
1.900 Aussteller. Über 50 Länder. Fünf Tage, die den Handel verändern werden. Die EuroShop 2026 in Düsseldorf ist die wichtigste Retail-Messe des Jahres – und sie findet gerade statt.
347 Milliarden Euro. So viel setzte der deutsche Online-Handel 2025 um. Das ist kein kleines Nischenmarkt mehr, sondern ein Massenphänomen. Auf der EuroShop 2026 (22.-26. Februar in Düsseldorf) zeigt sich nun, wohin die Reise geht – und für Händler gibt es einiges zu entdecken.
Dieses Jahr ist ein Jubiläum. Und die Messe hat sich einiges einfallen lassen. Neben den klassischen Ausstellerflächen gibt es neue Sonderflächen und geführte Touren zu den wichtigsten Trendthemen. Sustainable Materials & Store Design, Retail Tech Innovation, Energy Management – das sind nicht nur Buzzwords, sondern konkrete Lösungen, die Händler sich ansehen können.
Erstmals bietet die EuroShop auch Store-Touren jenseits des Messegeländes. Direkt in Düsseldorf können Besucher wegweisende Shop-Konzepte besichtigen. Praktisch: Wer nicht nur über Innovationen reden, sondern sie live erleben will, bekommt hier die Gelegenheit dazu.
Die sieben Bühnen der Messe liefern Insights und Wissen zu den Trends im Handel. Von Ladenbau über Handelstechnologie bis hin zu Marketing und Beleuchtung – die Themen sind breit gefächert, aber auf den Punkt präsentiert.
Wer die EuroShop besucht, wird ein Thema nicht übersehen können: Künstliche Intelligenz. Sie durchzieht praktisch jeden Bereich des Handels – von der Produktsuche bis zum Checkout. Aber was bedeutet das konkret für Händler?
Trend 1: KI-gestützte Produktsuche. Kunden finden Produkte nicht mehr nur über Stichworte, sondern durch natürliche Spracheingabe und visuelle Suche. Die Technologie ist soweit, dass sie tatsächlich funktioniert – und Conversion-Raten spürbar erhöht.
Trend 2: Composable Commerce. Statt monolithischer Shop-Systeme setzen immer mehr Händler auf modulare Architekturen. Das bedeutet: Best-of-Breed-Lösungen für jeden Bereich – vom PIM über das CMS bis zur Checkout-Lösung. Flexibel, skalierbar, zukunftssicher.
Trend 3: Omnichannel-Integration. 2026 markiert nach Einschätzung von Branchenexperten den Wendepunkt für Omnichannel-Lösungen. Online und Offline verschmelzen zu einer „Journey“ – der Kunde bewegt sich nahtlos zwischen Kanälen, ohne Brüche im Erlebnis.
Trend 4: Clienteling-Apps. Verkäufer werden zu echten Beratern, die Kundenhistorien, Größenpräferenzen und Warenkörbe kennen. Die „Next Best Conversation“ startet nicht mehr zufällig, sondern datenbasiert. Das klingt nach Überwachung? Ist aber eher das, was gute Verkäufer schon immer intuitiv gemacht haben – nur jetzt mit digitaler Unterstützung.
Trend 5: B2B-Portale als Wachstumsmotor. B2B-Portale verlieren ihren Projekt-Schrecken und werden zu skalierbaren Plattformen für Effizienz, Kundenbindung und Wachstum. Das ist besonders für Mittelständler relevant, die bisher vom B2B-E-Commerce zurückgeschreckt sind.
Trend 6: Nachhaltigkeit als Verkaufsargument. Die Sonderfläche Sustainable Materials & Store Design ist kein Nice-to-have mehr. Kunden erwarten Transparenz – und Händler, die diese Erwartung erfüllen, haben einen klaren Wettbewerbsvorteil.
Trend 7: Emotional Commerce. Produkte werden nicht mehr nur rational gekauft. Storytelling, Inszenierung und emotionale Bindung werden zum Differenzierungsmerkmal. Wer nur auf Preis und Verfügbarkeit setzt, verliert gegen Händler, die ein Erlebnis schaffen.
59 Prozent des gesamten Einzelhandels-E-Commerce-Umsatzes werden 2025 über mobile Geräte generiert. Das sind etwa 2,51 Billionen US-Dollar weltweit. Für Online-Händler ist Mobile-Optimierung keine Option mehr – sie ist Überlebensnotwendigkeit.
Auf der EuroShop zeigen zahlreiche Aussteller Lösungen für nahtlose mobile Einkaufserlebnisse. Von Progressive Web Apps bis hin zu speziellen Checkout-Flows für Smartphones: Wer seine Conversion-Rate im mobilen Bereich verbessern will, findet hier konkrete Ansätze.
Das Problem dabei: Viele Händler haben noch immer Desktop-First gedacht. Die Messe macht deutlich, dass dieser Ansatz 2026 schlichtweg falsch ist. Mobile First ist das Gebot der Stunde – oder besser noch: Mobile Only.
Ein spannender Trend auf der EuroShop 2026: Die Rückbesinnung auf den physischen Laden. Aber nicht als reiner Verkaufsraum, sondern als Erlebnis. Die Amber Stage in Halle 9 stellt genau das in den Mittelpunkt – internationale Beispiele für Store-Konzepte, die mehr bieten als nur Produkte.
Elektromobilität und Ladeinfrastruktur im Handel sind ebenfalls ein Thema. Wer Kunden länger im Laden hält, braucht Angebote – und Ladesäulen sind ein praktisches Instrument dafür. Kunden laden ihr Auto, während sie durch den Store bummeln. Win-win.
Das Fazit für Händler: Der physische Store ist nicht tot. Aber er muss sich wandeln. Vom reinen Verkaufsraum zum Erlebnisraum, der Kunden bindet und zum Verweilen einlädt.
Die EuroShop macht eines klar: Technologie ist 2026 kein Support-Thema mehr, sondern ein strategischer Hebel. Wer die richtigen Tools einsetzt, gewinnt – nicht nur an Effizienz, sondern an Wettbewerbsfähigkeit.
KI-gestützte Analysetools, automatisierte Lagerlogistik, personalisierte Marketing-Ansprache – das sind keine Zukunftsvisionen, sondern Lösungen, die auf der Messe live demonstriert werden. Der Unterschied zwischen Vorreitern und Verzögerern wird größer.
Klartext: Händler, die 2026 noch überlegen, ob sie in E-Commerce-Technologie investieren, haben das Nachsehen. Die Frage ist nicht mehr „ob“, sondern „wie schnell“.
Nach fünf Tagen Messe (und diversen Gesprächen mit Ausstellern und Branchenkollegen) hier meine Einschätzung: Die EuroShop 2026 zeigt einen Handel im Wandel. Die Richtung ist klar – KI, Omnichannel, Nachhaltigkeit, Emotion.
Für Online-Händler bedeutet das konkret:
1. KI nicht länger ignorieren. Die Technologie ist reif. Wer sie nicht nutzt, gibt Wettbewerbsvorteile ab.
2. Omnichannel ernst nehmen. Die Kunden erwarten es. Online-only ist 2026 keine nachhaltige Strategie mehr.
3. Mobile First leben. Nicht nur sprechen. Die Zahlen lügen nicht – über 59 Prozent der Umsätze kommen mobil.
4. Nachhaltigkeit kommunizieren. Kunden fragen danach. Wer darauf keine Antwort hat, verliert.
5. Emotionen schaffen. Produkte sind austauschbar. Erlebnisse nicht.
Die EuroShop 2026 läuft noch bis zum 26. Februar. Wer die Chance hat, vorbei zu kommen: Tun Sie es. Wer nicht: Die Trends sind nun bekannt. Zeit, sie umzusetzen.
Die EuroShop 2026 findet vom 22. bis 26. Februar in Düsseldorf statt. Alle Informationen zu Ausstellern, Programmen und Ticketpreisen finden Sie auf euroshop.de.
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