Unterstützung für kleine Händler – Bundeskartellamt will Strukturen im E-Commerce bestimmen

Die Macht großer Player wie Amazon und eBay im E-Commerce wächst immer weiter. Hierunter leiden oft kleine Händler, die angesichts der Marktmacht solcher Konzerne oft nur geringe Umsätze generieren können. Das Bundeskartellamt hat es sich jetzt zur Aufgabe gemacht, solche Händler zu unterstützen. Zu diesem Zweck will das Amt die Handelsstrukturen im E-Commerce aktiv mitbestimmen. Einige Erfolge wurden bereits erzielt, aber auch für das Kartellamt ist es schwer, gegen die Macht von Amazon und Co. anzukommen.

Das Kartellamt will kleine Händler und die Innenstädte stärken

Kleine Händler sehen sich oft mit einer Marktmacht großer Anbieter konfrontiert, der sie nichts entgegenzusetzen haben. Wer keinen Onlineshop hat, erreicht seine Zielgruppe kaum noch. Aber auch ein eigener Onlineshop ist noch kein Garant für steigende Kundenzahlen und hohe Umsätze. Selbst wer zusätzlich auf Marktplätzen aktiv ist und diese als Vertriebskanäle für seine Produkte nutzt, kann nur selten dauerhaft zufriedenstellende Verkaufszahlen erreichen. Die Macht der global Player ist einfach zu groß.

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Dieser Entwicklung will das Bundeskartellamt nun entgegenwirken. Das Ziel ist es, kleine Händler zu unterstützen und Hindernisse und Beschränkungen abzubauen, die ihnen bei ihren Aktivitäten im E-Commerce im Wege stehen. Erklärtes Ziel hierbei ist, die Innenstädte zu retten und für mehr Wettbewerb und Flexibilität im Onlinehandel zu sorgen. Dies ist aber nur durch eine konsequente Neuausrichtung der Strukturen im E-Commerce, insbesondere der Vertriebsstrukturen, zu erreichen.

Vor allem Vertriebsbeschränkungen behindern kleine Händler

Eines der größten Probleme, mit denen Händler und speziell kleine Händler im E-Commerce zu kämpfen haben, sind Vertriebsbeschränkungen. Vor allem Markenanbieter wollen zumeist die volle Kontrolle über ihre Produkte behalten. Aus diesem Grund untersagen viele von ihnen der Verkauf ihrer Waren auf Onlinemartplätzen oder im Onlinehandel überhaupt. Amazon hat mit vielen Herstellern solche Vertriebsbeschränkungen vereinbart und an deren Umsetzung mitgearbeitet. Mittlerweile wurde solchen Praktiken von vielen Gerichten ein Riegel vorgeschoben. Heutzutage dürfen solche Vertriebsbeschränkungen nur dann ausgesprochen werden, wenn ein konkreter Grund vorliegt.

Dennoch sieht das Bundeskartellamt im Bereich der Vertriebsbeschränkungen großen Handlungsbedarf. Das große Ziel ist es, sämtliche unzulässigen Vertriebsbeschränkungen im E-Commerce zu brandmarken und für deren Abschaffung zu sorgen. Alle Händler sollen die Möglichkeit bekommen, Preissuchmaschinen und Drittplattformen zu nutzen, um ihre Produkte zielgerichtet und zu geeigneten Preisen zu verkaufen. Selbst kleine Händler sollen in ihrer Vertriebspraxis möglichst frei sein, eigene Entscheidungen treffen können und die Chance haben, alle Mittel und Wege zu nutzen, um im Onlinehandel erfolgreich zu sein.

Einige Erfolge konnten bereits erzielt werden

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Inzwischen konnten bereits einige Maßnahmen zum Schutz kleiner Onlinehändler erfolgreich durchgesetzt werden. Unter anderem dürfen Händler Scout-Schulranzen über eBay vertreiben, die Asics-Vertriebsbeschränkung wurde für unzulässig erklärt und außer Kraft gesetzt und Amazons Paritätsklausel wurde 2013 von Amazon außer Kraft gesetzt. Diese hatte es Händlern verboten, ihre Produkte auf anderen Plattformen günstiger anzubieten als bei Amazon. Dennoch sind die Möglichkeiten des Bundeskartellamts angesichts der Marktdominanz von Amazon beschränkt. Für kleine Händler ist es jedoch beruhigend zu wissen, dass sie mit ihren Sorgen nicht allein sind und mit dem Bundeskartellamt einen starken Partner an ihrer Seite haben.

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