Schärfere Regeln bei Onlinezahlungen – die Digitalwirtschaft protestiert

Die Europäische Bankenaufsichtsbehörde fordert schärfere Regeln bei Onlinezahlungen ab 30 Euro. Dies würde eine zusätzliche Authentifizierung von Kunden bei Onlinekäufen nötig machen. Die EU argumentiert, dass ein Plus an Sicherheit stärkere Anreize schaffe, in Onlineshops einzukaufen. Die Händler befürchten hingegen eine Überregulierung, die Kunden von einem Kauf abhalten könnte. Die Mitglieder des Europäischen Parlaments können über den Vorschlag abstimmen.

Das schlägt die EU-Kommission vor

Wenn es nach der Bankenaufsichtsbehörde der Europäischen Union (EBA) geht, sollten bei Onlinezahlungen ab 30 Euro zusätzliche Authentifizierungsmaßnahmen nötig werden. Kunden müssten dann ein Passwort eingeben, eine Zahlungskarte nutzen oder ihren Fingerabdruck hinterlassen, um eine Transaktion durchführen zu können. Die Idee hinter diesem Vorschlag ist, für mehr Transparenz und Sicherheit bei Onlinekäufen zu sorgen. Dieses Plus an Sicherheit schafft der EU zufolge Anreize für Kunden, im E-Commerce aktiv zu werden und Waren online zu kaufen. Ursprünglich war geplant, die neuen Regelungen bereits für Zahlungen ab 10 Euro gelten zu lassen. Inzwischen sollen jedoch nur höherpreisige Bestellungen von der neuen Regelung betroffen sein.

Das wenden Onlinehändler gegen die neuen Regeln ein

Lesen Sie auch ...

Querschnitt durch die Digitalisierung – Die Ausstellung „Neuland: Ich, wir und die Digitalisierung“

Mit etwas Verspätung startete in Frankfurt die Ausstellung "Neuland: ich, wir und die Digitalisierung". Diese beschäftigt sich mit dem, was im digitalen Bereich war,...

Kano Modell im Kundenservice erfolgreich anwenden

Warum sollten Sie über das Kano Modell lernen? Ansätze, um den Kundenservice zu verbessern, gibt es viele, klare Schritte und Handlungsempfehlungen fehlen jedoch oft. Das...

Onlinehändler und andere Beteiligte im E-Commerce laufen gegen den Vorschlag Sturm. Sie argumentieren, dass eine Überregulierung des Onlinegeschäfts die Kaufbereitschaft der Kunden reduziere und somit eine Gefahr für die Händler darstelle. Gerade durch das Aufkommen des M-Commerce hat sich das Kaufverhalten der Nutzer massiv geändert. So shoppen immer mehr Menschen mit dem Smartphone oder einem Tablet. Sie sind somit sehr flexibel und können immer und überall einkaufen. Im M-Commerce ist es jedoch sehr wichtig, funktionale und kundenfreundliche Services anzubieten. Jeder zusätzliche Klick stellt für Kunden eine Hürde dar, die sie nicht selten dazu verleitet, von einem Kauf abzusehen.

Aus diesem Grund wehren sich die Player der Digitalwirtschaft gegen den Vorschlag der EU. 27 Unternehmen haben ein Schreiben an Jean Claude Juncker, den Kommissionspräsidenten der EU, geschickt, in dem sie ihn darum bitten, Änderungen an dem Vorschlag vorzunehmen. Sie sehen die Freiheit und Flexibilität von Kunden und Händlern durch die neuen Regelungen gefährdet und fordern eine Abmilderung der Vorgaben. Zu den Unternehmen, die sich an dem Schreiben beteiligt haben, zählen unter anderem Google und E-Commerce Europe.

Mitgliedsstaaten entscheiden über den Vorschlag

Ob die Vorschläge der EU Kommission nationales und internationales Recht werden, hängt von den Mitgliedern des Europäischen Parlaments (MEP) und den einzelnen Mitgliedsstaaten ab. Die EU schickt den Vorschlag an die einzelnen MEP und die Vertreter der Mitgliedsstaaten. Diese haben nach Erhalt drei Monate Zeit, um den Vorschlag abzulehnen oder ihm zuzustimmen. Allerdings sind sie nicht befugt, Änderungen an dem Vorschlag vorzunehmen. Sie können sich lediglich dafür oder dagegen entscheiden. Deswegen haben sich die Online-Unternehmen mit ihrem Schreiben nicht an die MEP, sondern direkt an die Europäische Kommission gewendet. Sie haben die Hoffnung, dass noch Änderungen und Abmilderungen an dem Vorschlag vorgenommen werden, bevor er den zuständigen Gremien zur Abstimmung vorgelegt wird. Denn grundsätzlich sind auch sie an einem Höchstmaß an Sicherheit im E-Commerce interessiert.

Lesen Sie auch ...

Kurz erklärt – Onlinezugangsgesetz (OZG)

Das Onlinezugangsgesetz soll dafür sorgen, dass die Interaktion von Einzelpersonen oder Unternehmen mit Behörden leichter, schneller und auf die heutige Zeit angepasst wird. Das...

Twitter-Townhall-Meeting zur Digitalisierung

Die Botschafter der nordischen Länder setzen von jeher auf eine enge Zusammenarbeit. Diese gute Tradition wird auch während der Corona-Krise beibehalten. Jetzt wollen sie...

Lesen Sie auch ...

Kano Modell im Kundenservice erfolgreich anwenden

Warum sollten Sie über das Kano Modell lernen? Ansätze, um den Kundenservice zu verbessern, gibt es viele, klare Schritte und Handlungsempfehlungen fehlen jedoch oft. Das...

Kurz erklärt – Onlinezugangsgesetz (OZG)

Das Onlinezugangsgesetz soll dafür sorgen, dass die Interaktion von Einzelpersonen oder Unternehmen mit Behörden leichter, schneller und auf die heutige Zeit angepasst wird. Das...

Diesen Beitrag kommentieren:

Bitte geben Sie Ihren Kommentar ein
Bitte geben Sie hier Ihren Namen ein

AnzeigeWerbung in Podcasts

Beliebte Beiträge

Zahlungsprozesse: Amazon Payments vs. Paypal

Wohl kaum jemand, der sich regelmäßig im Internet bewegt und auch online bestellt wird ein Paypal-Konto nicht sein eigen nennen. Die Vorteile sind (fast)...

Käufer, Produkte und Shoppingverhalten – so nutzen die Deutschen den E-Commerce

Für Unternehmen im E-Commerce ist es entscheidend, die eigene Zielgruppe beziehungsweise die eigenen Kunden zu kennen. Deswegen sind Infografiken wie die von Netzshopping so...

Wie Sie Journalisten dazu bringen, Ihnen zuzuhören

Die allermeisten Pressemitteilungen werden nie gelesen – weil Journalisten, wie auch Redakteure davon geradezu überschwemmt werden. Was also tun, um die Aufmerksamkeit von Journalisten...

Newsletter - wöchentlich digital informiert werden

Unser Newsletter schickt Ihnen die News der letzten Woche zusammengefasst in Ihr Postfach.

Veranstaltungen

Online Marketing Konferenz All-in-one trotzt der Krise

Dass Konferenzen in Zeiten von Corona durchaus möglich sind, beweist das Online Marketing Event All-in-one, das am 18.06.2020 ab 14:30 stattfindet und von SEMrush-Connect...

Neuer Umgang mit Daten – Data Driven Business Konferenz

Im November 2020 findet die Data Driven Business Konferenz statt. Diese möchte Wege aufzeigen, um mit einer optimalen Nutzung von Daten den Kunden ins...

Empfehlung der Redaktion

Digitalisierung: Was ist das? Eine Definition.

Diesen Artikel lieber hören? Gelesen von Peter Brown. Hörbar gemacht von Obwohl sie in nahezu allen unseren Lebens- und Arbeitsbereichen eine große Rolle spielt, ist die...

Aufgaben eines CDO – als Störenfried die Digitalisierung voranbringen

Diesen Artikel vorlesen lassen: Die Metajobsuchmaschine Joblift hat die Stellenausschreibungen für CDOs (Chief Digital Officer) der letzten zwei Jahre unter die Lupe genommen. Hierbei haben...

HubSpot – der ultimative Wegweiser für die erfolgreiche Nutzung von HubSpot

HubSpot ist ein börsennotiertes Software-Unternehmen aus den Vereinigten Staaten, mit dem Fokus auf Marketing-Software für Inbound Marketing und Sales und im Juni 2006 gegründet...

Was ist SEMrush? – Alle Funktionen im Überblick

Alles begann im Jahr 2008 als sich eine kleine Gruppe aus IT- und SEO-Spezialisten mit einer gemeinsamen Mission zu einem Unternehmen zusammenschlossen und den...

5 SEO Tipps für Online Shops

5 Online Shop SEO Tipps für bessere Rankings und mehr Umsatz im Jahr 2015. Mit diesen Tipps ist jeder Online Shop Betreiber auf der sicheren Seite.

Value Model Canvas: Erweiterung des Business Model Canvas

Diesen Artikel vorlesen lassen? Value Model Canvas - Unternehmensidentität clever definieren Seit rund zehn Jahren hat sich das Business Model Canvas (BMC) als Hilfsmittel für das...

Produktmanagement im E-Commerce

Die Zukunft sieht vernetzt aus ... und zwar in Form von E-Dienstleistungen. Alles muss elektronisch und digitalisiert sein. Das hat auch seine guten Gründe....

Digital Leadership – die Digitalisierung stellt neue Ansprüche an Führungskräfte

Diesen Artikel hören? Die schöne neue Digitalwelt verlangt eine Neuausrichtung der Arbeitswelt. Das gilt sowohl für die an den Unternehmensprozessen beteiligten Mitarbeiter als auch für...

Bing Ads: Erfolg mit dem Werbeprogramm von Microsoft

Bing Ads heißt das Microsoft Werbeprogramm für Bing und Yahoo! Die beiden Suchmaschinen betreiben ihre Werbung schon länger über das gemeinsame Yahoo! Bing Network....

Jetzt Alexa Skill aktivieren!

Anzeigedigital-magazin alexa Skill

Ähnliche Beiträge

Schärfere Regeln bei Onlinezahlungen – die Digitalwirtschaft protestiert

Teile diesen Artikel per Email