Drei Stunden. So lange habe ich gestern gebraucht, um eine smarte Glühbirne einzurichten. Drei. Stunden. Mein Router und ich, wir hatten eine Auseinandersetzung. Spoiler: Der Router hat gewonnen. Aber das war vor Matter. Jetzt? Jetzt ist alles einfacher.
Okay, ich übertreibe nicht. Wer schon mal versucht hat, Zigbee, WLAN, Bluetooth und was-weiß-ich-noch-alles in einem Smart Home zu vereinen, weiß wovon ich rede. Ein Flickenteppich aus Standards, Apps und „funktioniert nur mit“-Einschränkungen. Die kurze Version: Es war die Hölle. Nerd-Alarm: Ich spreche aus Erfahrung.
Aber 2026 ändert sich das. Der Matter-Standard ist da – und er hält, was er verspricht. Endlich. Im Ernst: Nach Jahren des Wartens, der Ankündigungen und der Enttäuschungen funktioniert die herstellerübergreifende Smart-Home-Zukunft tatsächlich.
Matter ist ein gemeinsamer Standard für Smart-Home-Geräte. Das klingt trocken, ist aber eigentlich simpel: Alle Geräte sprechen die gleiche Sprache. Egal ob von Samsung, Apple, Google, Amazon oder irgendeinem Start-up.
Das bedeutet: Eine App zur Steuerung. Ein Setup-Prozess. Keine „funktioniert nur mit“-Einschränkungen mehr. Sie kaufen ein Matter-Gerät, scannen den QR-Code, fertig. Das war’s. Ernsthaft.
Der Standard wird von der Connectivity Standards Alliance entwickelt – einem Konsortium mit über 200 Mitgliedern. Apple, Google, Amazon, Samsung, Signify (Philips Hue), Siemens, und viele mehr. Die schweren Geschütze der Branche sind dabei. Das ist kein Nischenprojekt mehr.
Die aktuelle Version Matter 1.3 bringt echte Geräte-Interoperabilität zwischen allen großen Herstellern. Das ist nicht nur Marketing-Sprech. Ich habe es getestet. Es funktioniert.
Was konkret geht:
Energiemanagement. Matter 1.3 unterstützt smarte Stromzähler, Solar-Wechselrichter und Batteriespeicher. Endlich können Sie Ihren Energieverbrauch zentral überwachen – ohne drei verschiedene Apps.
Mikrowellen und Backöfen. Ja, wirklich. Smarte Küchengeräte sind jetzt Matter-kompatibel. Warum? Keine Ahnung. Aber irgendwer wird es brauchen.
Wassermanagement. Smarte Wasserhähne, Bewässerungssysteme, Leckage-Sensoren. Alles in einem System.
Roboterstaubsauger. Endlich! Der Klassiker im Smart Home. Matter 1.3 unterstützt Staubsaugerroboter mit Kartenfunktion und Raumreinigung.
Im Ernst: Die Liste wird länger. Mit jeder Version kommen neue Gerätetypen dazu. Der Standard entwickelt sich weiter – und das ist gut so.

Klingt einfach, ist es aber nicht: Matter braucht ein zuverlässiges Funkprotokoll. Und hier kommt Thread ins Spiel. Das klingt technisch, ist aber eigentlich simpel: Thread löst die Verbindungsprobleme von WLAN-Smart-Homes.
WLAN war nie für Smart Homes gedacht. Zu viele Geräte, zu viel Stau, zu instabil. Thread dagegen bildet ein Mesh-Netzwerk. Jedes Gerät ist ein Verstärker für das Signal. Das bedeutet: Mehr Reichweite, weniger Ausfälle, niedrigere Latenz.
Samsung hat übrigens klammheimlich eine wachsende Zahl seiner Geräte mit einem Thread Border Router ausgestattet. Das bedeutet: Sie kaufen ein Samsung-Gerät, und plötzlich haben Sie einen Thread-Zugangspunkt. Ohne dass Sie es merken. Smart, oder?
Die kurze Version: Thread ist das Netzwerk. Matter ist die Sprache. Zusammen machen sie Smart Homes endlich nutzbar.
Wissen Sie, wer das Matter-Thema massiv vorantreibt? IKEA. Ja, der Möbelgigant. Und das ist gut so.
Auf der CES 2026 hat IKEA seine Smart-Home-Offensive angekündigt: 21 neue Matter-kompatible Produkte. Von Lampen über Steckdosen bis hin zur neuen Bilresa-Fernbedienung mit Scrollrad. Alles Thread- und Zigbee-fähig. Alles herstellerübergreifend nutzbar.
Warum ist das wichtig? Weil IKEA Smart Home massentauglich macht. Nicht jeder will 500 Euro für eine Stehlampe ausgeben. IKEA bietet Matter-Geräte für den Massenmarkt – und das beschleunigt die Akzeptanz des Standards enorm.
Die neue Bilresa-Fernbedienung nutzt Thread- und Zigbee-Funk. Das bedeutet: Sie funktioniert mit praktisch jedem Smart-Home-System. Endlich eine Fernbedienung, die nicht an einen Hersteller gebunden ist. Klingt banal? Ist es nicht. Versuchen Sie mal, eine Philips Hue-Fernbedienung mit Apple HomeKit zu nutzen. Viel Spaß.
Für alle, die nicht in das Apple/Google/Amazon-Ökosystem eingebunden sein wollen: Home Assistant. Die größte Open-Source-Smart-Home-Plattform hat im Januar 2026 ihre erste Version des Jahres veröffentlicht – mit besserem Matter- und Thread-Support.
Was bedeutet das? Sie können Matter-Geräte mit jeder Plattform nutzen. Home Assistant, Apple HomeKit, Google Home, Amazon Alexa, Samsung SmartThings – alles funktioniert. Der Vendor-Lock-in ist vorbei.
Das klingt selbstverständlich? War es nicht. Jahrelang waren Smart-Home-Systeme geschlossene Welten. Wer einmal bei Apple war, konnte nicht zu Google wechseln. Wer Philips Hue hatte, brauchte die Hue-Bridge. Matter beendet diese Zwangsverheiratung.
Die Zahlen sprechen eine klare Sprache: 67 Prozent der deutschen Haushalte planen bis 2026 Investitionen in Smart-Home-Systeme. Der Markt wächst mit zweistelligen Raten.
Aber anders als in den Vorjahren treibt nicht mehr der Wunsch nach technischen Neuheiten das Wachstum. Es sind drei praktische Gründe:
1. Energieeinsparungen. Smarte Thermostate, Beleuchtung und Energiemanagement senken die Kosten. Das rechnet sich.
2. Verbesserte Sicherheit. Rauchmelder, Leckage-Sensoren, Kameras – vernetzte Sicherheit ist realer Nutzen, nicht Spielerei.
3. Mehr Komfort im Alltag. Licht, das sich automatisch einschaltet. Heizung, die sich anpasst. Der Kaffee, der bereitsteht, wenn Sie aufwachen. Das sind keine Luxus-Probleme, sondern echte Erleichterung.
Im Ernst: Wer Smart Home als Spielerei für Tech-Nerds abtut, verpasst den Punkt. Es geht um Nutzen. Und Matter macht diesen Nutzen endlich zugänglich.
Nachdem ich nun Matter, Thread und die neuesten Geräte getestet habe (ja, ich habe wieder drei Stunden im Keller verbracht – aber diesmal produktiv), hier meine Empfehlung:
1. Prüfen Sie Ihre bestehenden Geräte. Viele Hersteller liefern Matter-Updates nach. Ihre Philips Hue-Bridge? Kann wahrscheinlich Matter. Ihr neuer Samsung TV? Ebenso.
2. Investieren Sie in einen Thread Border Router. Das können ein Apple HomePod Mini, ein Google Nest Hub oder ein Samsung SmartThings Hub sein. Ohne Thread werden Sie Matter nicht voll nutzen können.
3. Kaufen Sie Matter-zertifizierte Geräte. Das Logo „Works with Matter“ ist Ihr Garant für Kompatibilität. Alles andere ist Glücksspiel.
4. Wählen Sie Ihre Plattform. Apple HomeKit, Google Home, Amazon Alexa, Home Assistant – alle unterstützen Matter. Wählen Sie die, die Ihnen am besten gefällt. Sie sind nicht mehr an einen Hersteller gebunden.
5. Starten Sie klein. Eine smarte Lampe. Ein Thermostat. Bauen Sie langsam auf. Smart Home muss nicht in einer Woche fertig sein.
Nach Jahren des „funktioniert nur mit“, der Apps-Wüste und der Hersteller-Zwangsheirat wird Smart Home endlich nutzbar. Matter und Thread sind nicht perfekt – aber sie sind der größte Schritt nach vorne, den die Branche je gemacht hat.
Ich werde meine drei Stunden im Keller nicht zurückbekommen. Aber zukünftige Smart-Home-Enthusiast:innen werden es leichter haben. Und das ist ein Fortschritt, auf den wir gewartet haben.
Klingt einfach, ist es jetzt auch. Endlich.
Matter-zertifizierte Geräte finden Sie mittlerweile bei allen großen Herstellern. Die Connectivity Standards Alliance führt eine offizielle Datenbank unter csa-iot.org. Prüfen Sie vor dem Kauf, ob das Gerät Matter-zertifiziert ist.
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