Mobile Payment – bezahlen via Smartphone

In vielen Ländern ist das mobile Bezahlen (Mobile Payment) bereits weitgehend etabliert. In Deutschland scheuen sich viele Nutzer aus Sicherheitsbedenken aber häufig davor, das Smartphone zum Bezahlen zu verwenden. Der ERGO Experte Dieter Sprott sieht die Zukunft des Mobile Payment dennoch rosig. Ihm zufolge müssen sich jedoch fünf Dinge grundlegend ändern, damit sich das mobile Bezahlen auch in Deutschland durchsetzt.

  1. Die Zahl der Anbieter muss sinken

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Zwischenzeitlich gab es 80 verschiedene Anbieter, die eigene Payment-Applikationen entwickelt haben. Viele von ihnen wie SQ Wallet oder Yapital haben sich bereits wieder vom Markt zurückgezogen. Experten gehen davon aus, dass in 5 Jahren lediglich 3-6 große Anbieter wie Apple, Google und Samsung den Mobile Payment Markt unter sich aufteilen werden. Bis dahin wird die Zahl der Kunden, die mobile Bezahldienste in Anspruch nehmen, voraussichtlich auf etwa 11 Millionen gestiegen sein.

  1. Ein Übertragungsstandard muss etabliert werden

Zurzeit sind mit QR-Codes, Apps und NFC (Near Field Communication = Nahfeldkommunikation [NFC]) verschiedene Techniken verfügbar, mit denen Mobile Payment möglich ist. Das ist verwirrend für die Kunden und hemmt den Erfolg des Bezahlens via Smartphone. Mittlerweile haben sich viele große Anbieter auf NFC als Übertragungsstandard geeinigt, dieser muss aber noch flächendeckend etabliert werden. Hierfür wird in die Smartphones standardmäßig ein NFC-Chip eingebaut. Wenn ein Smartphone mit einem solchen Chip direkt an das Bezahlterminal gehalten wird, erfolgt die Buchung automatisch und der Käufer erhält einen Kassenbeleg. Zudem werden alle Transaktionen in der Smartphone-App abgespeichert und sind jederzeit abrufbar.

  1. Die Einrichtung muss einfacher werden

Viele Nutzer scheuen aktuell noch den Aufwand, der mit der Installation und Einrichtung einer App für Mobile Payment und den E-Commerce verbunden ist. Immerhin müssen Konto- oder Kreditkartendaten hinterlegt und eine Registrierung vorgenommen werden. Wer dies tut, erfreut sich bald an den Vorteilen des Bezahlens per Smartphone. Zum Beispiel können Beträge bis 25 € ohne PIN bezahlt werden. Erst bei größeren Beträgen wird eine PIN nötig. Noch empfinden die Menschen die Installation einer solchen App als lästigen Aufwand und nicht als lohnenswerte Investition. Dies lässt sich mit einer simpleren Einrichtung ändern.

  1. Eine höhere Sicherheit muss gewährleistet werden

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In einer Studie geben 94 % der 6.000 Befragten an, dass sie Gefahren beim Mobile Payment sehen und 40 % sagen, dass sie diese Technik aus Sicherheitsbedenken nicht nutzen. Anwendungen wie ein Fingerabdruck-Scan zur Aktivierung des NFC-Chips können solche Ängste nehmen. Außerdem sollten Verschlüsselungen standardmäßig beim mobilen Zahlen verwendet werden, auch wenn das Abgreifen von Daten bei der NFC-Technologie aufgrund der geringen Übertragungsreichweite bereits heute eher unwahrscheinlich ist. Nicht zuletzt muss das Mobile Payment bei Verlust oder Diebstahl des Handys per Fernzugriff unterbunden werden können.

  1. Das Mobile Payment muss attraktiver werden

Wie in allen Bereichen brauchen die Menschen auch beim Mobile Payment Anreize, um diese neue Technologie zu nutzen. Diese können zum Beispiel durch Preisvorteile bei dieser Art des Bezahlens gesetzt werden. Auf diese Weise werden Kunden dazu animiert, regelmäßig über das Smartphone zu bezahlen.

Wenn diese fünf Schritte umgesetzt werden, wird sich Dieter Sprott zufolge das Mobile Payment auch in Deutschland durchsetzen.

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