bei jeder Anpassung bisher, und daran wird sich nichts ändern. N26 und C24 dürften mit leichter Verzögerung nachziehen. Konkret heißt das für Sie: Die aktuellen 2,0 Prozent sind vermutlich das Beste, was Sie für eine Weile bekommen werden.

Die EZB veröffentlicht ihre Zinsentscheidungen acht Mal im Jahr. Der nächste Termin: März 2026. Wer mit dem Kontowechsel hadert und auf „den richtigen Moment“ wartet, verpasst genau die Zinsen, die jetzt gerade auf dem Tisch liegen. Der richtige Moment ist jetzt – denn jeder Monat ohne Zinsen ist ein Monat verschenkte Rendite.

Neobank als Gehaltskonto: Lohnt sich der Komplettwechsel?

Tagesgeld ist eine Sache. Das Gehaltskonto komplett zu einer Neobank verlagern – eine ganz andere. Können Sie das? Technisch ja. Trade Republic, N26 und C24 bieten SEPA-Überweisungen, Lastschriften, Daueraufträge und Kartenzahlungen. Die gesetzliche Kontowechselhilfe nach § 21 Zahlungskontengesetz (ZKG) verpflichtet Ihre alte Bank sogar, beim Umzug zu helfen: Daueraufträge übertragen, Lastschriftmandante informieren, alles innerhalb von zwölf Bankarbeitstagen.

Die Stolpersteine im Alltag sind dennoch real. Bargeldeinzahlungen bei Trade Republic laufen über REWE und Penny – begrenzt auf 999 Euro monatlich, teilweise gegen Gebühr. N26 bietet Bareinzahlungen über den Handel an, beim Gratiskonto aber nur 100 Euro pro Monat kostenfrei, darüber fallen 1,5 Prozent an. Wer als Selbstständige regelmäßig Bareinnahmen einzahlt, braucht eine andere Lösung.

Gemeinschaftskonten bleiben ein Knackpunkt. Trade Republic: nicht verfügbar. N26: nicht verfügbar. C24: ja, und das ist ein echter Wettbewerbsvorteil. Für Paare, die ein Haushaltskonto brauchen, ist C24 unter den Neobanken momentan die einzige seriöse Option. Wer auf ein Gemeinschaftskonto angewiesen ist, kommt an der ING oder DKB als Ergänzung nicht vorbei.

Mein pragmatischer Rat: Behalten Sie Ihr altes Girokonto als Backup – ohne nennenswertes Guthaben, nur als Notanker für Sonderfälle. Eröffnen Sie parallel ein Neobank-Konto, leiten Sie das Gehalt dorthin um, lassen Sie den Großteil des Guthabens verzinsen. Das kostet nichts extra, und Sie haben das Beste aus beiden Welten. Die Digitalisierung im Banking macht genau das möglich – nutzen Sie es.

Neobanken Tagesgeld vs. Festgeld vs. Geldmarkt-ETF: Was bringt mehr Rendite?

Tagesgeld ist bequem, aber ist es auch die beste Option für Ihr Geld? Nicht unbedingt. Zum Vergleich: Festgeld bei Direktbanken liegt im Februar 2026 bei 2,3 bis 2,8 Prozent für zwölf Monate Laufzeit – also spürbar über den 2,0 Prozent bei Trade Republic. Der Haken: Ihr Geld ist gebunden. Vorzeitige Kündigung? In der Regel nicht möglich oder nur mit Zinseinbußen.

Geldmarkt-ETFs wie der Xtrackers EUR Overnight Rate Swap (DBX0AN) bilden den €STR-Zinssatz ab und liefern aktuell eine Rendite von rund 1,9 Prozent – nach Kosten. Vorteil: tägliche Verfügbarkeit über die Börse, kein Kontomodell nötig, keine Bindung. Nachteil: keine Einlagensicherung, minimale Kursschwankungen, und Sie brauchen ein Depot. Wer bereits bei Trade Republic investiert, kann das praktisch aus derselben App heraus managen.

Rechnen wir nach, was sich konkret lohnt. Bei 25.000 Euro und zwölf Monaten Anlagehorizont:

Anlageform Zinssatz/Rendite Ertrag (25.000 €) Verfügbarkeit Einlagensicherung
Neobank-Tagesgeld 2,00 % 500,00 € Täglich Ja (100.000 €)
Festgeld 12 Monate 2,50 % 625,00 € Nach Laufzeit Ja (100.000 €)
Geldmarkt-ETF ~1,90 % ~475,00 € Täglich (Börse) Nein (Sondervermögen)

Für den Notgroschen – drei bis sechs Monatsgehälter, die jederzeit verfügbar sein müssen – ist Neobanken-Tagesgeld die beste Wahl. Für Geld, das Sie definitiv ein Jahr nicht brauchen, bringt Festgeld 125 Euro mehr auf 25.000 Euro. Wer beides kombiniert, fährt am besten: Notgroschen auf dem Tagesgeld, langfristiges Erspartes ins Festgeld oder in ETFs. Wir bei digital-magazin.de empfehlen genau diesen Drei-Töpfe-Ansatz.

Drei Schritte zu besseren Zinsen – und warum Sie heute anfangen sollten

Genug Theorie. Wenn Sie nach diesem Artikel eines tun sollten, dann Folgendes:

  1. Prüfen Sie Ihren aktuellen Zinssatz. Loggen Sie sich ins Online-Banking ein und schauen Sie nach, was Ihre Bank auf Ihr Guthaben zahlt. In den meisten Fällen: etwas zwischen 0,0 und 0,25 Prozent. Notieren Sie die Zahl.
  2. Rechnen Sie den Unterschied aus. Nehmen Sie Ihr durchschnittliches Guthaben der letzten drei Monate, multiplizieren Sie es mit der Zinsdifferenz zu 2,0 Prozent. Bei 20.000 Euro und 1,8 Prozentpunkten Differenz sind das 360 Euro pro Jahr. Geschenkt.
  3. Eröffnen Sie ein Konto. Trade Republic, N26 oder C24 – Video-Ident, keine 15 Minuten, kein Papierkram, keine Filiale. Geld überweisen, Freistellungsauftrag einrichten, fertig. Dann arbeitet Ihr Geld endlich für Sie.

Die Zinsen werden nicht ewig auf diesem Niveau bleiben. Jeder Monat, in dem Ihr Geld unverzinst herumliegt, kostet Sie konkret Geld – bei 25.000 Euro sind das rund 42 Euro pro Monat, die Sie verschenken. Das ist kein abstraktes Konzept, das ist Ihre Rendite, die gerade an Ihnen vorbeiläuft.

Die Frage ist längst nicht mehr, ob Neobanken Tagesgeld eine Alternative zur Filialbank ist. Die Frage ist, warum Sie noch warten. Ihr Bankberater wird Ihnen diese Rechnung jedenfalls nicht aufmachen.

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