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    Abstriche beim Käuferschutz – Gütesiegel „Google Zertifizierte Händler“ wird aufgegeben

    Das etablierte Gütesiegel „Google Zertifizierte Händler“ wird im März 2017 endgültig beendet. Das bedeutet massive Einschnitte beim Käuferschutz, den Google bisher durch dieses Siegel geboten hat. Das Gütesiegel wird durch „Google Kundenrezensionen“ ersetzt, das allerdings deutlich weniger Leistungen bringt. Für die Zukunft ist ein neues Gütesiegel angedacht, dessen Ausgestaltung ist aber noch völlig offen.

    Was sich durch die Abschaffung des Gütesiegels ändert

    Seit diesem Monat werden die bestehenden Händler-Konten in ein neues Google-Programm für Händler umgewandelt. Am Ende dieses Prozesses soll sich das Gütesiegel „Google Zertifizierte Händler“ vollständig in „Google Kundenrezensionen“ (Google Customer Reviews) verwandelt haben. Google selbst bezeichnet diesen Vorgang als „Programmaktualisierung“, doch im Grunde wird das gesamte Konzept des Gütesiegels auf den Kopf gestellt. Beispielsweise besteht nun kein spezieller Käuferschutz mehr. Bisher hat Google 1.000 Euro pro Kunde als Sicherheit bereitgestellt und im Streitfall zwischen Händlern und Kunden vermittelt.

    Außerdem bietet „Google Kundenrezensionen“ keine Rezensionserweiterungen mehr. Bisher konnten Händler über diese Erweiterung eine von fünf Aussagen (zum Beispiel „hervorragendes Einkaufserlebnis) in ihre Anzeigen übernehmen. Auch in Zukunft werden die Kundenrezensionen zwar zur Ermittlung der Verkäuferbewertung herangezogen, eine ausdrückliche Nutzung solcher Bewertungsaussagen für Werbezwecke ist allerdings nicht mehr möglich. Die Verkäuferbewertungen auf Google, auf der eigenen Website und das Gütesiegel des Programms auf der eigenen Website bleiben allerdings bestehen.

    Mögliche Gründe für die Abschaffung des Gütesiegels

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    Viele Händler sind verwirrt, dass Google sein bisheriges Gütesiegel so plötzlich abschafft. Immerhin waren sowohl „Google Zertifizierte Händler“ als auch das Shop-Gütesiegel am Markt etabliert und hatten einen gewissen Bekanntheitsgrad erlangt. Sowohl Händler als auch Käufer konnten mit dem Siegel etwas anfangen und sich darauf verlassen. Eine Erklärung könnte sein, dass sich der Onlineriese in Bezug auf den Verwaltungsaufwand seines Gütesiegels verkalkuliert hat. Denn natürlich bereitet es Mühe, für jeden Kunden einen dezidierten Käuferschutz zu bieten und im Streitfall zwischen den Betroffenen zu vermitteln. Für diese Interpretation spricht zumindest die Tatsache, dass Google nicht komplett auf ein Gütesiegel verzichten, sondern dieses bloß modifizieren will. Offensichtlich sind im Alltagsgeschäft Komplikationen oder ein bürokratischer Aufwand entstanden, die nun beseitigt werden sollen.

    Die Abschaffung des Gütesiegels ist nur eine von vielen Google-Maßnahmen

    Aktuell nimmt Google eine Vielzahl von Maßnahmen vor, um sich zu verschlanken und effizienter zu arbeiten. Unter anderem hat der Konzern drastische Veränderungen bei Google Adwords und Google Shopping vorgenommen. Das ist vermutlich der großen Konkurrenz durch Amazon geschuldet. Denn längst beginnt die Mehrzahl der Kunden im E-Commerce ihre Produktsuche direkt bei Amazon. Das bedeutet aber Einbrüche in einem besonders lukrativen Geschäftszweig für Google, die der Konzern nicht ohne Weiteres hinnehmen will. Paradoxerweise sorgen diese Veränderungen bei Google Shopping für eine bessere Marktpositionierung von Amazon. Der Retail-Gigant schaltet nämlich seit 2016 selbst Anzeigen bei Google Shopping. Das ist das Dilemma von Google: Der Konzern ist und bleibt eine Suchmaschine und kein Händler. Somit stellt jede Optimierung des eigenen Angebots stets auch eine Verbesserung für Konkurrenten und Händler dar.

    Patrick Tarkowski
    Patrick Tarkowski
    Patrick Tarkowski ist studierter Germanist und Anglist und arbeitet bereits seit 2008 als Autor für Onlineshops und Unternehmen. Er ist in ganz unterschiedlichen Themengebieten beheimatet, kennt sich aber speziell in den Bereichen E-Commerce, Online Marketing, Familie und Erziehung sowie SEO aus. Neben Fachtexten schreibt er eigene E-Books, Theaterstücke und Romane und entwickelt Unterrichtsmaterialien.
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